„Kommen langsam in die Spur“

Achim/Baden mit starkem Torwart und guter Abwehr zum 24:18-Sieg

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Da hilft auch der Trikotzupfer von Rotenburgs Sören Heyber nicht: Rückraumspieler Florian Block-Osmers ist durch und auf dem Weg zum Torerfolg. Seine SG Achim/Baden bezwang die Gäste von der Wümme souverän mit 24:18.

Achim - Von Matthias Freese. Lukas Misere schaute sich das Trauerspiel seiner Kollegen von der ersten Reihe aus an und wirkte wenig begeistert. Es ist hypothetisch, ob das Nachbarschaftsduell in der Handball-Oberliga bei der SG Achim/Baden mit ihm einen anderen Verlauf genommen hätte.

Ohne seinen Top-Goalgetter agierte der TuS Rotenburg jedenfalls harmlos wie ein Haufen Kuscheltiere. Am starken Abwehrblock der Gastgeber und Torhüter Arne von Seelen war kaum ein Vorbeikommen. „So langsam kommen wir in die Spur“, war Achim/Badens Coach Tobias Naumann nach dem 24:18 (12:6) erleichtert bis begeistert.

So‘n Handballtrikot muss schon einiges aushalten. Das Shirt von Achim/Badens Steffen Fastenau erwischte es am Ausschnitt – dort hing der Stoff nur noch schlapp herunter, sodass der Rückraumspieler es bereits vor der Pause wechselte. Der Rotenburger Jens Behrens spielte indes mit aufgerissener Naht unterm linken Arm weiter. Seinem Coach Nils Muche war dabei schon in der fünften Minute der Kragen geplatzt – er nahm eine Auszeit. 

Doch der Weckruf verhallte, denn gegen die 6:0-Abwehr der Gastgeber fiel seinem Team nichts ein. „Wenn man immer nur kreuzt, nur quer zur Deckung läuft und nicht in die Tiefe geht, kann es nichts werden“, moserte Muche. Kamen die Rotenburger doch zum Abschluss, stand der glänzend aufgelegte Arne von Seelen im Tor – wenn der Ball nicht vorher von den Achimer Armen abprallte, so wie in der 20. Minute drei Mal während eines Angriffs.

Unveränderte Taktik

„Erst am Ende haben sie die Härte und Griffigkeit gezeigt, die ich früher erwartet hatte“, wunderte sich auch Naumann. Er hatte seine Taktik übrigens nicht geändert, als er kurzfristig erfahren hatte, dass Lukas Misere nicht dabei sein würde: „Auf ihn war unser Spiel nicht ausgerichtet.“ Naumann war vielmehr froh, „dass wir die 6:0-Abwehr wieder anbieten können“ und stellte fest: „Die Mannschaft hat es geil gemacht. Wir haben es geschafft, den Rotenburgern ihre beste Waffe zu nehmen – den Geschwindigkeitshandball.“ In der Tat waren es vielmehr die Hausherren, die zu Tempogegenstößen eingeladen wurden und diese auch nutzten.

Auf Rotenburger Seite zeigte nur Patrick Zahn den nötigen Biss. Trotz einiger Fehlversuche kam er auf fünf Tore, übertrieb den Einsatz aber zum Ende und sah nach einer Rangelei mit Jan Mühlbrandt seine dritte Zeitstrafe – Rot (59.). Die Partie war zu dem Zeitpunkt längst gelaufen – eigentlich schon beim 12:6 zur Pause, spätestens aber nach dem Doppelpack des siebenfachen Torschützen Kevin Podien zum 21:12 (48.). Kein Wunder, dass Florian Block-Osmers und Podien zu diesem Zeitpunkt mit Dennis Summa auf der Bank flachsten. 

Der Leistungsträger will nach seiner Schulterverletzung übrigens bald wieder auf der Platte stehen: „Wenn es gut läuft, am 1. Dezember“, meint er. Sein Coach ist da vorsichtiger und rechnet eher zum neuen Jahr mit Summas Rückkehr. Mit 7:9 Punkten kletterte seine Crew nun in die etwas sichere Tabellenregion, während Rotenburg mit 8:8 Zählern noch etwas besser dasteht.

SG Achim/Baden: Von Seelen, Meinken, Thalmann - Block-Osmers (3/2), Jacobsen (3), Wolters, Zysk (2), Podien (7/1), Meier (1), Pfeiffer (2), Fastenau (3), Balke, Zschorlich (3), Mühlbrandt.

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