Nach Wegfall der „Fünf-Personen-Regel“ plant Oytener Üben ab Montag – sogar vormittags

Sammrey: „Dann 60 Tage ohne Fußball“

Ohne festen Termin für die Wiederaufnahme will er für alles vorbereitet sein: Oytens Axel Sammrey. Foto: von Staden

Achim/Verden - Von Ulf Von Der Eltz. Jetzt ist das erhoffte Signal aus Barsinghausen gekommen: Der Niedersächsische Fußball-Verband verschickte eine Mitteilung an die Vereine und sorgt somit in der Frage der „Fünf-Personen-Regel“ für Klarheit sowie Planbarkeit. Nach Rücksprache mit dem Landessportbund und in dessen Abstimmung mit dem Innenministerium in Hannover wurden die Hinweise zum Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb konkretisiert. In dem Schreiben teilt Manfred Finger, Teamleiter Presse im Niedersächsischen Fußball-Verband, mit, „dass es keine pauschale Begrenzung bei der Zahl der Trainierenden auf den Sportanlagen gibt.“

Natürlich immer unter Beachtung der Bestimmungen zur Verhinderung der Infektion mit dem Coronavirus. Die sehen den nötigen Abstand, die Einhaltung der Hygieneregeln sowie die Vermeidung von Körperkontakten den Verzicht auf Wettkampf vor. Darüber hinaus kündigt Barsinghausen an, dass noch in dieser Woche vom DFB ein Arbeitspapier zum „Wiedereinstieg in den Vereinsfußball“ herausgegeben und vom NFV umgehend an die Klubs weitergeleitet werde.

Für Henning Breves, 2. Vorsitzender des FC Verden 04, gibt es nun seit Donnerstag quasi keinen Grund zur Verunsicherung mehr: „Das ist für uns endlich das Signal, dass wir nächste Woche mit den Einheiten loslegen können. Wir warten das DFB-Papier ab. Sollte es tatsächlich in dieser Woche noch eintreffen, planen wir den Einstieg am Montag.“ Die Landesliga-Kicker hatten wie exklusiv berichtet ihr erstes Training ursprünglich am Mittwoch nach der Öffnung der Sportanlagen im Freien durch die Landesregierung Niedersachsens abhalten wollen – hatten dann aber wegen der Unsicherheiten um die „Fünf-Personen-Regel“ einen Rückzieher gemacht und das Comeback auf den Rasen vorerst auf Eis gelegt.

„Da nun die Spielerzahl beim Training nicht mehr begrenzt sein soll, werden wir am Wochenende einen genauen Plan entwickeln, welche Mannschaft an welchem Termin arbeiten kann. Sicher wird es für jedes Team nur einmal die Woche sein“, meint der FC-Vize. Die Einhaltung aller Regeln sei einzig auf dem Kunstrasenplatz und dem Nebenplatz am Verwell gewährleistet, sodass die Übungseinheiten auch nur dort stattfinden können.

Während die Allerstädter in den Betrieb zurückkehren wollen, obwohl über Fortsetzung oder Abbruch der Saison unterhalb der Regionalliga vom Niedersächsischen Fußball-Verband noch gar nicht entschieden worden ist, geht der Liga-Rivale aus dem Kreis Verden das Thema aus einem ganz anderen Blickwinkel an. Für Jan Fitschen, Coach des TSV Ottersberg, kommt es überhaupt nicht infrage, seine Schützlinge trotz des „Go“ aus Barsinghausen auf den Platz zu schicken: „In erster Linie ist das alles noch zu früh für mich. Wenn ich trainiere, möchte ich ein gewisses Ziel vor Augen haben, sonst dient es eher der Bespaßung. Da meiner Meinung nach vor dem 1. September kein Ball im Wettbewerb rollen wird, ergibt es gar keinen Sinn. Bis dahin sind es ja noch vier Monate.“

