Victoria und Jessica aus Achim auf Erfolgskurs / „Verein wie eine große Familie“

Schön-Schwestern: Traum vom Sieg bei Rolltanz-EM

+
Stolz auf ihre Pokale: Victoria (li.) und Milena Schön. ·

Achim - Von Julia Kösling. „Ihr seid doch verrückt mit eurem Sport.“ Das sagen einige Freunde und Bekannte der Familie, berichtet Arthur Schön aus Achim. Seine Töchter, die zehnjährige Milena und ihre vier Jahre ältere Victoria, betreiben seit drei Jahren intensiv Eiskunstlauf, Rolltanz und Rollkunstlauf beim Eis- und Rollsportverein Bürgerweide Bremen.

Mittlerweile sind sie sogar auf internationalen Wettkämpfen dabei. „Mir ist wichtig, dass meine Kinder sich eine Sportart aussuchen und dann dabei bleiben“, erzählt der dreifache Familienvater. Er kennt andere Kinder und Jugendliche, die ständig von einem Verein zum nächsten wechseln.

„Das hat ja weder einen Lerneffekt, noch einen großen Nutzen“, findet Arthur Schön. Seine Familie habe sich schon früher für Eiskunstlauf begeistert. So begannen seine Töchter Anfang 2010 mit unverbindlichen Kursen im Paradice Bremen. Nach und nach wuchsen die Leidenschaft und der Ehrgeiz, bestätigen auch Milena und Victoria.

Trainer sahen großes Potenzial im Können der Mädchen und brachten sie somit zum Rolltanz und Rollkunstlauf, erzählt Arthur Schön. „Das ist ja wie Schlittschuhlaufen, nur auf Rollen und hartem Beton“, lacht der Vater. Und es sei um einiges schwieriger, da man leichter wegrutsche. „Eis ist gefühlt weicher als Betonboden, weil man beim Fallen wegschlittert“, findet Victoria Schön. Damit sich keiner ernsthaft verletzt, probt man beim Training auch das Hinfallen, mit verschiedenen Abrolltechniken. Beim Rollkunstlauf übt man eine Kür mit verschiedenen Figuren, Pirouetten und Sprüngen ein, so Arthur Schön.

Jedes Mädchen hat ein eigenes Paar Rollschuhe, mit verschiedenen auswechselbaren Rollen. Für Parkettboden brauche man andere als für Betonuntergrund. Es gibt mehr als zehn Turniere im Jahr, bei denen Milena und Victoria antreten. Für jede Kür, ist ein neues Kleid notwendig. „Das ist ein sehr teures Hobby“, weiß der Zerspanungsmechaniker. „Aber die Trainer haben uns von Anfang an davor gewarnt.“ Allein die Rollschuhe kosten rund 500 Euro, ein einzelnes Kleid, das man in der Regel nur einmal verwendet, liegt bei 150 Euro. „Das ist uns der Sport aber auch wert.“

Beim Rolltanz unterscheidet man zwischen Paar- und Solotanz. Erst seit März diesen Jahres betreiben die Mädchen auch diese Variante des Sports. Milena hat einen festen Tanzpartner mit dem sie trainiert. Victoria hat keinen, da es im Moment in ihrer Altersgruppe zu wenig Jungen gibt. Obwohl die Schwestern erst seit knapp einem halben Jahr auch beim Rolltanz dabei sind, konnte sich Milena für die International Open de Danse in Hettange in Frankreich qualifizieren. Zuvor musste sie erstmal bei der Norddeutschen und Deutschen Meisterschaft vom Deutschen Roll- und Inlineverband nominiert werden. In Hettange belegte sie den ersten Platz im Paartanz. Stolz zeigt sie ihren Pokal. Dies sei der größte Wettbewerb, an denen eines der Mädchen teilgenommen hat.

Insgesamt stehen über 30 Pokale von Milena und Victoria in der Vitrine der Familie Schön. Daneben noch viele Medaillen. Aber um diese Leistung überhaupt zu erreichen, ist hartes Training erforderlich, wissen auch die beiden Schwestern. Dreimal jeweils für vier Stunden in der Woche und zusätzlich noch das Wochenende verbringen die Mädchen mit ihrem Sport. „Das ist jeden Tag ein Familienausflug“, findet Arthur Schön. Die Eltern und auch der sechsjährige Bruder der Mädchen gucken bei jedem Training zu.

Zusätzlich gibt es noch bis zu dreimal jährlich fünftägige Lehrgänge. Dort trifft man auch internationale Stars und Trainer des Sports. „Wir sehen das dann wie eine Art Familienurlaub.“ Die Schule lasse sich mit Training auch gut vereinbaren, findet die Familie. Der Tagesablauf, besteht aus Schule, Hausaufgaben und Training, so Victoria Schön. „Viele aus meiner Klasse finden, dass ich zu wenig Zeit habe“, erzählt die 14-Jährige. Sie treffe sich außerhalb des Sports mit ihren Klassenkameraden, aber die meisten Freunde seien sowieso in ihrem Verein. „Das ist wie eine große Familie“, findet Arthur Schön.

Vergangenes Wochenende ist das Üben ausnahmsweise einmal ausgefallen, da die Trainer zu einer Meisterschaft mussten. „Wir wussten gar nicht so richtig, was wir dann machen sollten“, lacht Victoria. „Ich kann mir ein Leben ohne den Sport auch gar nicht mehr vorstellen“, ergänzt die zehnjährige Milena. Der Traum für die Zukunft: Victoria und Milena wollen schon nächstes Jahr bei der Europameisterschaft teilnehmen – und natürlich auch gewinnen.

Attentäter reiste von Düsseldorf nach Manchester

Attentäter reiste von Düsseldorf nach Manchester

Manchester-Stars feiern bewegenden Sieg

Manchester-Stars feiern bewegenden Sieg

Großbrand bei Hamburg: Komplex mit Disco in Flammen

Großbrand bei Hamburg: Komplex mit Disco in Flammen

Helene Fischer und der Käsekuchen: Konzertkritik zur Mini-Show in München

Helene Fischer und der Käsekuchen: Konzertkritik zur Mini-Show in München

Meistgelesene Artikel

Rost sieht Siegesritt von Ross

Rost sieht Siegesritt von Ross

SVV Hülsen: Meister-Coach Ziad Leilo macht weiter

SVV Hülsen: Meister-Coach Ziad Leilo macht weiter

FC Verden 04: Tavan der tragische Held – 2:4

FC Verden 04: Tavan der tragische Held – 2:4

Verden: Coach Lindhorst appelliert an Sportsgeist

Verden: Coach Lindhorst appelliert an Sportsgeist

Kommentare