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Verdener Boxer Salih Al Salami erkämpft sich DM-Bronze

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Von: Christel Niemann

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Bei der Siegerehrung war die Enttäuschung über das knapp verpasste Finale wieder gewichen: Salih Al Salami (rechts) aus Verden freute sich über DM-Bronze.
Bei der Siegerehrung war die Enttäuschung über das knapp verpasste Finale wieder gewichen: Salih Al Salami (rechts) aus Verden freute sich über DM-Bronze. © privat

Knapp am Finale vorbei - aber mit der Bronzemedaille bei der Deutschen U17-Meisterschaft belohnt: Salih Al Salami, Boxer aus Verden, feierte in Wittenberg einen riesigen Erfolg.

Verden – Happy und mega-kaputt: Nach den erfolgreichen Qualifikationskämpfen trumpfte das Verdener Boxtalent Salih Al Salami im Halbweltergewicht bis 60 Kilogramm auch bei der Deutschen Meisterschaft der U 17 im mecklenburgischen Wittenberg auf und holte sich die Bronzemedaille. „Der Erfolg spricht eine deutliche Sprache. Ich bin mega-stolz“, resümiert Trainerin Birgit Gerlach die starke Leistung von Al Salami.

Insgesamt spricht Gerlach von einer rundum tollen DM, bei der sie selbst neben den hauptamtlichen Landestrainern als eingesetzte Trainerin aktiv war. „Für mich eine super Erfahrung. Insgesamt hatte ich 19 Boxer mitzubetreuen, was zwar krass anstrengend, aber auch sehr inspirierend war“, so Gerlach.

Dabei hatte sie dem eigenen Schützling zunächst eher geringe Chancen auf einen Medaillenplatz eingeräumt. Bislang hatte Al Salami nämlich erst sechs Kämpfe absolviert, wobei aber fünf erfolgreich verlaufen waren. Gerlach erzählt, dass sämtliche Kämpfe über eine Distanz von 3 x 2 Minuten ausgetragen wurden.

Trainerin Birgit Gerlach sieht Taktik im Viertelfinale bestätigt

Zunächst sei das Glück mit Al Salami gewesen, denn die erste Runde habe ihm ein Freilos beschert. Er zog also kampflos ins Viertelfinale ein, wo er auf Maxim Weidemann aus Berlin traf. Gerlach: „Wie man es von Salih kennt, hat er zunächst aus der langen Distanz geboxt und versucht, den Gegner mit schnellen Schlagfolgen zu beschäftigen.“ Er habe sehr fokussiert agiert und die Vorgaben des Trainerteams konsequent umgesetzt, dabei die Deckung wie abgesprochen als kompakte Doppeldeckung gehalten und sich ausschließlich vorwärts bewegt. „Diese Taktik zahlte sich aus. Weidemann war völlig überfordert, wirkte fast hilflos und konnte auch keine Treffer landen“, resümiert Gerlach. So konnte sich ihr Schützling einen respektablen Vorsprung erboxen und die Runde deutlich gewinnen.

Das Gleiche in Runde zwei: Auch hier habe der junge Boxer konzentriert agiert und so seinen Vorsprung weiter ausgebaut. Gerlach: „Er hielt seinen Gegner auf Distanz, boxte explosiv und stand in der Deckung durchgängig stabil.“ Auch in der dritten Runde ließ er keine Angriffe des Gegners zu, zwang diesem seinen Boxstil auf – die logische Konsequenz war dann der klare Sieg und der Einzug ins Halbfinale.

Die Freude war entsprechend groß, sowohl bei den Landestrainern Ahmed Djafarov und Holger Stitz als auch bei Heimtrainerin Birgit Gerlach. Im Halbfinale traf der Verdener dann auf den als Favoriten gehandelten Benjamin Kotza aus Schleswig-Holstein. Kotza hat bereits 39 Kämpfe vorzuweisen, davon 27 Siege. Doch Al Salami ging auch in diesem Duell überaus konzentriert und diszipliniert vor und zeigte sich von der hohen Kampfanzahl des Gegners völlig unbeeindruckt. Er versuchte in Runde eins eher abwartend, mit gutem Auge auf die Aktionen von Kotza zu reagieren, wobei sich auch zeigte, dass Al Salami kein „Konterboxer“ ist und dass seine Stärke im Angriff liegt. Die Runde ging daher auch an den Gegner, während sich in Runde zwei das Blatt wieder wendete: Salih zeigte, was einen guten Boxer ausmacht, baute konsequent seine Angriffe auf, landete Treffer aus langer und Halb-Distanz und Haken. Dazu kam sein großes Kämpferherz – schon klappte es mit dem Rundenpunkt.

Nach Remis im Halbfinale spricht nur Hilfspunkt gegen Al Salami

„Der Kampf war mega-spannend. Das Publikum in der Halle tobte“, erzählt Gerlach. Nun musste die dritte Runde entscheiden, in der sich beide Kontrahenten nichts schenkten. Auf Augenhöhe – von 32 Kämpfen Erfahrungs-Unterschied war nichts zu bemerken – boxten Kotza und Al Salami diesen Kampf zu Ende. Beide versuchten meist aus der langen und der Halbdistanz Treffer zu setzen, was mal dem einen, mal dem anderen gelang. Folglich Spannung ohne Ende und die Halle kochte! Und dann kam der Gong, der Kampf war vorbei. Wer war der Sieger?

Die fünf Kampfrichter sahen den Kampf zunächst unentschieden. Da ein Remis bei Meisterschaften aber nicht möglich ist, wurde nachgewertet – und mit nur diesem einen Hilfspunkt wurde Kotza als Sieger ausgerufen. Die Enttäuschung bei dem Verdener Boxer war groß, doch von seinen Trainern erhielt er ein großes Lob für seine Top-Leistung und Gratulation zur Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft U17.

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