Oytener Trainer zunächst für Annullierung

So will es Sammrey

Oytens Trainer Axel Sammrey vor seiner Bank
+
Schlägt eine Annullierung der aktuellen Saison vor: Oyten-Coach Axel Sammrey.

Axel Sammrey bleibt dabei: Die laufende Saison in der Bezirksliga gehört annulliert. Oytens Fußball-Trainer plädiert für den Pokal ab April und möchte dann ab August mit 21 Teams in die Serie 2021/22 starten.

  • Oytens Sammrey plädiert für Annullierung
  • Ab August in die neue Bezirksliga-Saison
  • Riedes Lindenberg lehnt Vorschlag ab

Oyten/Etelsen – Der Lockdown steht vor einer Verlängerung, wird mindestens bis Ende Januar gehen – so beschließen es Bundeskanzlerin und Landesregierungen angesichts der Fallzahlen in der Corona-Pandemie wohl an diesem Dienstag. Betroffen ist natürlich auch der leidgeprüfte Amateursport in besonderem Maße. Fußball-Trainer Axel Sammrey hat sich Gedanken gemacht, wie es mit dem Betrieb in der Bezirksliga 3, wo sein TV Oyten spielt, weitergehen könnte. Grundlage seiner Überlegungen: „Die laufende Saison sollte mit sofortiger Wirkung und ohne Wertung beendet werden.“ Eine Annullierung also.

In erster Linie, weil niemand seriös einen Zeitpunkt zu nennen vermag, an dem es im Amateurfußball überhaupt weitergehen könne: „Also ist eine kurzfristige Planung nicht möglich. Die Frage ist, wie noch weiterer großer sportlicher Schaden verhindert werden kann. Denn schon die vorherige Saison 2019/20 mit Auf- und ohne Absteigern abzubrechen, war aus meiner Sicht falsch.“

Sammrey schlägt vor, vom 25. April bis zum 6. Juni (Finale) doch den Bezirkspokal durchzuführen – so kämen die Teams in den Genuss von Praxis: „Die im Verlauf ausgeschiedenen Mannschaften können untereinander Freundschaftsspiele vereinbaren und so auch im Rhythmus bleiben.“ Für die Saison 2021/22 schwebt dem 63-Jährigen vor, am 4. Juli mit der Bezirkspokal-Quali zu beginnen und den Wettbewerb bis zum Achtelfinale am 25. Juli durchzuspielen. Die weiteren Runde sähe er in 2022.

Das Kerngeschäft Punktspiele würde der Oytener Coach in der Bezirksliga am 1. August mit 21 Teams starten wollen – in einer normalen Hinrunde bis zum 12. Dezember: „Somit hätte jedes Team zehn Heimspiele, zehn Auswärtsspiele und wäre einmal spielfrei.“ Danach ginge es 2022 in einer Aufstiegsrunde der besten zehn Mannschaften sowie einer Abstiegsrunde der restlichen elf Teams weiter. Folgenden Modus hat sich Sammrey dafür ausgedacht: Es werden nur die Hinrunden-Ergebnisse der Mannschaften mitgenommen, die in einer Gruppe spielen. Das bedeutet, dass jedes Aufstiegsgruppen-Team noch neun Spiele und jedes Abstiegsgruppen-Team noch zehn Spiele zu absolvieren hat. Ob Heim- oder Auswärtsspiel, richtet sich nach dem schon ausgetragenen Match gegen das jeweilige Team. Damit hätte jeder im Jahr 2022 noch zehn oder elf Punktspiele und null bis maximal drei Pokalspiele vor der Brust. „Es wäre ein normales und sportlich faires Ende der Saison 2021/22 gewährleistet, eine normale Sommerpause möglich und vor allem eine normale Saison 2022/2023“, erläutert der Verdener.

Die bisherige Hinrunde sollte bis Anfang Mai zu absolvieren sein.

Frank Lindenberg, Fußball-Boss MTV Riede

Als Reaktion auf Sammreys Vorschläge nimmt Frank Lindenberg, Fußball-Boss beim Ligarivalen MTV Riede, eine ablehnende Haltung ein: „Zwar gehe ich mit Axel konform, dass wir nicht wissen, wann wir die Saison fortsetzen können. Ich hoffe aber, dass wir im April wieder mit dem Spielbetrieb starten können. Im Vorfeld sollten wir eine dreiwöchige Vorbereitung bekommen.“ Mit Blick auf die Staffeln verweist Lindenberg darauf, „dass in Staffel 1 bei fast allen Mannschaften noch drei bis vier Partien der Hinrunde zu absolvieren sind. In Staffel 2 sind es im Durchschnitt nur noch zwei Spiele. Es sollte möglich sein, diese im April bis Anfang Mai zu bestreiten.“

Danach würde der Rieder eine Meisterrunde mit den ersten fünf Mannschaften der beiden Staffeln ansetzen. Die restlichen sechs Teams der Staffel 1 sowie die verbleibenden fünf der Staffel 2 sollten wie angedacht die Absteiger ermitteln. Lindenberg: „Punkte aus den Qualifikationsrunden werden wie geplant mitgenommen. Es wird nur noch einmal gegen Gegner gespielt, auf die man in der Vorrunde noch nicht getroffen ist. Das bedeutet, dass von Anfang Mai bis Mitte Juni jeder Verein noch fünf Partien hat.“ Zudem glaubt der MTV-Spartenleiter nicht, dass eine Pokalrunde mit Freundschaftsspielen ausgeschiedener Teams zur Stärkung der Motivation führt.

Will vor allem zunächst auf das Go aus der Politik warten: Staffelleiterin Claudia von Kiedrowski.

Staffelleiterin Claudia von Kiedrowski begrüßte es am Montag auf Nachfrage dieser Zeitung grundsätzlich, dass sich Vereine Gedanken über eine Saisonfortsetzung machen. Bewerten möchte die Etelserin sie inhaltlich jedoch nicht. Nur so viel: „Man darf davon ausgehen, dass wir uns das natürlich anschauen. Aber wir haben auch selbst Varianten in der Schublade.“ Über allem würden indes die Verordnungen seitens der zuständigen Behörden schweben: „Wir müssen weiter abwarten. Erst wenn wir das Go aus der Politik bekommen, können wir eine möglichst faire Lösung präsentieren. Dabei ist eventuell auch die Wettersituation zu berücksichtigen. Und wir Funktionäre müssen alle Ligen im Blick haben.“ Wobei Claudia von Kiedrowski versichert: „Wir sind genauso frustriert wie die Vereine.“ In einer Sache bleibt die Etelserin indes Sammreys Meinung: „Auch ich habe immer gesagt, dass man die Saison 2019/20 besser zu Ende gespielt hätte.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Antifa-Demo gegen rechte Gewalt zieht durch Syke

Antifa-Demo gegen rechte Gewalt zieht durch Syke

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Meistgelesene Artikel

Gehrke: Seine letzte Patrone

Gehrke: Seine letzte Patrone

Gehrke: Seine letzte Patrone
Tobias Naumann bleibt am Ruder

Tobias Naumann bleibt am Ruder

Tobias Naumann bleibt am Ruder
Patenschaft in Raum Achim an Voltigierpferd Canto

Patenschaft in Raum Achim an Voltigierpferd Canto

Patenschaft in Raum Achim an Voltigierpferd Canto
Schmunzeln in der Corona-Krise

Schmunzeln in der Corona-Krise

Schmunzeln in der Corona-Krise

Kommentare