Ottersberg und Oyten: Gegenwehr beim Abstieg

Quotientenregel? Schwarz würde klagen

In Abwehrhaltung: Auch Axel Sammrey vom TV Oyten würde einen Abstieg nach Quotientenregelung nicht akzeptieren wollen.
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In Abwehrhaltung: Auch Axel Sammrey vom TV Oyten würde einen Abstieg nach Quotientenregelung nicht akzeptieren wollen.

Der Niedersächsische Fußball-Verband hat den Saisonabbruch angekündigt. Sollte es einen Abstieg nach Quotientenregelung geben, würde Landesligist TSV Ottersberg klagen. Auch Bezirksligist TV Oyten wäre zur Gegenwehr bereit.

Achim/Verden – Der Saisonabbruch ist besiegelt – so dürfte in der nächsten Woche die Entscheidung des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) ausfallen. Nachdem der Vorstand am Dienstag angesichts der Entwicklung in der Coronavirus-Pandemie erstmals von seiner bisherigen Linie mit der Fortsetzung der unterbrochenen Serie abgewichen war und das Aus eingeleitet hatte, geht es praktisch nur noch um eine Frage:

Wird in irgendeiner Form gewertet oder annulliert?

Daumen hoch für eine Annullierung: Ottersbergs Fußball-Boss Frank Schwarz würde sich gegen einen Abstieg durch die Quotientenregel wehren.

Zwar scheint alles auf eine Annullierung hinauszulaufen – in Stein gemeißelt ist diese Variante indes nicht. Einfrieren und nach der Sommerpause fortführen sowie eine Quotientenregelung zur Ermittlung von Auf- und Absteigern haben noch eine kleine Chance auf Anwendung. Für die Vereine aus dem Kreis Verden, die auf Bezirksebene unterwegs sind, allerdings nicht – sie votieren fast geschlossen dafür, weder eine Wertung noch ein Weiterspielen nach Covid-19 in Betracht zu ziehen.

Ottersbergs Frank Schwarz fordert Annullierung

Ottersbergs Frank Schwarz sieht das wahrscheinliche Saisonaus zunächst als alternativlos an: „Es wäre völliger Schwachsinn, nach einer so langen Pause einen Re-Start zu unternehmen. Vor Mai würden wir gar nicht in die Vorbereitung einsteigen können. Also muss stumpf abgebrochen werden.“ Und der Fußball-Boss des Landesligisten hat auch für das weitere Prozedere eine vehemente Forderung: „Eine Wertung darf es auf keinen Fall geben, also muss die Saison annulliert werden.“ Sollte es Auf- und Absteiger durch eine Quotientenregel geben, sieht Schwarz eine Klagenflut auf den Verband zurollen. Für seine in Staffel 2 gefährdeten Wümme-Kicker hält er jedenfalls schon mal fest: „Wir würden uns das nicht gefallen lassen!“

In die gleiche Kerbe schlägt Trainer Frank Neubarth, der mit dem FC Verden 04 in Staffel 1 erst fünf Partien absolvieren konnte – wenn auch nicht so drastisch: „Da die Mannschaften zu wenig Spiele hinter sich haben, wäre es Quatsch, jemanden durch die Quotientenregel absteigen zu lassen.“ Einfrieren und nach den Ferien weiterspielen – wie am Dienstag noch von Etelsens Übungsleiter Nils Goerdel favorisiert – fällt beim Ex-Profi ebenfalls nicht auf nährbaren Boden: „Ergibt keinen Sinn, da Spieler wechseln werden und auf einmal völlig anders besetzte Teams auflaufen könnten. Also wäre für mich eine Annullierung das Beste.“

Weder für ein Einfrieren noch für eine Wertung nach Quotientenregelung zu begeistern: Verdens Coach Frank Neubarth plädiert fürs Annullieren. Archivfoto: iw

Eine Klasse tiefer in der Bezirksliga befürworten die Trainer einmütig den Abbruch, die meisten sprechen sich auch für einen Neuanfang in der nächsten Saison aus. Am heftigsten erhebt Axel Sammrey vom TV Oyten, punktloses Schlusslicht der Staffel 2, seine Stimme dafür: „Wir würden uns ebenfalls massiv gegen einen Abstieg durch die Quotientenregel wehren. Diese Variante kann doch keiner ernsthaft in Erwägung ziehen.“

Oytens Axel Sammrey lehnt Variante kategorisch ab

Und der 64-Jährige hat auch schon konkrete Wünsche für das Prozedere in der nächsten Saison – wobei er eine abermalige Teilung zu Beginn ablehnt: „Es muss jede Mannschaft mindestens einmal gegen jede andere spielen können. Das wäre bei gleicher Sollstärke sportlich am fairsten.“ Am liebsten wäre ihm eine übliche Doppelrunde mit Hin- und Rückspielen, aber eine Teilung in Auf- und Abstiegsrunde nach einer normalen Runde seiner genannten Vorstellung würde Sammrey ebenso akzeptieren.

Fischerhude-Quelkhorns Matthias Warnke für Einfrieren

Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen votiert Matthias Warnke vom TSV Fischerhude-Quelkhorn gegen eine Annullierung – aus einem einfachen Grund: „Wir haben uns gleich am Beginn der Diskussionen für ein Einfrieren und Weiterspielen nach der Sommerpause ausgesprochen, weil die bisher erbrachten sportlichen Leistungen nicht unter den Tisch fallen sollten. Eine Quotientienregelung halten wir angesichts der zu wenigen Partien der Teams für äußerst fragwürdig.“ Ein Weiterspielen habe auch einen zeitlichen Vorteil: „Dann könnte man die Saison ohne Druck zuende bringen und vielleicht auch noch den Pokalwettbewerb einbauen.“

Matthias Warnke ist für ein Einfrieren.

Das Einfrieren würde Thedinghausens Lars Gudegast nicht komplett ablehnen, es wäre aber nicht seine Priorität: „Eigentlich ist doch alles andere als eine Annullierung nicht richtig, weil viel zu wenig Begegnungen absolviert worden sind.“ Dem schließen sich Sven Zavelberg vom TSV Achim und Jan Twietmeyer vom SVV Hülsen ohne Umschweife an. Lediglich Emrah Tavan vom FSV Langwedel-Völkersen zeigt sich zwiegespalten: „Sicher könnte man einfrieren und weiterspielen, was aber nur den bisher erfolgreichen Teams zugutekommen würde. Auf- und Abstiege durch Quotientenregelung sind nicht zu vermitteln, alsofinde ich eine Annullierung letztlich noch am fairsten.“

Von Ulf Von Der Eltz

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