Kanu-Rennsport: Verdener David Schmude blickt auf erfolgreiche Zeit zurück

Schritt in die Weltspitze war zu groß

Die Zeiten als Leistungssportler sind vorbei: Aktuell sieht sich David Schmude als „Schönwetterpaddler“.
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Die Zeiten als Leistungssportler sind vorbei: Aktuell sieht sich David Schmude als „Schönwetterpaddler“.

In jungen Jahren träumte David Schmude noch von der Teilnahme an Olympischen Spielen. Doch mit etwas Abstand musste der Verdener Kanute eingestehen, dass der Sprung in die Weltspitze doch etwas zu groß für ihn war.

Verden – Blickt er auf seine Laufbahn im Kanurennsport zurück, dann kann der Verdener David Schmude definitiv stolz sein. Schließlich sicherte sich der mittlerweile 31-jährige ehemalige Leistungssportler bei der erstmals ausgetragenen Weltmeisterschaft der U23 im kanadischen Wellington im K2 über 1000 Meter den Silberrang. Gleiches galt für die europäischen Titelkämpfe in Polen mit seinem Partner.

Noch wichtiger war für den Verdener jedoch ein anders Ereignis. Auch, wenn es dort keine Medaille gab. „Herausragend war für mich mein erster Auftritt in der Leistungssportklasse bei der Weltmeisterschaft in Mailand. In Italien kam ich mit dem K4 ins B-Finale und habe dieses gewonnen.“ Bei diesen erwachsenen Athleten fährt unter anderem auch der mehrfache Olympiasieger Ronald Rauhe, der bei seinem fünften Olympischen Spielen in Tokio erneut eine Medaille anpeilt. Das große Vorbild war zu seiner aktiven Zeit allerdings der Kanadier Adam Joseph van Koeverden. Dieser errang bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen sowohl die Goldmedaille über die 500 Meter als auch die Silbermedaille über die 1000 Meter. Schmude beim Blick in den Rückspiegel: „Bei ihm hat mich insbesondere die extrem saubere Paddeltechnik beeindruckt. Außerdem habe ich ihn unter anderem bei einem Vorbereitungstrainingslager in Florida getroffen, wo sich auch die kanadische Nationalmannschaft auf Großereignisse vorbereitet hat.“

Kumpels Jakob Zabel und Jan Watzlawick haben David Schmude erst zum Kanusport gebracht

In seiner Karriere hat der 31-Jährige viele superschöne Momente erlebt, gibt der Verdener zu Protokoll. Quasi zu verdanken hat er das unter anderem seinen Verdener Kumpels Jakob Zabel und Jan Watzlawick, die ihn 1999 erstmals zum Kanutraining mitgenommen hatten. „Die beiden haben mich erst zu diesem Sport gebracht. Angefangen haben wir mit Hallentraining, denn im Winter war unter anderem Zirkeltraining angesagt. Erst dann ging es aufs Wasser. Und dort bin ich dann immer besser klargekommen“, erinnert sich der Allerstädter an seine Anfänge. Bei den Trainingseinheiten traf er unter anderem auf Volker Watzlawick, der als sehr erfahrener Kanute den Nachwuchs unter seinen Fittichen hatte. Schmude: „Volker hat mich schon geprägt. Aber auch meine anderen Trainer, wie die Bundestrainer Arndt Harnisch und Stefan Ulm trugen ihr Scherflein zum späteren Erfolg bei. Jeder hatte seinen eigenen Stil und gab mir etwas anderes mit.“

In der U23 war der Verdener noch in der Weltspitze zu finden

Sein Weg führte den Verdener immerhin in die Weltspitze der U23-Kanuten. „Doch der Schritt in die absolute Weltspitze war dann doch zu groß“, gesteht der Verdener ehrlich ein. Sein internationaler Weg hatte in der U16-Nationalmannschaft seinen Anfang genommen. In dieser hatte er unter anderem an den Olympic Hope Games teilgenommen, wo der Nachwuchs seine ersten internationalen Erfahrungen sammeln konnte. Nachdem er bei den Deutschen Meisterschaften 2015 noch einmal die Bronzemedaille über die 1000 Meter im Einer gewonnen hatte, wurde es im Folgejahr immer schwieriger. Daher widmete er sich vermehrt seinem alten Steckenpferd Psychologie an der Ruhr-Universität in Bochum, als er für die dortige KG (Kanu-Gemeinschaft) paddelte. Aktuelle macht David Schmude an der Medizinischen Hochschule Hannover eine dreijährige Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten. Im ersten Jahr ist er in der Psychiatrie tätig und in den beiden Folgejahren in der psychologischen Ambulanz, wo die Patienten größtenteils einmal die Woche kommen. Ein großer Vorteil ist, dass er in den drei Jahren Geld in der Ausbildung erhalte und an der Universitätsklinik die Möglichkeit habe zu forschen. „Wohin mein Weg mich führt, weiß ich noch nicht. Entweder arbeite ich in einer Klinik oder mache meine eigene Praxis auf“, gibt der 31-Jährige zu verstehen. Dass er seine sportliche Karriere vor vier Jahren endgültig beendet hat, die Entscheidung hat der Verdener aber nicht bereut.

Gleich mehrfach war David Schmude bei internationalen Wettkämpfen mit Edelmetall dekoriert.

Zumal er dem Sport ja immer noch verbunden ist. Denn im Verdener Bootshaus hat Schmude noch ein Boot inklusive dazugehörigen Paddeln liegen. Und natürlich ist er auch weiterhin Mitglied des Wassersportvereins Verden und findet es extrem toll, dass die Jugendabteilung unter Holger Dupree weiterhin bestehe und sich weiterentwickelt hat. „Mittlerweile bin ich allerdings nur noch ein Schönwetterpaddler“, verrät der Allerstädter mit einem Schmunzeln.

Von Björn Lakemann

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