Wegen Polizei-Schichtdienst sofort nach Heidmark

TV Oyten: Julia Reinefeld geht mit weinendem Auge

Julia Reinefeld, Rückraum-Handballerin des TV Oyten, beim Wurf.
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Spiele im Oytener Trikot gehören für Julia Reinefeld der Vergangenheit an. Die Rückraum-Handballerin wechselt aus beruflichen Gründen zum Heimatverein Heidmark. Archivfoto: häg

Oyten – Der Schritt zurück ist ihr nicht leichtgefallen – aber er ist alternativlos: Julia Reinefeld verlässt den Handball-Drittligisten TV Oyten nach eineinhalb Jahren wieder und streift ab sofort das Trikot ihres Heimatvereins HSG Heidmark in der Oberliga über.

„Ich bin seit Oktober im Schichtdienst und habe gemerkt, dass es mit den 45-minütigen Fahrten von Fallingbostel nach Oyten nicht mehr so richtig passt“, erläuterte die Polizisten am Dienstag auf Nachfrage dieser Zeitung.

Die Rückraum-Handballerin übt ihren Dienst nun am Wohnort aus, was eigentlich eine komfortable Situation wäre. Nicht aber in sportlicher Hinsicht. Denn nach dem Studium zur Polizeikommissar-Anwärterin blieb in den vergangenen drei Monaten kaum noch Zeit für das nötige Training, um dauerhaft eine führende Rolle in der 3. Liga einzunehmen: „Ich schaffe es nur noch einmal im Monat, bei zwei Einheiten pro Woche dabei zu sein. Mit dem fehlenden Training ließen auch die Spielanteile nach.“ Ihr letztes Match für die Vampires bestritt die 27-Jährige am 12. Dezember gegen den Buxtehuder SV II, den zweiten Saisonsieg beim 42:27 über den SV Werder Bremen II eine Woche später erlebte sie nicht mehr im Kader des TVO.

In Oyten hatte ich ein gutes Trainerteam und gute Mädels, mit denen ich mich prima verstanden habe. Daher bin ich natürlich traurig, nicht mehr dort zu spielen.

Julia Reinefeld über ihre Gefühlslage nach dem Abschied

Nachdem Julia Reinefeld lange mit sich gerungen und auch Gespräche mit dem Trainer-Duo Marc Winter/Lars Müller-Dormann geführt hatte, kam sie nun nicht mehr um diesen Entschluss herum: „Klar ist es sportlich ein Schritt in die andere Richtung, aber der Beruf geht nun mal vor.“ Persönlich überwiegt das weinende Auge bei der Rechtshänderin: „In Oyten hatte ich ein gutes Trainerteam und gute Mädels, mit denen ich mich prima verstanden habe. Daher bin ich natürlich traurig, nicht mehr dort zu spielen.“

So funkte die Rückraum-Handballerin mit Keeperin Romina Kahler von Beginn an auf einer Wellenlänge, bei Jana Stoffel hat sie nach Feierlichkeiten oft übernachtet. Sowohl in der Deckung als auch im Angriff fühlte sich Julia Reinefeld bei den Vampires wohl, „in der Abwehr habe ich sehr viel dazugelernt.“ Auch mit der Tatsache, meist die Halblinke gegen zu müssen, hat sie sich schnell arrangiert. Denn ihre Lieblingsposition ist immer die der Mittelspielerin geblieben.

Julia Reinefeld darf gegen TVO-Reserve noch nicht spielen

Statt Drittliga-Abstiegskampf beim TV Oyten zählt ab sofort nur noch das Ringen um einen Oberliga-Spitzenplatz mit der HSG Heidmark, für die der Blondschopf vorm Wechsel seit dem dritten Lebensjahr gespielt hatte: „Ich denke, wir können unter die besten fünf Teams kommen.“ Kurioserweise tritt die HSG nach der kurzen Corona-Saisonunterbrechung am Sonntag ausgerechnet beim punktgleichen TV Oyten II (beide 12:4 Zähler) an. In allergrößte Gewissenskonflikte wird Julia Reinefeld jedoch nicht kommen, da sie erst ab 13. Januar spielberechtigt ist. „Dann werde ich in der Pestalozzihalle halt unseren Trainer auf der Bank unterstützen“, blickt die Ex-Oytenerin dem Wiedersehen trotzdem mit Spannung und Vorfreude entgegen.

Von Ulf Von Der Eltz

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