Rund 700 Leidensfähige beim 18. Verdener Aller-Stadt-Lauf

Ozon trifft auf pures Adrenalin

Dominierte mit großem Vorsprung den 18. Verdener Stadt-Lauf: Der Oldenburger Georg Diettrich. J Fotos (3): von Staden

Verden - Von Frank von Staden. Der Verdener StadtLauf, er avancierte in seiner 18. Auflage am Freitagabend wieder einmal zu einem wahren Kampf gegen die Hitze und das Ozon. Wie schon in den vergangenen Jahren zeigte das Thermometer beim Startschuss, bei dem das pure Adrenalin regelrecht zu spüren war, des 10-Kilometer-Hauptlaufes um 19.30 Uhr satte 28 Grad Celsius an und erhob damit im Grunde jeden der Teilnehmer zum Helden, der sich dem kernigen Streckenverlauf stellte.

Am Ende dominierte bei den Männern der Vorjahreszweite Georg Diettrich (LC Wechloy Oldenburg) in 33, 41 Minuten, während bei den Frauen Voorjahressiegerin Nicole Krinke (39,27) nicht zu schlagen war. Den vorherigen 4,5 Kilometer-Lauf gewannen Benjamin Koc (Landkreis Verden/15,09) und Sonja Oltmanns (LGKV) in 17,53 Minuten.

Siegerin Nicole Krinke.

Allerdings: In diesem Jahr blieb doch der ein oder andere namhafte Teilnehmer dem Traditionslauf an der Aller fern. So beklagten nicht nur die beiden Vorjahressieger Nicole Krinke (Nienburg) und Volker Goineau (Berlin) damals die langsame Streckenführung, die im Grunde keine Bestzeiten zulassen würde. „Wir haben darüber diskutiert, sind dann aber einstimmig zu dem Ergebnis gekommen, dass wir keine Veranstaltung für Weltrekorde sein wollen, sondern weiter für den Breitensport da sein wollen. Wir waren uns im Klaren, dass das einige Spitzenathleten fernhalten könnte, doch haben wir das billigend in Kauf genommen“, erklärte da Stadtlauf-Moderator Jürgen Thiele, der dann auch die Absagen sämtlicher Rolli-Starter durchaus nachvollziehen konnte: „Diese Hitze wäre für sie absolutes Gift gewesen!“

Eine Unmutsäußerung per anonymer Mail allerdings rief dann doch gehöriges Kopfschütteln beim Orga-Team hervor. So echauffierten sich die Verfasser über die Startgeld-Befreiung für Asylanten. „In einem ungehobelten Ton“, bestätigte da Thiele, wollte aber nicht näher auf die Angelegenheit eingehen, da Orga-Chef Klaus Müller die Mail an Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann zur weiteren „Verarbeitung“ geleitet hat.

Um den Teilnehmern wenigsten etwas Abkühlung bieten zu können, stellte der Trinkwasserverband kurzerhand am Rathaus eine Wasser-Bar auf, reichten einige Anwohner nasse Schwämme, stellten Rasensprenger auf und wurden beim Start-Ziel-Einlauf am Lugenstein Elektrolyt-Getränke angeboten. Dennoch wurde dem Körper sämtlicher Athleten alles abverlangt und so manchem plagten nach Ankunft im Ziel nicht nur Krämpfe, sondern spielte bei einigen auch der Kreislauf nicht mehr mit.

Noch kurz vor dem Anschuss des um 18.45 Uhr startenden 4,5 Kilometer- als auch vor dem 10-Kilometer-Laufes erhielt der Veranstalter wieder einmal kurzfristige Nachnominierungen, so dass wieder einmal fast 700 Athleten alle Strecken meisterten. Alle Ergebnisse sind auf www.lgkv.de zu finden.

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