Zahl laut FN seit 2000 in Deutschland mehr als halbiert / Weniger Events – weniger Starts

Reitturniere: „Männerschwund“ hält weiter an

Die Zahl der Reitturniere in Deutschland – hier die Südafrikanerin Alexa Stais im vergangenen Jahr in Verden – nimmt laut FN weiter ab. Archiv-Foto: Ingo Wächter

Verden/Warendorf – Der Abwärtstrend im deutschen Turniersport hält an. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 3 567 Reitturniere, auf denen 66 281 Prüfungen und Abteilungen angeboten sowie rund 1,34 Millionen Starts gezählt wurden. Das teilte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) mit. Bundesweit betrachtet ist die Zahl der Turniere weitgehend stabil. Insgesamt wurden 3 567 Turniere (2018 waren es 3 575) angeboten, das entspricht einem Minus von 0,22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bei näherer Betrachtung sind allerdings deutliche Unterschiede in den einzelnen Verbandsbereichen zu erkennen. So weisen neun Landesverbände ein Plus an Turnieren auf. Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit einem Mehr an 27 Turnieren (+ 6,15 Prozent). Bei näherer Betrachtung fanden im Ländle sogar 34 reine LPO-Turniere mehr statt, bei den gemischten LPO/WBO-Turnieren waren es jedoch sieben weniger. Ein Trend, der so ähnlich auch in den Verbandsbereichen zu erkennen ist. So verzeichnen 2019 zehn Landesverbände einen Zuwachs an LPO-Turnieren, lediglich in vier gab es mehr LPO/WBO-Turniere als noch im Vorjahr.

Auch die Zahl an Prüfungen und Abteilungen ging leicht zurück. Angeboten wurden 2,53 Prozent weniger als im Vorjahr. Lediglich auf S-Niveau gab es erneut eine Zunahme. In zehn Verbandsbereichen wurden mehr S-Prüfungen gezählt, insgesamt stieg deren Zahl um 2,3 Prozent von 5 086 auf 5 203. In allen übrigen Klassen ging die Zahl der Prüfungen dagegen zurück, prozentual besonders stark in der Klasse L. Hier hatten die Reiter bundesweit in 18 111 Prüfungen Gelegenheit zu starten, 2018 waren es noch 18 950 (- 4,02 Prozent). Der geringste prozentuale Rücklauf betraf die E-Prüfungen, hier gab es sogar sieben Verbandsbereiche mit einem Plus. Insgesamt gesehen sank jedoch auch die Zahl an E-Prüfungen von 2 282 auf 2 258 (- 1,05 Prozent).

„Betrachtet man das Angebot an Turnieren und Prüfungen, wundert es nicht, dass auch die Zahl der Starts abnimmt. Vor allem, wenn man davon ausgeht, dass viele der A-, L- und M-Prüfungen auch noch startplatzbegrenzt sind – und das zum Teil völlig unnötigerweise“, sagt Fritz Otto-Erley, Leiter der Abteilung Turniersport der FN. Entsprechend dem Mehr an Prüfungen kann in der Klasse S auch ein Plus an Starts um 0,39 Prozent verzeichnet werden: von 118 924 auf 119 383. Aber auch in der Klasse E wurde etwas mehr geritten als im Vorjahr. Hier stieg die Zahl an Starts von 41 947 auf 42 297 (+ 0,83 Prozent). Insgesamt ging die Zahl der Starts jedoch auf 1 337 474 zurück, im Jahr zuvor waren es noch 1 378 244 Starts (- 2,96 Prozent).

Dabei machen die Starts auf L-Niveau nach wie vor den größten Anteil aus: 363 848. Jedoch ist hier auch der größte prozentuale Rückgang zu verzeichnen. So waren es 2018 in dieser Kategorie noch 384 692 Starts, was einem Minus von 5,42 Prozent entspricht.

Mit dem Rückgang an Starts geht nach wie vor auch ein Rückgang an eingetragenen Pferden einher. So wurden 2019 insgesamt Turnierpferde 132 257 Pferde fortgeschrieben, rund 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr (135 146). Zugenommen hat dagegen die Zahl der ausgestellten FEI-Pässe von 2 387 auf 2 572. „Hieran zeigt sich, dass der Sport immer internationaler wird. Auslandsstarts werden bei Reitern immer beliebter, und das gilt nicht nur in den bekannten Turnierzentren wie Peelbergen und Ranshofen“, sagt Fritz Otto-Erley.

Bei den Neueintragungen macht die zunehmende Konsolidierung in der Pferdezucht bemerkbar. So ist der Anteil an Drei- und Vierjährigen ganz leicht von 7,53 Prozent aller fortgeschriebenen Turnierpferde auf 8,08 Prozent angestiegen. Gleichzeitig haben aber auch die älteren Pferde im Sport zugenommen. Der Anteil der elf- bis 15-Jährigen stieg von 27,73 auf 29,35 Prozent, der über 16-Jährigen von 9,56 auf 9,86 Prozent.

Wie in den Vorjahren bleiben auch die Jahresturnierlizenzen rückläufig. 2019 sank die Zahl der Inhaber von 81 344 auf 80 342, wobei der Anteil der ausländischen Reiter und Fahrer nahezu auf dem Wert des Vorjahres liegt (1 567). Bei der Betrachtung der Geschlechterverteilung wird deutlich, dass der Männerschwund erneut überproportional hoch ausgefallen ist. Während der Rückgang bei den Frauen weniger als 0,1 Prozent ausmacht, liegt er bei den Männern bei rund vier Prozent. Insgesamt ist die Zahl der reitenden Männer seit dem Jahr 2000 um rund 55 Prozent von 23 643 auf 10 656 zurückgegangen. Der Frauenanteil im Turniersport liegt damit aktuell bei rund 87 Prozent.  fn-press

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