Die Rückkehr der Pumper

Endlich wieder pumpen und Eisen stemmen: Für so manchen ein echtes Glücksgefühl nach dem langen „Entzug“.

„Ich hatte gedacht, ich müsste anstehen und warten. Dass es so übersichtlich werden würde, ist schon erstaunlich. Um so besser. Hauptsache, ich kann endlich wieder pumpen und Eisen stemmen!“ Der Oytener Michael Marquardt gehört am Montag zu den ersten Muskelbepackten, die wieder das Fitnessstudio ihres Vertrauens frequentieren.

VON FRANK VON STADEN

Verden/Oyten – Und es wird gleich wieder gewuchtet und gerissen, dass die Schwarte kracht. Getreu dem Motto: Covid-19 hat uns lange genug auf Eis gelegt, jetzt besteht Nachholbedarf!

Während es in der Eisenecke gleich wieder richtig zur Sache geht, werden die anderen Geräte des Studios eher mit Bedacht aus dem Corona-Schlaf geholt. „Viele unserer Mitglieder haben über einen längeren Zeitraum sportlich nicht viel für sich getan und sollten ihren Körper doch behutsam wieder an das einstige Leistungsvermögen heranführen“, mahnt da Fitnesstrainer David Garke an, der vorschriftsmäßig mit einem Mund- und Nasenschutz das Treiben auf der Fläche beobachtet.

Überhaupt haben sich die Verantwortlichen des Studios strikt an die Vorschriften gehalten. Damit der Zwei-Meter-Sicherheitsabstand gewahrt bleibt, ist im Grunde jedes zweite Sportgerät mit rot-weißem Absperrband „geschmückt“ und signalisiert damit seinen Ruhestand.

Schon am Eingang wird der Sportler darauf hingewiesen, dass er nur mit Schutzmaske das Gebäude zu betreten hat. Zum Training kann diese beim Erreichen der Sportfläche abgenommen werden. Zuvor allerdings gibt es noch eine kleine Zettelwirtschaft abzuarbeiten. Unter anderem muss unterschrieben werden, dass sämtliche Vorsichts- und Hygienemaßnahmen akzeptiert und befolgt werden. Ein Blatt Papier mit den Namen sämtlicher Personen, die an diesem Tag die „Muckibude“ besucht haben, gibt es indes nicht. Bedarf es auch nicht. Denn ein Check-In erfolgt elektronisch.

„Damit kann ich gut leben. Nicht aber mit dem Umstand, dass die Umkleiden nicht genutzt werden dürfen. Wo soll ich jetzt meine Wertsachen ablegen? Es gibt doch einiges, was vielleicht nicht ganz bis zu Ende gedacht wurde“, sagt Marquardt und spricht da vor allem dem ein oder anderen Aktiven der älteren Generation aus der Seele, der mit Sporttasche und in ziviler Kleidung eintrudeln. „Das wird sich noch einspielen. Es ist am besten, wenn man bereits in Sportklamotten anreist. Aber der Landkreis hat uns jetzt schon eine Genehmigung erteilt, dass wir zumindest für die Wertsachen die Umkleidekabinen öffnen dürfen. Zudem haben wir jetzt auch eine Sondergenehmigung unter Auflagen für den Ausschank von Getränken erhalten. Und schon bald wird unser Solarium wieder benutzt werden können. Immer alles mit strengem Blick auf die Hygienevorschriften“, klärt Studio-Manager Norman Heller auf.

Am Ende des ersten Tages registriert der Computer gut 100 Besucher, die Studiomitarbeiter keine Verstöße. Gut, hier und da wurde vergessen, das benutzte Sportgerät oder die gestemmte Hantel zu desinfizieren. Der Abstand beim kurzen Plausch hat einige Male auch eher nur die Maße einer Zwergenarmlänge. „Das sollte nicht, kann aber passieren. Sehen wir das, machen wir darauf aufmerksam. Und wir brechen uns auch keinen Zacken aus der Krone, selbst mit der Desinfektionsflasche zu arbeiten“, so Garke, der diese Flasche am Montag dann öfter in der Hand hält als in den gesamten zwölf Monaten zuvor.

Interessant zudem: Bis zur Schließung des Studios am späten Abend muss nicht ein Mitglied warten, weil mehr Sportler als zugelassen auf der Fläche trainieren wollen. Marquardt: „Hoffentlich ändert sich das nicht!“

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