Ottersberger Leistungsträger unzufrieden / Haltermann hin- und hergerissen

Muzzicato steigt sofort aus, Koweschnikow will zum BSV

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Benedetto Muzzicato verlässt den TSV Ottersberg.

Ottersberg - Von Frank von Staden. Fußball-Oberligist TSV Ottersberg steht kurz vorm Jahreswechsel am Scheideweg. Nicht nur, dass das Team von Coach Axel Sammrey im Würgegriff des Abstiegs feststeckt. Nein, nun scheinen auch einige Spieler nicht mehr gewillt zu sein, den eingeschlagenen Weg des Vereins mitzugehen. Und zu allem Überfluss ist sich auch Wolf-Hinrich Haltermann nicht mehr sicher, ob wirklich alle im Vorstand und im Förderverein von der Oberliga überzeugt sind.

„Es stimmt“, gibt der Macher im Hintergrund unumwunden zu, „dass ich momentan hin- und hergerissen bin.“ Denn zum einen äußerte der Geschäftsmann vor nicht all zu langer Zeit in dieser Zeitung, dass er alles Erdenkliche unternehmen würde, um die 1. Herren in der Oberliga zu halten. Zum anderen ist auch er nicht taub, vernimmt immer mehr Stimmen im Umfeld, die es begrüßen würden, wenn es in der kommenden Saison mit einem Großteil eigener Spieler in der Landesliga weitergehen würde.

Bei allen Überlegungen dürfte es da Haltermann noch mehr verwirren, dass gerade jetzt Kapitän und Co-Trainer Benedetto Muzzicato dem Oberliga-Team ade sagt. „Wir hatten ein langes, klärendes Gespräch und sind am Ende beide der Meinung gewesen, dass es so, wie es zuletzt gelaufen ist, einfach nicht mehr passt, es keinen Sinn mehr macht. Als Spieler und auch Co-Trainer“, klärt Sammrey auf. Dass auch Boris Koweschnikow den Verein verlassen will, davon weiß der Übungsleiter indes nichts: „Mit mir hat keiner gesprochen.“ Der Offensivspieler soll bereits Kontakte zum Bremer SV geknüpft haben. Das bestätigt auch dessen Trainer Klaus Gelsdorf, fügt aber an: „Es gibt derzeit einige Kandidaten, die in unserem Blickfeld stehen. Doch bei allen verschwende ich keine Energie, solange nicht klar ist, wie sich der abgebende Verein positionieren wird. Deshalb ist der Spieler Koweschnikow für mich noch ein kalter Fisch.“

Die Gründe für das erloschene Feuer zwischen ihm und dem TSV Ottersberg legt „Nito“ Muzzicato wie folgt dar: „Mir gefallen einfach viele Sachen nicht mehr, wie sie in diesem Verein laufen. Ich habe oft meinen Mund aufgemacht, wurde aber kaum angehört. Ich wollte hier einiges ändern, wollte alles etwas professioneller gestalten – in allen Bereichen. Am Anfang sah es auch gut aus. Die Fraktion, die alles lieber so behalten wollte wie es ist, wurde aber immer größer. Doch in einem Verein, in dem Geld gezahlt wird, darf es nicht dörflich und familiär zugehen!“ Und dann fügt der 36-Jährige noch an: „Und auch spielerisch war bei uns kein roter Faden zu erkennen.“ Schon deshalb war für ihn ein sauberer Schlussstrich die einzige Lösung. Oberstes Ziel des einstigen Profis ist es jetzt, sich voll auf die Trainerlaufbahn bei Werder Bremen zu konzentrieren. „Das ist es, was ich in Zukunft beruflich machen möchte.“

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