Reiner Fetter und René Scheibe meistern den „GuthsMuths-Rennsteiglauf“

„Schnapsidee“ endet in einem Supermarathon

Kurz vor dem Start auf dem Eisenacher Marktplatz zeigten sich Reiner Fetter und René Scheibe hoch motiviert.

Cluvenhagen - Immer mal wieder kommt es auf verschiedenen Feiern nach dem einen oder anderen Bier zu kuriosen Ideen. Reiner Fetter und René Scheibe vom Lauftreff Cluvenhagen können davon ein Lied singen. Was auf der Weihnachtsfeier eventuell noch als Scherz angedacht war, hat das Duo nunmehr erfolgreich in die Tat umgesetzt – die Teilnahme am traditionellen „GuthsMuths-Rennsteiglaufs“ über die Distanz von 72,7 Kilometern.

Um sich entsprechend auf das Laufevent vorzubereiten, mussten nun Taten folgen. Da die beiden Läufer bereits für den Hamburg-Marathon als Einzelstarter gemeldet waren, musste der dafür gedachte Trainingsplan etwas modifiziert und die Dauer von zwölf auf 17 Wochen verlängert werden. Das hatte zur Folge, dass die Laufumfänge der langen Dauerläufe bis auf 50 Kilometer ausgedehnt wurden. Auch bei den sonstigen Laufeinheiten wurde eine Extrarunde drangehangen, auch wenn die Lust dafür nicht immer vorhanden war. Aber das große Ziel vor Augen trieb das Duo immer wieder an. Der Marathon in Hamburg verlief gut, wobei Bestzeiten aufgrund der harten Trainingseinheiten nicht zu erwarten waren. Dennoch zeigten sich Fetter und Scheibe mit ihren Zielzeiten von knapp über 3:30 Stunden zufrieden. Nach ein paar Erholungstaten läuteten beide die abschließenden fünf Vorbereitungswochen ein, die ohne größere Blessuren überstanden wurden. Um sich als Nordlichter auf die zu erwartenden Höhenmeter vorzubereiten, eigneten sich die vorhandenen Brückenabsetze und der „Cluvenhagener Berg“ nur bedingt. Da jedoch ein Teil der Verwandschaft der beiden Cluvenhagener in deutschen Mittelgebirgsregionen wohnt, konnten Familienbesuche im Sauerland und im Lausitzer Bergland für ausgiebige Bergläufe genutzt werden. Die letzten Tage vor dem Rennsteiglauf gehörten dann wieder zum Kräftesammeln dem moderateren Training im norddeutschen Flachland und beide waren froh, dass die Vorbereitung nun vorüber war.

In Eisenach fiel bei bestem Laufwetter der Startschuss pünktlich um 6 Uhr und das knapp 2300 Teilnehmer starke Feld des 72,7km langen Supermarathons setzte sich in Bewegung. Die Stimmung unter den „Leidensgenossen“ war ausgelassen und dem ersten Aufstieg auf 960 Höhenmeter auf den ersten 25 Kilometern stand nichts im Wege. Nach guten drei Stunden war die erste große Herausforderung der Strecke geschafft und der Gipfel des Großen Inselsberg überquert. Kathrin Sämann vom Lauftreff als Rennbegleiterin und „Teammanagerin“ erwartete die Läufer am Verpflegungspunkt, wo es neben der bekannten Verpflegung auch Besonderes wie Nutella-, Butter- oder Leberwurstbrote zum Energietanken gab. Nach kurzer Pause ging es weiter auf einem rund 30 Kilometer langen Plateaustück mit für den Thüringer Wald üblichen kurzen An- und Abstiegen. Zwischenzeitlich gab es durchaus die einen oder anderen leichten Zweifel am Gelingen des Gesamtunternehmens, aber als die letzte große Zwischenetappe am Oberhofer Biathlonstadion erreicht war, wurde daran kein Gedanke mehr verschwendet. Im Fall der Fälle hätte man hier mit einer offiziellen Zeitmessung das Rennen nach 54 Kilometern beenden können. Auch an diesem Versorgungspunkt war Sämann wieder da, um den beiden „Bergziegen“ Mut zuzusprechen und das Feld anzufeuern. Nach dem Genuss von handfester Verpflegung und einer gut gesalzenen Brühe ging es auf die letzten knapp 19 Kilometer. Diese gestalteten sich auf den ersten zehn Kilometern ziemlich knackig, bis der höchste Punkt des gesamten Rennens auf dem Großen Beerberg (980m) erreicht war. Der folgende Abstieg zum Zielort Schmiedefeld war gemessen an der Gesamtstrecke dann ein „Selbstläufer“. Als beide dann das Zieltor auf dem Sportplatz in Schmiedefeld nach 9:25 Stunden durchquerten, war die Freude und Erleichterung über das Vollbrachte groß. Nach einer Erholungsphase waren sich die beiden frisch gebackenen Ultraläufer einig: „Das Laufevent im Thüringer Wald kann nur allen Läufern ans Herz gelegt werden. Es muss nicht gleich das große Paket sein, denn es werden auch kürzere Distanzen angeboten. Alle Strecken sind sehr abwechslungsreich und die Organisation ist auf dem höchsten Niveau. Daher können wir nur allen Beteiligten danken, die dafür verantwortlich waren. Und natürlich auch bei unseren geduldigen Familienmitgliedern und der überragenden Betreuung durch Kathrin Sämann am Wochenende“

Wer Interesse am Lauftreff Cluvenhagen bekommen hat, der kann einfach dienstags oder donnerstags um 18:30 Uhr am Vereinsheim des TSV Cluvenhagen, beim Sportplatz hinter der Tankstelle, vorbei schauen.

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