Dörverden nach Pleiten-Start in Kreisliga angekommen

Nils Pohlner: Die Zukunft hat begonnen

Trainer Nils Pohlner vom TSV Dörverden trinkt aus der Flasche.
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Flasche noch nicht leer: Trainer Nils Pohlner hat ein junges Dörverdener Kreisliga-Team geformt, das nach missratenem Start nun wettbewerbsfähig scheint.

Als Mitfavorit erlitt Fußball-Kreisligist TSV Dörverden anfangs Schiffbruch. Das Team war personell gebeutelt, musste früher verjüngt werden als geplant - scheint mittlerweile aber für die Zukunft gerüstet. Eine Zukunft, die für Coach Nils Pohlner schon jetzt begonnen hat.

Dörverden – Da hatte sich so mancher Fußball-Fan schon die Augen gerieben: Acht sieglose Spiele zum Start, mit zwei Punkten ein Platz im Kreisliga-Tabellenkeller – für den TSV Dörverden eine alles andere als eingeplante Situation. Zwar haben sich die Grün-Weißen jetzt durch zwei Dreier in Folge berappelt und von den Abstiegsrängen verabschiedet, an der eigentlichen Zielsetzung will und kann Trainer Nils Pohlner jedoch nicht mehr festhalten: „Sicher hatten wir die Spitze so ein bisschen angepeilt, aber der Zug nach oben ist wohl bereits abgefahren.“

Dass die Dörverdener als Primus der nach sechs Spielen abgebrochenen und annullierten Serie 2020/21 in diesem Sommer erneut den Blick dorthin gerichtet hatten, schien nur allzu logisch gewesen zu sein. Doch schon in der Vorbereitung wurde es holprig. „Die war äußerst bescheiden, uns hat es richtig hart getroffen“, blickt der Coach zurück. Zahlreiche Kicker fehlten wegen Urlaub oder Studium, erlitten danach durch das große Pensum muskuläre Probleme und fielen erst einmal aus.

Auf Torjäger Bastian Deke ist mittlerweile Verlass

Da gleich im Auftakt-Duell beim TB Uphusen II (1:2) auch das Matchglück fehlte – „wir mussten nicht verlieren, waren mindestens auf Augenhöhe“ – und zwei weitere Pleiten folgten, konnten die jungen Fußballer gar kein Selbstvertrauen aufbauen. Pohlner: „Sie sind die Drucksituation halt noch nicht gewohnt.“ Durch Verletzungen und aus privaten Gründen musste der Kaufmann im Groß- und Außenhandel auf Stammspieler wie Rechtsverteidiger Bjarne Halbfas, die Innenverteidiger Malte Weyers und Pascal Deke, Stürmer Emmanuel Nunu sowie Achter Nils Deke, der immerhin die vergangenen zwei Spiele mitmachte, verzichten.

Von den Routiniers blieben Kapitän und Innenverteidiger Benedikt Schulz, mit 25 Jahren der Senior im Team, Vizekapitän und Sechser Jan-Luca Meineke sowie Torjäger Bastian Deke. Zwar hatte der 22-Jährige zu Beginn Ladehemmung, startete dann aber voll durch und steht nun schon bei 13 Saisontreffern. „Absolut unsere gefährlichste Waffe“, kann sich Pohlner glücklich schätzen, den Goalgetter im Team zu haben: „Das ist aber auch sein Job.“

Nils Pohlner: „Wenn wir sie jetzt nicht spielen lassen...“

Um dieses Trio baut der Übungsleiter nun die Nachwuchskräfte ein, die schon mehr spielen müssen als sie eigentlich sollten. Keeper Peer Geier, die Verteidiger Ban Agic und Malte Lühning, Achter Denny Precht, der zentrale Mittelfeldspieler Lasse Burdorf, Linksaußen Julien Rutault oder Stürmer Lennart Troue – sie alle verkörpern den Jugendstil, mit dem die Mannschaft vom Sünderberg daherkommt. Aus dieser Not macht Pohlner längst eine Tugend, mit der er bereits eine schlagkräftige Truppe für die nächste Saison aufbaut: „ Die Verjüngung war zwar geplant gewesen, aber den Umbruch hatten wir uns in der Tat nicht so krass vorgestellt. Wir dürfen oder müssen auf diese Talente setzen, sie an den Herrenfußball gewöhnen.“ Der 40-jährige Coach bekräftigt seine alternativlose Marschroute: „Wenn wir sie jetzt nicht spielen lassen, wann dann...?“

Das 10:1 in Baden, als sich Dörverden in einen Rausch kickte, sowie das folgende 4:2 in Hönisch nähren die Hoffnung, sich rasch von unten abzusetzen und das Team für die Zukunft wappnen zu können. Pohlner: „Sie scheinen nun das Selbstvertrauen getankt zu haben, das vorher nicht da gewesen war.“ Auf dass sich mancher Fußball-Fan bald wieder die Augen reiben möge – ob der Entwicklung der jungen Wilden.

Von Ulf Von Der Eltz

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