Darüber hinaus möchte Fitschen nicht die Verantwortung übernehmen, dass sich ein Spieler trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit dem Virus infizieren könnte. Dabei blickt er über den Fußball-Tellerrand hinaus: „Privat dürfen sich nur Leute aus zwei Haushalten treffen. Da sollte es nicht sein, dass wir uns alle auf dem Platz begeben. Das würde sich doch beißen.“ Ohne einen genauen Termin für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist es für den Oytener eher Aktionismus: „Man sollte den ersten Schritt vor dem zweiten tun. Also erst einen Termin nennen und dann mit dem Training starten – nicht andersrum.“

Einen Mittelweg möchte Nils Goerdel, Übungsleiter des souveränen Bezirksliga-Spitzenreiters TSV Etelsen, gehen: „Wir machen uns keinen Stress. Ein Training wie sonst kann es ja ohnehin nicht geben. Daher bleiben wir locker.“

Wobei die Schlossparkkicker schon überlegen, ein- bis zweimal die Woche zusammenzukommen und zu kicken, wenn die Plätze geöffnet und alle Vorsichtsmaßnahmen garantiert sind. „Es wird dann nur gruppenweise gelaufen, Fußballtennis gespielt oder Passspiel geübt. Erst muss aber der Vorstand alle Versicherungs-Aspekte klären, schließlich kann sich ja auch mal jemand verletzen oder im schlimmsten Fall anstecken.“ Insgesamt bleibt Goerdel die Ruhe selbst angesichts der Tatsache, dass schon so lange ausgesetzt wird: „Da kommt es jetzt auf einen Tag mehr oder weniger doch auch nicht an.“

Apropos Tag(e) – die hat nämlich Axel Sammrey, Trainer des Bezirksligisten TV Oyten, gezählt: „Wir wollen am Montag wieder starten. Wenn das klappt, habe ich 60 Tage ohne Fußball verbracht. Das gab es bei mir noch nie, also freue ich mich einfach genauso auf den Re-Start wie meine Spieler.“ Bis Anfang nächster Woche sollen zusammen mit Spartenleiter Detlef Meyer alle organisatorischen Dinge geklärt sein. „Bisher habe ich die Info seitens der Gemeinde, dass die Gruppen nicht zu groß sein sollten“, meinte der Verdener am Donnerstag.

Sammrey zeigt sich erfinderisch: Da seit Corona etliche Spieler im Schichtdienst arbeiten, bietet er sogar eine Vormittags-Einheit an: „Dafür gibt es auch schon positive Resonanz von den Akteuren. Für mich ist das auch realisierbar, dann muss ich halt eine doppelte Planung vornehmen.“ Auch mit den Übungen will sich Oytens Coach etwas einfallen lassen: „Der Ball sollte immer dabei sein, dann macht es in den Kleingruppen mehr Spaß als zum Beispiel beim Waldlauf. Ich werde auch noch weitere Dinge planen.“

Dass es nun wieder losgehen soll, ist für Sammrey alternativlos: „Wir werden drei- bis viermal die Woche auf den Platz gehen. Denn solange ich keinen definitiven Termin habe, wann es mit den Punktspielen weitergeht, will ich vorbereitet sein. Wer weiß, was wann und wie beschlossen wird.“ Alles mit der Bereitschaft seitens der Kicker: „Jeder muss selber wollen. Hat jemand Bedenken, weil er etwa mit älteren Menschen zusammenwohnt, ist diese Angst natürlich zu berücksichtigen.“

Beim Bezirksliga-Zweiten TSV Bassen soll in der nächsten Woche begonnen werden, nachdem die Gemeinde Oyten die Erlaubnis erteilt hat, dass auf dem dortigen Sportplatz unter Aufsicht wieder geübt werden kann. „Wir versuchen, bis dahin alle Auflagen zu erfüllen und einen Trainingsplan zu erarbeiten, damit alle Teams unter Einhaltung der Hygiene-Vorschriften auf den Platz können“, erläutert Fußball-Boss Adrian Liegmann.

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