Trio bewirbt sich um die Nummer eins 

Rosilius eröffnet Kampf der Keeper

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Gehen gemeinsam in eine Saison, an deren Ende der Landesliga-Klassenerhalt für den Aufsteiger FC Verden 04 stehen soll: Trainer Sascha Lindhorst (hinten) mit seinen vier Sommer-Verpflichtungen Bastian Rosilius, Dennis Groß, Cherno Baldeh und Mark Moffat (von links). 

Verden - Von Ulf von der Eltz. Der Betriebsunfall ist eindrucksvoll repariert worden. Nach dem Abstieg im Sommer 2017 gelang dem FC Verden 04 wie angepeilt der Bezirksliga-Meistertitel und damit das sofortige Comeback in der Fußball-Landesliga. War die Spielzeit auch noch so souverän – Trainer Sascha Lindhorst hebt trotzdem den Zeigefinger und warnt vor überbordenden Erwartungen: „Wir wissen, wie schwer es in dieser Liga ist. Schließlich haben wir das am eigenen Leib erfahren, als wir runter mussten. Der Klassenerhalt, und nur der kann unser Ziel sein, wird mit Sicherheit kein Selbstläufer.“

Wobei der Völkerser keinesfalls etwas gegen Euphorie hat – die soll seine Truppe als einzigen Vertreter aus dem Landkreis Verden in der Beletage des Bezirks Lüneburg ebenfalls durch die anstehende Herausforderung tragen: „25 Fußballer brennen, sind froh über die Rückkehr und haben richtig Bock. Nur so und mit unserer Geschlossenheit sind wir in der Lage, diesmal den Kampf gegen den Abstieg zu bestehen.“

Wobei weiterhin Ruhe als erste Bürgerpflicht für Lindhorst gilt: „Wir dürfen die Landesliga nicht als Selbstverständlichkeit betrachten, jeder sollte sie vielmehr als Chance sehen.“ Bisher hatte der 48-Jährige mit seiner etwas gelasseneren Art ja Erfolg. Das Team Stück für Stück voranbringen und nicht nach den Sternen greifen, weil sonst die Fallhöhe zu riesig sein könnte – dieses Credo vermittelt der Erzieher seiner Mannschaft auch in der neuen Punktrunde.

„Bälle erobern – und ab die Post“

Die wichtigste Voraussetzung für die Mission Klassenerhalt sieht Lindhorst als erfüllt an: „Unser Kader hat sich deutlich verbessert.“ Nachdem keiner der Leistungsträger die Blau-Weißen verlassen hat, fußt die Aussage nicht nur auf den Neuzugängen – auch Kicker, die im Vorjahr dazugekommen waren, haben zur Steigerung am Hubertushain beigetragen.

In erster Linie nennt der Übungsleiter Jonas Austermann: „Er hat zusammen mit Kato Tavan auf den Außenbahnen das Niveau deutlich angehoben.“ Wobei Tavan bereits im Team gewesen war und trotz des Abstieges zur starken Rückrunde beigetragen hatte. Lindhorst: „Beide sind Unterschiedsspieler.“ Oder das Beispiel Bjarne Geils, der als Rechtsverteidiger überzeugte: „Auch er hätte uns in der Landesliga 2016/17 gut zu Gesicht gestanden.“

Bei den Zugängen legten die Verantwortlichen ihr Hauptaugenmerk auf den Defensivbereich. So verpflichteten sie in Mark Moffat (TSV Bassen) und Dennis Groß (FSV Langwedel-Völkersen) zwei Innenverteidiger. „Auf dieser Position mussten wir viel experimentieren. Beide Gelernten beleben nun den Konkurrenzkampf im Abwehrzentrum, was uns nur helfen kann.“ Zumal Philipp Breves wieder in bester körperlicher Verfassung ist. Außenverteidiger Cherno Baldeh vom Blumenthaler SV gilt indes als Perspektivkicker, der noch für die U19 des JFV Verden/Brunsbrock (Niedersachsenliga) spielberechtigt ist. Akteure wie Mirco Temp, Steen Burford oder Aboubakar Bamba, die alle mal in der Innenverteidigung aushelfen mussten, würde der FC-Coach lieber im Mittelfeld sehen.

Bleibt der Erfolgsgarant im Sturm: Maximilian Schulwitz, vergangene Saison mit 46 Buden Bezirksliga-Torschützenkönig. 

Noch spannender dürfte der Kampf um den Posten zwischen den Pfosten werden. Platzhirsch Stefan Wöhlke bekam schon im Winter Andre Mielmann aus Walsrode an die Seite gestellt – jetzt kommt auch noch Bastian Rosilius, der einen Riesen-Anteil an Hülsens Bezirksliga-Klassenerhalt hatte und in der Vorbereitung seine Klasse schon unter Beweis stellte. „Alle machen richtig Dampf, arbeiten gut miteinander und pushen sich. Für mich ist es ein offenes Rennen, wer die Nummer eins wird“, freut sich Sascha Lindhorst auf den Dreikampf im Tor.

Im Angriff bleibt alles beim Alten. Das Duo Maximilian Schulwitz, der in der Meistersaison 46 Tore schoss und auch Fußballer des Jahres im Landkreis Verden wurde, sowie Patrick Zimmermann verkörpern schon Landesliga-Format. „Paddy geht prima in die Zwischenräume, Maxi kann vorne entweder vollstrecken oder die Bälle klatschen lassen“, ist sich Lindhorst der Klasse bewusst.

Wobei er im Spiel nach vorne jedoch eine wesentliche Steigerung fordert, nachdem ihm bisher die Umschaltbewegung zu langsam war: „Wir müssen schneller zum gegnerischen Tor gelangen. Bälle erobern und ab die Post – nur so können wir erfolgreich sein.“ Schließlich geht es nicht mehr um Geduld wie noch in der Bezirksliga, als sich die Kontrahenten meist hinten verbarrikadierten. Künftig schlüpfen die Allerstädter sicherlich oft selbst in die Rolle des Konternden.

Ein eminent wichtiger Faktor für Lindhorst ist die Identifikation des Umfeldes mit der Mannschaft: „Dafür haben wir sie mit jungen Spielern und Akteuren aus den umliegenden Vereinen bereichert. In diese Richtung wollen wir bewusst gehen.“ Das Gros kickt schon seit zwei Jahren zusammen, somit wuchert der FC mit seiner Geschlossenheit als Pfund. „In dieser Spanne haben Vorstand, Fans und alle Helfer im Hintergrund erkannt, dass sie sich keinen Hirngespinsten hingeben dürfen. Die ruhige Arbeit ist viel wichtiger – und sie liegt mir ja am meisten“, so der Meistercoach.

Nach den schlechten Zeiten mit dem Abstieg aus der Landesliga hofft Sascha Lindhorst, mit der sofortigen Rückkehr gute Zeiten eingeläutet zu haben. Folgt jetzt noch ein erfolgreicher Saisonstart, scheint vieles mehr möglich am Hubertushain.

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