Plätze noch nicht frei / Gemeinde erwartet erst Konzept für alle Sparten

Oyten: Wer darf wann – und wo?

Dem TVO-Fußball-Trainer blutet das Herz – Axel Sammrey findet die Kompromisse aber richtig. Archivfoto: Wächter

Oyten - Von Ulf Von Der Eltz. Alles war fast bis ins Detail geplant. An diesem Montag wollte Axel Sammrey mit seinen Fußballern wieder ins Training einsteigen (wir berichteten exklusiv). Daraus wird jetzt aber doch nichts – der Coach des Bezirksligisten TV Oyten muss noch mindestens eine Woche auf die Rückkehr in den Betrieb warten. Grund: Die Gemeinde Oyten erwartet erst ein Konzept des Gesamtvereins, bevor er die Sportplätze endgültig freigibt.

„Das ist natürlich zunächst ein Schlag ins Kontor für uns“, haderte der extrem mit den Hufen scharrende Sammrey am Sonntag auf Nachfrage dieser Zeitung zunächst – schlüpfte dann aber doch aus der Rolle als Kicker heraus und warf einen Blick auf das große Ganze: „Es gab eine Videokonferenz mit Gemeinde, Gesamtverein und Sparten – mit dem Ergebnis, dass wir alle Sportler unter einen Hut bringen müssen. Und da haben wir als Fußballer natürlich keine Vorrechte. Auch wenn wir die einzigen sind, die eventuell ihre Saison noch fortsetzen werden.“

Sein Chef, Fußball-Spartenleiter Detlef Meyer, führt weiter aus: „Wir müssen jetzt alle dafür Sorge tragen, dass sämtliche Sportler sich wieder bewegen dürfen. Also gilt es, neben uns Kickern auch Handballer, Tischtennisspieler, Judokas, Leichtathleten und Turner nach draußen zu bekommen. Das muss auf die fünf Plätze verteilt werden, wenn alle ihren Bedarf angemeldet haben.“

Laut Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist es Vereinssportlern seit dem 6. Mai erlaubt, nur im Freien wieder ihren Tätigkeiten nachzugehen. Die Hallen bleiben also weiterhin auf unbestimmte Zeit dicht, sodass es auf den Außenanlagen zu einem Gedränge kommt. Meyer: „Wobei es die abstruse Situation gibt, dass die Beachvolleyball-Fläche an der Stader Straße nicht als Sportfläche gilt. Sie wäre natürlich ideal für die Handballer gewesen, die müssen nun wohl auf den Kunstrasen gehen. Wir sind alle dazu aufgerufen, im Laufe dieser Woche sämtliche Sportler vernünftig aufzuteilen.“

Denn schließlich bestehe beim Re-Start die Pflicht, eine Liste der beteiligten Sportler zu erstellen, wer wann und wo trainiert hat. Damit im Ernstfall Nachverfolgungen angestellt werden können. „Das abzusprechen und auf die Reihe zu bekommen, sollte uns im Laufe der Woche gelingen“, zeigt sich der Oytener Fußball-Boss optimistisch. Wobei Meyer ausdrücklich auch den Gesamtvorstand sowie die Gemeinde für den dafür nötigen Einsatz lobt. So ganz aus seiner Kicker-Haut kann er dann aber ebenso nicht: „Sicherlich sollte man die Sportarten unterschiedlich bewerten. Alleine schon deshalb, weil wir Fußballer unsere Saison ja eventuell wieder aufnehmen. Doch die jetzige Lösung ist richtig, alle müssen dabei mit der Tagesaktualität umgehen.“ Und letztlich habe der Sportverein auch seine gesellschaftliche Rolle zu erfüllen: „Wenn wir jetzt während der Krise keine Solidargemeinschaft bilden können, weiß ich es nicht.“

Wie vor den anderen Spartenleiter, den Vorstand und die Gemeinde zieht indes Axel Sammrey auch vor Meyer den Hut: „Sie sind nicht zu beneiden, dass sie das alles neben ihrer Arbeit auch noch organisieren müssen.“ Seine Bezirksliga-Kicker hält der Verdener nun noch mindestens eine Woche lang an, sich individuell daheim und bei Waldläufen fitzuhalten – auch wenn sie über das zusätzliche Abwarten enttäuscht sein werden: „Das bin ich als Fußballer durch und durch natürlich auch. Aber ich habe an die Jungs appelliert, Rücksicht auf die anderen Sportler zu nehmen und geduldig zu bleiben. Zu den Kompromissen sehe ich keine Alternative.“

Sammrey hofft jetzt, dass so schnell wie möglich eine Einteilung vorliegt, welche Sparten zu welchen Zeiten auf welchem Platz üben dürfen, „was nicht einfacher werden wird, weil wir ja auch unsere ganzen Jugendteams unterbringen müssen.“ Es selbst fasst erst einmal den Montag nächster Woche als Datum für den Wiedereinstieg ins Auge. Wobei der Coach immer noch darauf setzt, dass die Saison in Niedersachsen wieder aufgenommen wird – so rasch wie möglich: „Sollte sich alles noch weiter verzögern, ergibt ein Training bald keinen Sinn mehr. Denn es bleibt dann ja die Frage, was du mit den Jungs noch machen willst und wie vernünftig es überhaupt ist, mit ihnen weiterzuarbeiten.“

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