Etelser 3:2 gegen Ilmenau in der Nachspielzeit / „Was soll ich sonst machen…“

Retter Radtke hält Hacke hin

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Gleich klatscht der Ball an den Innenpfosten: Etelsens Pascal Mannig (Mitte), vergibt gegen Ilmenau das 2:0. ·

Etelsen - Von Ulf von der EltzEs riss sich beim Torjubel das Trikot vom Leib und ließ sich feiern. Aus gutem Grund: Mirko Radtke schoss den TSV Etelsen gestern im Landesliga-Duell gegen den SV Ilmenau in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum nicht mehr für möglich gehaltenen 3:2 (1:1)-Erfolg – und mit was für einem Zaubertor: Pascal Mannigs flache Hereingabe spitzelte der Mittelfeld-Mann per Hacke in die Maschen.

Für das Kunststück brauchte sich Radtke nicht zu entschuldigen – obwohl er hinterher meinte, so kurz vor Keeper Lucas Schacht und bei der Wucht der Hereingabe den Treffer nur so habe erzielen können: „Was soll ich in der Situation sonst machen…“

Nicht nur dem Matchwinner fiel ein zentnerschwerer Stein vom Herzen – ganz Blau-Weiß atmete angesichts einer streckenweise enttäuschenden Leistung und des 1:2-Rückstandes zehn Minuten vor Abpfiff tief durch. Coach Bernd Oberbörsch: „Wir waren ja schon mausetot. Aber diese Schlussphase verdient die Note 1 a mit Sternchen. Letztlich auch ein gerechter Sieg für uns.“

Mit dieser Einschätzung lag der Sottrumer richtig. Denn nach passablen 20 Anfangsminuten mit der blitzschnellen Führung durch Max Altevoigt, der einen Einwurf nach genau 52 Sekunden (!) zum 1:0 nutzte, und einer Riesenchance durch Pascal Mannig, der die Kugel an den Innenpfosten setzte (10.), „ging uns das Spiel flöten“, wie es Oberbörsch formulierte. Etelsen verlor das Tempo, setzte gegen einen äußerst harmlosen Aufsteiger gar zur Schönspielerei an – und wurde prompt bitter bestraft: Nach einem weiten Einwurf bekam Philipp Büssenschütt das Leder nicht aus dem Fünf-Meter-Raum und Christian Felgner düpierte Keeper Daniel Büchau mit einem Knaller ins kurze Eck – 1:1 (36.). „Wir kassieren dieses Ding ohne Druck von Ilmenau“, haderte Oberbörsch.

Gegen den wie erwartet tief stehenden Gast appellierte der Trainer in der Kabine noch an die Geduld seiner Schützlinge, die aber weiter keinen geordneten Spielaufbau zustande brachten. Bei der einzigen vernünftigen Chance scheiterte Daniel Duhn freistehend an Keeper Schacht, der ansonsten ziemlich unsicher wirkte (59.). Wie ungeduldig die Schlossparkkicker waren, zeigten zwei Schussversuche von Robin Barning aus dem Mittelkreis.

Als dann SV-Coach Sven Jenßen eine Viertelstunde vor Schluss Routinier Reno Schellin aufs Feld schickte, geriet Etelsen sogar in Rückstand: Der Stürmer stellte sich nach einem Pass von Zemke durch die Schnittstelle geschickter an als Alexander Blank und traf flach zum 1:2 (80.). Ausgerechnet dieser Tiefschlag rüttelte Etelsen endlich wieder wach. Mannig hatte offensichtlich die Faxen dicke, schnappte sich die Kugel, ließ zwei Ilmenauer aussteigen und schlenzte aus 16 Metern herrlich ins lange Eck – 2:2 (83.). Oberbörsch: „Solche verrückten Tore schießt halt nur Kalle.“ Es sollte aber noch verrückter kommen…

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