Tross tritt am Dienstag Heimreise an

Rückzug der Deutschen Reiter aus der Pferde-Hölle Valencia

Den Daumen hoch wird Hilmar Meyer wohl in nächster Zeit nicht mehr strecken. Dafür ist in den vergangenen zweieinhalb Wochen einfach zuviel passiert.
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Den Daumen hoch wird Hilmar Meyer wohl in nächster Zeit nicht mehr strecken. Dafür ist in den vergangenen zweieinhalb Wochen einfach zuviel passiert.

Für Dienstag hat jetzt die FN geplant, die deutschen Reiter und ihre gesunden Pferde aus der Herpes-Hölle Valencia zu holen. Unter ihnen Hilmar Meyer aus der Samtgemeinde Thedinghausen.

  • FN plant für Dienstag Rückzug aus der Herpes-Hölle Valencia.
  • Symptomfreie Pferde werden nach Aachen gebracht.
  • Keine infizierten Pferde auf Hof von Hilmar Meyer.

Morsum – Mit den Kräften am Ende, doch so langsam erblickt der Morsumer Reitersmann Hilmar Meyer ein Licht am Ende des Tunnels. So hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) jetzt beschlossen, dass der deutsche Pferde-Tross am Dienstag den Rückzug aus der Pferde-Hölle Valencia antreten kann, wo bekanntlich vor 14 Tagen das todbringende Herpes-Virus ausgebrochen war.

Hier ist kein einziger deutscher Reiter oder Besitzer nach dem Bekanntwerden des Ausbruchs mit seinen Pferden geflüchtet oder hat verantwortungslos das Gelände verlassen! Das ist eine absolute Falschmeldung. 

Hilmar Meyer

Die Bilanz für den Besitzer eines Verkaufs- und Ausbildungsstalles in der Samtgemeinde Thedinghausen ist dabei ernüchternd. Oder besser erschütternd. Mit 24 betreuten Pferden trat der 57-Jährige Anfang Februar die Fahrt auf die iberische Halbinsel zu einer großen Turnierserie an, drei davon verendeten qualvoll, zwei befinden sich noch in Quarantäne. Die Zahl der toten Pferde, die dem EHV 1-Virus nach dem Turnier-Abbruch zum Opfer gefallen sind, liegt momentan bei elf. In sieben europäischen Ländern gibt es inzwischen nachgewiesene Fälle der Herpes-Virus-Variante: Spanien, Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Schweden sowie jetzt auch in der Schweiz. „Es ist immer noch ein kaum zu ertragender Anblick. Doch so langsam entspannt sich hier die Lage. Ich muss der FN an dieser Stelle ein Riesenkompliment machen. Denn alle hier angereisten deutschen Ärzte, Helfer und Funktionäre sowie auch in der Zentrale in Warendorf haben einen Mega-Job gemacht. Was man von den Veranstaltern wahrlich nicht behaupten kann“, lobte und tadelte Meyer zugleich.

Mit einem Gerücht möchte Hilmar Meyer allerdings aufräumen: „Hier ist kein einziger deutscher Reiter oder Besitzer nach dem Bekanntwerden des Ausbruchs mit seinen Pferden geflüchtet oder hat verantwortungslos das Gelände verlassen! Das ist eine absolute Falschmeldung. Richtig ist, dass einige Teams, die nicht das Final-Wochenende erreicht hatten, früher abgereist sind. Und zwar zu einem Zeitpunkt, als sie noch nicht wissen konnten, dass diese Seuche ausgebrochen ist. Das ist ein Riesenunterschied!“

Eine Szene, die zum Höhepunkt der Herpes-Vorfälle durchgehend in Valencia zu sehen war.

Auch aufkommende Meldungen aus seiner Heimat, „dass sich bereits infizierte Pferde auf meinem Hof befinden sollen, sind natürlich ebenso Blödsinn und aus der Luft gegriffen. Alle müssen jetzt einfach ruhig bleiben und vor allem umgehend ihre Pferde impfen lassen. Ich habe das bereits auf meinem Hof getan. Da ist aber auch jedes Pferd geimpft!“

Ohne die Hilfe und die Unterstützung von Tierärzten, die Meyer & Co. auf Eigeninitiative aus Deutschland nach Valencia geholt hatten, „mag ich lieber gar nicht daran denken, was dann hier los gewesen wäre.“

Keine infizierten Pferde auf heimischem Hof

Am Dienstag nun, das hat die FN in die Wege geleitet, wird der größte Teil des deutschen Trosses, der sich in Spanien befindet, Richtung Heimat aufbrechen. Rund 40 symptomfreie Tiere werden dann am Mittwoch in Lyon eine Pause einlegen können, ehe es weiter nach Aachen geht, wo alle Tiere nochmals untersucht und dann in erneuter Quarantäne gehen werden. Vor den Deutschen treten am Wochenende bereits die Franzosen die Rückreise an, „für die Skandinavier indes sieht es so aus, als ob sie noch etwas warten müssten. Für sie gibt es derzeit noch keinen Plan, welche Strecke sie zurück in die Heimat nehmen dürfen“, klärt der Morsumer auf.

Meyer selbst wird mit seinen Pferden natürlich bis zum Zielort Aachen bei seinen Pferden bleiben, ehe er dann am kommenden Freitag wohl wieder auf seinem Hof in Morsum eintreffen wird.

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