Eskalation in der Fußball-Kreisklasse

Rassismus auf der Tribüne und Jagdszenen auf dem Platz: Video kursiert im Internet

Rassismus-Eklat im Amateur-Fußball: Beleidigungen und wilde Jagdszenen und überschatten den Spieltag der 2. Kreisklasse. Das, was undenkbar scheint, ist immer noch Alltag unter Amateur-Kickern und ihren Fans. 

  • Fußballspiel zwischen Borstel und Hönisch II endet mit Platzverweisen - Rassismusvorwürfe gegen Gästefans.
  • Anschließend kam es zu wilden Jagdszenen auf dem Spielfeld.
  • In den vergangenen zwei Wochen kam es bereits bei zwei Spielen zu Rassismus-Vorfällen.

Borstel/Hönisch – Es war ein Fußballspiel mit harten Bandagen, eines, das am Ende eine Gelb/Rote sowie zwei Rote Karten sehen sollte. „Doch es war kein unfaires Spiel, beide Teams haben die Partie vernünftig beendet“, erinnert sich Hönischs Pressewart Philipp Zehl, der am vergangenen Sonntag der 2. Kreisklassen-Partie SV Hönisch II kontra Borsteler FC (4:1) beiwohnte.

Wilde Jagdszenen auf Video festgehalten

Dennoch kam es nach dem Abpfiff zu wilden Jagdszenen auf dem Feld. Von diesem Vorfall kursierte auch ein Kurz-Video in verschiedenen WhatsApp-Gruppen.

Die Platzverweise im Spiel resultierten dabei nicht aus Foulspielen, sondern handelte sich der BFC Gelb-Rot wegen Meckerei (41.) und Rot (81.) aufgrund einer Beleidigung ein. Auch die Hausherren kassierten wegen grob unsportlicher Wortwahl kurz vor Abpfiff noch einen Platzverweis.

Hönischs Pressewart: Ausraster sei nicht auf das Spiel und dessen Vorkommnisse zurückzuführen

So sah es zumindest Zehl und fügte an: „Der Ausraster einiger weniger Borsteler Spieler hatte nichts mit dem Spiel und dessen Vorkommnissen zu tun, sondern wurde scheinbar von einer kleinen Zuschauergruppe angezettelt, die die Borsteler Spieler provoziert haben.

Diese Zuschauer, die definitiv nicht unsere Anhänger waren, wurden bereits zuvor vom Schiedsrichter ermahnt, dass sie ruhig sein mögen. Ich habe allerdings gehört, dass es diese Art von Vorfall auch schon zwei Wochen zuvor beim Borsteler Spiel in Baden gegeben haben soll!“

Screenshot aus einem Kurz-Video, das am Wochenende durch diverse WhatsApp-Gruppen geisterte.

Borstel in Baden bereits „schwer rassistisch beleidigt“

Scheint so. Das zumindest behauptet Serkan Yakar, der Vorsitzende des Borsteler FC: „Ich bin in Hönisch nicht dabei gewesen, allerdings in Baden. Und schon da wurden unsere Spieler von einer kleinen Gruppe vom Spielfeldrand aus rassistisch schwer beleidigt und immer wieder vehement angepöbelt.

Wir wissen auch, von welchem Verein die kommen und werden das jetzt dem NFV offiziell mitteilen. Denn der Vorfall in Hönisch landet nach der Meldung des Schiedsrichters nun vor dem Sportgericht. Allerdings sind nicht nur wir zur Anhörung geladen, sondern auch der SV Hönisch.“

Baden-Trainer: Rassismusvorwürfe „eher eine Schutzbehauptung“

Ralf Schröder, Trainer des SV Baden II, erinnert sich noch genau an das Heimspiel gegen den BFC. Auch dort gab es Rudelbildungen, „allerdings mehrmals während des Spiels und auf dem Sportplatz. Und die gingen ganz klar von den Borstelern aus. Ich musste während des Spiels mehr deeskalieren als coachen! Nach Spielschluss war ich wirklich nervlich am Ende.“

Von fremden Zuschauern, die vom Spielfeldrand Einfluss auf die Begegnung genommen haben sollen, hat Schröder nichts bemerkt. „Ich sehe das eher als Schutzbehauptung. Zumindest, was unser Spiel betrifft.

Denn auch nach dem Abpfiff konnten wir die Borsteler Mannschaft, die sich zudem noch mit unserer 1. Herren anlegen wollte, nur mit Mühe und Not von unserem Vereinsgelände komplementieren. Ihr Benehmen war einfach nur schlecht!“

Rassismus-Vorfall bereits vergangene Woche in der Bezirksliga

Eine rechtsradikale Aussage fiel zuletzt auch beim Bezirksligaspiel SV Löhnhorst gegen den Aufsteiger TSV Fischerhude-Quelkhorn. Hier hat ein unbekannter Zuschauer einen Spieler der Fischerhuder schwer beleidigt und die kaum zu fassenden Worte „der gehört vergast!“ auf den Platz gerufen. Der Schiedsrichter stellte infolgedessen eine Strafanzeige bei der Polizei.

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