Springreiter aus Wulmstorf international etabliert

Oliver Ross – der Vielseitige

Der Wulmstorfer Oliver Ross auf La sorciere feu S beim Springen.
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Der Wulmstorfer Oliver Ross, hier La sorciere feu S, hat sich längst fest im nationalen als auch internationalen Springsport etabliert.

Sein Name ist weit über die Grenzen des Kreises Verden und sogar über Deutschland hinaus bekannt: Oliver Ross, Springreiter aus Wulmstorf, feierte nicht nur im Sport Erfolge, sondern hat sich längst als Pferdehändler international etabliert.

  • Oliver Ross hat neue Reithalle in Wulmstorf eingeweiht
  • Erfolgreichster Bundestrainer Herbert Meyer als großer Lehrmeister
  • In der Pandemie Pferde übers Internet international erfolgreich verkauft

Wulmstorf – Der 52-jährige Oliver Ross zählt seit vielen Jahren zu den besten Springreitern im Kreis Verden. Er ist seit 2008 auf einem Hof in Wulmstorf zu Hause und lebt dort mit seiner Frau und seinen beiden neun und sieben Jahre alten Kindern, die sein ganzer Stolz sind. Zurzeit stehen gut 20 Pferde im Ausbildungsstall von Oliver Ross, die von ihm und seit zehn Jahren von seinen beiden zuverlässigen Kräften Nadine Wahlers (30) und Sissy Mercedes Castedello (22) gepflegt und geritten werden.

In diesem Jahr ist in Wulmstorf die neue Reithalle fertig geworden, die dem Team die Arbeit gerade jetzt im Winter bei diesem Wetter und diesen Temperaturen stark erleichtert. „Das ist für uns ein weiterer großer Schritt nach vorn“, freut sich Oliver Ross, der in Reiterkreisen aufgrund seiner umgänglichen Art sehr beliebt ist.

Einst Trainer im Oman und Bereiter in Irland

Die Arbeit im Stall beginnt im Winter an jedem Tag gegen 7.30 Uhr. „Im Sommer etwas früher, aber im Winter tue ich mir das ganz frühe Beginnen nicht an“, sagt der Wulmstorfer. Er ist zu seinem Sport nicht wie viele seiner Kollegen über die Schiene Pony und dann Großpferd gekommen, sondern mit 14 Jahren direkt zum Großpferd. Seine Lehre hat der gebürtige Rheinland-Pfälzer zu Beginn der 90er Jahre in Warendorf beim Olympiakomitee für Reiterei (DOKR) gemacht, eine Arbeitsstelle, die nicht besser hätte sein können. Sein Lehrmeister war der erfolgreichsten Bundestrainer aller Zeiten, der Hoyaer Herbert Meyer.

1999 schloss er seine Meisterprüfung mit Auszeichnung ab. Vor seiner Selbstständigkeit, die auf dem Varster Gestüt Eichenhain startete, durchlief er viele Stationen im Pferdesport. Unter anderem die Bundeswehrsportschule in Warendorf, dann die Zusammenarbeit mit Klaus Dirks (Besitzer Buddelei) auf dem Gestüt Drachenhof (Lonnig). Dann Bereiter am Stall Sosath, Auktionsreiter in Verden, Ausbildung zum Richter, Trainer im Oman, Bereiter in Irland und, und, und. Seit 2008 lebt Ross nun mit seiner Familie in der Gemeinde Thedinghausen.

Wenn sie endlich top sind, werden sie meist verkauft. Das ist nicht nur bei uns so, aber ich muss meinen Stall durch den Pferdehandel finanzieren.

Oliver Ross über die Tatsache, dass im Ausbildungsstall meist junge Pferde stehen

Von größeren Verletzungen ist der 52-Jährige bis heute verschont geblieben, sieht man einmal von einem Schlüsselbeinbruch vor vielen Jahren ab. Da hört es sich paradox an, dass er gerade durch eine Schleimbeutelentzündung im Knie außer Gefecht gesetzt ist. Das war auch der Grund, warum er vor gut einer Woche auf dem Turnier in Verden nicht sein Spitzenpferd, die 14-jährige Stute La sociere feu, selbst reiten konnte, sondern dass Nadine Wahlers für ihn einspringen musste. „Das hat sie super gemacht, denn sie wurde mit der Stute in einem S-Springen gleich Dritte“, freute sich der Reitersmann.

Oliver Ross hat bis heute viele Siege bis hin zu Springprüfungen der Kl. S*** feiern dürfen. Hinzu kommen zwei wertvolle Bronzemedaillen beim Bundeschampionat in Warendorf und Siege bei verschiedenen Hannoveraner Springpferdechampionaten. Im Ausbildungsstall in Wulmstorf stehen viele junge Pferde, sodass er meist nur wenige hat, die er im „großen Sport“ einsetzen kann. „Wenn sie endlich top sind, werden sie meist verkauft. Das ist nicht nur bei uns so, aber ich muss meinen Stall durch den Pferdehandel finanzieren“, zuckt Ross da nur mit den Schultern.

Es ist ja gut, dass es im Moment überhaupt noch einige Turniere gibt, aber die Startgebühren sind oft sehr hoch und die Preisgelder sehr gering. Da setzt man im Grunde zu, doch ist es natürlich wichtig, dass in diesen besonderen Zeiten die Pferde auf Turnieren bewegt und sie nicht nur zu Hause gearbeitet werden.

Oliver Ross über die Bedeutung der Turniere in Zeiten der Corona-Pandemie

Durch die augenblicklich herrschende Pandemie ist der Wulmstorfer bisher überraschend gut gekommen. „Der Pferdehandel, von dem ich natürlich auch leben muss, hat kaum darunter gelitten. Ich habe die Pferde zum Teil international über das Internet verkauft, was gut geklappt hat“, freut sich Oliver Ross. Dennoch macht ihm zu schaffen, dass der Turniersport in letzter Zeit sehr teuer geworden ist. „Es ist ja gut, dass es im Moment überhaupt noch einige Turniere gibt, aber die Startgebühren sind oft sehr hoch und die Preisgelder sehr gering. Da setzt man im Grunde zu, doch ist es natürlich wichtig, dass in diesen besonderen Zeiten die Pferde auf Turnieren bewegt und sie nicht nur zu Hause gearbeitet werden“, so der 52-Jährige.

Bei Cracks wie Ludger Beerbaum oder Marcus Ehning das eine oder andere abgeschaut

Direkte Vorbilder im Reitsport hat Oliver Ross nicht. „Sicher schaue ich mir bei Cracks wie Ludger Beerbaum oder Marcus Ehning schon einmal das eine oder andere ab, aber umsetzen muss ich es allein.“ Und das hat bis heute gut geklappt. Ross hat sich nicht nur national durch die Reiterei, sondern immer mehr auch international durch den Pferdehandel einen Namen gemacht. Er sitzt nicht nur fest im Sattel, sondern steht im Leben auch fest auf beiden Füßen.

Und das Wichtigste: Oliver Ross hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Und das können nur die wenigstens Menschen von sich sagen.

Von Jürgen Honebein

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