Seidel-Team mischt nicht zuletzt dank seines Kapitäns die Fußball-Kreisliga auf

Moritz Ackermann: Das Herz, das Hirn, die Lunge des SVH

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Der Leitwolf beim SV Hönisch: Moritz Ackermann.

Hönisch - Von Frank von Staden. Die Tabelle schaut sich Hönischs Kreisliga-Coach Ricardo Seidel eher nur flüchtig an. Denn die hat für den 42-Jährigen auch nach dem neunten Spieltag nur sehr geringe Aussagekraft. Und das, obwohl sie seinen Club derzeit als Ligaprimus führt. „Als Aufsteiger kann unser Ziel doch nur Klassenerhalt heißen. Alles andere zu denken, wäre vermessen“, holt der Fußball-Trainer gleich einmal jeden Träumer in seinem Verein schnell auf den Boden der Tatsachen zurück.

Allerdings schränkt der Übungsleiter dann auch schnell ein wenig wieder ein, sagt: „In der Winterpause werden wir uns die Karten neu legen. Dann wissen wir, wo wir stehen. Dann wissen wir, wo eventuell die Reise hingehen kann. Wir werden alle Ergebnisse auswerten, haben gegen alle Favoriten der Liga gespielt. Doch als Aufsteiger sollten wir den Ball immer ganz flach halten!“ Demut scheint neben Fachwissen eine der Stärken von Kreisklassen-Meistermacher Ricardo Seidel zu sein.

So stellt er sich auch bei den momentan von allen Seiten einschlagenden Lobeshymnen für den SV Hönisch nicht etwa in den Vordergrund, sondern lieber hinter seine Youngster-Truppe (Altersdurchschnitt unter 21 Jahre), deren Spieler er in großen Teilen durch die ganzen Jugendjahrgänge begleitet hat.

Allen voran den erst 19-jährigen Moritz Ackermann. Der Mittelfeldmotor und Kopf der Schwarz-Weißen besitzt alles, um in naher Zukunft sehr viel höher zu spielen. Er ist das Herz, das Hirn und auch die Lunge des SVH. Kaum einer macht so viele Meter im Team wie der Hönischer Sechser. Seidel ist sich durchaus der Wichtigkeit seines Zöglings, den er seit neun Jahren unter seinen Fittichen hat, bewusst: „Moritz ist eigentlich ein typischer Zehner, doch kann er von der Sechs aus seine Klasse noch mehr für uns einbringen. Ja, er ist aus der Mannschaft nicht wegzudenken. Deshalb sollten wir uns unbedingt nach einem Ersatz umsehen. Denn würde er ausfallen, wäre das für uns ein Riesenproblem!“ Zuletzt gab es immer wieder Abwerbungsversuche, die sicherlich auch reizvoll waren. Doch in den nächsten Jahren will der Kapitän den SVH noch nicht verlassen. Es sei denn, es kommt ein Verein wie der TB Uphusen. Seidel: „In die Oberliga würde ich Moritz persönlich mit der Schubkarre fahren. Alle anderen Ligen kommen für ihn indes nicht in Frage. Dafür ist er zu sehr mit der Mannschaft und dem SV Hönisch verwachsen! Er will mit uns noch viel erreichen.“

Um weiter für den Kreisliga-Aufsteiger spielen und alles geben zu können, wählte der dynamische Instinktfußballer seinen Studienplatz (Lehramt) nicht etwa in fernen Gefilden, um einmal etwas Anderes zu sehen, sondern entschied sich für die Bremer Uni. Seidel: „Daran erkennt man, wie er gepolt ist. Er verpasst kein Training, liebt das Familiäre hier im SV Hönisch.“

Deshalb wird der 19-Jährige sicherlich auch die kommenden Einheiten nicht verpassen, in denen der Coach immer wieder versucht, seinem Team die richtige Mischung aus Attacke und Verteidigung einzuimpfen. „Derzeit kennen meine Jungs eigentlich nur Vollgas. Doch sie müssen lernen, auch einmal mit den Kräften zu haushalten, wenn sie eine klare Führung inne haben. Es gibt also im Training noch sehr viel zu tun. Und darauf freuen wir uns!“

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