DHB-Pokal: Beim 26:45 von Nord Harrislee vorgeführt / Reinhold entnervt

Oytens Coach Kohls: „Wir lassen es über uns ergehen“

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Vier Treffer steuerte Kim-Anna Heidorn für Oyten bei.

Oyten - Von Ulf von der Eltz. Untergang mit Pauken und Trompeten: Handball-Drittligist TV Oyten Vampires verabschiedete sich gestern mit einer 26:45 (13:24)-Abfuhr gegen den TSV Nord Harrislee in der zweiten Runde aus dem DHB-Pokal.

Coach Sebastian Kohls zeigte sich nicht von der Niederlage enttäuscht, sondern von einer anderen Tatsache: „Wir lassen es über uns ergehen und laufen nur im Jogging aus.“

Dass die Gastgeberinnen nicht unbedingt mit dem Einzug in die dritte Runde – verbunden mit der Chance auf einen Erstligisten als Gegner – rechnen konnten, war ihrem Trainer vorher klar gewesen. Dass sie aber in so ein Debakel schliddern würden, hatte aber auch Kohls nicht für möglich gehalten. „Es macht einfach keinen Spaß“, ließ er seinen Gedanken nach Abpfiff der einseitigen 60 Minuten freien Lauf. Handlungsschnelligkeit, Dynamik und Tempohandball – all das zeigte der Zweitligist aus Schleswig-Holstein und ließ den Außenseiter verzweifeln: „Bei uns lief nichts, weil der Gast einfach nichts zugelassen hat. Nord Harrislee machte keine Fehler, zwang uns aber zu vielen.“ Wie sehr das Debakel an den Nerven nagte, sahen die Fans in erster Linie an Jacqueline Reinhold: Die Rückraum-Shooterin erzielte zwar sechs Treffer, leistete sich aber auch über zehn Fahrkarten und ging eine Viertelstunde vor Schluss aus dem Spiel.

Bis zum 4:6 (7.) durch Denise Engelke hielten die Vampires das ungleiche Duell noch einigermaßen offen, danach überrollte der TSV-Express die Heimsieben förmlich. Immer wieder eroberte Nord Harrislee dank starker Deckung oder Klasse-Paraden von Keeperin Marie Andresen Bälle, die allesamt zu pfeilschnellen Gegenstößen verwertet wurden. Sabrina Maier tat sich da vor der Pause mit sechs Treffern besonders hervor, im zweiten Abschnitt konnte Trainer Thomas Blasczyk auf seine Außenspielerin verzichten.

Als beim 7:13 (16.) Insa Janßen die glücklose Keeperin Manuela Heise ersetzte und gleich eine Harpune von Maier entschärfte, kam so etwas wie Hoffnung auf eine Wende auf. Doch der Zweitligist zog gegen fehlerhafte Oytenerinnen auf 17:9 davon (23.). Zumindest hatte die ehemalige TSV-Akteurin Marielle Juricke beim 9:14 ihren ersten Treffer markiert. Zur Pause war das Match beim 13:24 schon entschieden.

Nach dem Wechsel versuchte es Kohls mit einer 3:2:1-Abwehr, „weil ich das Gefühl hatte, dass wir sonst abgeschossen werden“ – der Erfolg dieser Maßnahme blieb allerdings aus. Nord Harrislee überrannte Oyten weiter mit wahnsinnig viel Tempo. Und hätten nicht Insa Janßen sowie Romina Kahler zahlreiche Bälle abgewehrt, wären über 50 Gegentreffer fällig gewesen. Bleibt für Kohls die Hoffnung, dass die Lehrstunde mit Tempo und Dynamik seiner eigenen Sieben für die nächsten Wochen weiterhelfen. An einen Knacks glaubt der Coach indes nicht: „Wir können Pokal von Punktspielen trennen. Das ist morgen vergessen.“

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