NFV-Kreis-Vorstand nimmt gestern Abend erstmals konkret Stellung zum „Messer-Fall SV Hönisch“ / Neumann Kandidat?

„Neuhaus hat die Spielregeln verletzt“

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Nahmen gestern Abend ausführlich Stellung zum „Messer-Fall SV Hönisch“: Rechtsanwalt Walter Kleinbrod, Horst Lemmermann und Kurt Thies (v.l.). ·

Verden - Von Frank von StadenDer Brand im „Messer-Fall SV Hönisch“ weitet sich immer weiter aus. Gestern Abend reagierte der Kreis-Vorstand der Verdener Fußballer auf den Rücktritt des Schiedsrichter-Ausschusses (wir berichteten), nahm in einer eigens einberufenen Pressekonferenz Stellung zu den Gesamtvorgängen, die immer noch zahlreiche Fragen aufwerfen.

So widersprach Horst Lemmermann, 1. Vorsitzender des NFV Kreises Verden, entschieden den bisherigen Darstellungen seitens der Unparteiischen in diesem Fall. Wie bereits ausführlich in den letzten Tagen berichtet, soll es in der Partie der 2. Kreisklasse zwischen dem MTV Riede III und dem SV Hönisch II zu einem Spielabbruch gekommen sein, nachdem eine Person auf den 17-jährigen Unparteiischen aus Achim kurz vor dem offiziellen Spielende mit einem Messer zugegangen sein soll. Das Sportgericht schenkte dieser Darstellung keinen Glauben. Daraufhin trat der gesamte Schiedsrichter-Ausschuss samt 1. Vorsitzenden Hubert Neuhaus sowie weitere Unparteiische, die sich vom Verband im Stich gelassen fühlten, zurück.

„Fakt ist, dass sich der Fall, so wie ihn Hubert Neuhaus in der Presse geschildert hat, nicht zugetragen haben kann. Mit seinen Aussagen hat er ganz klar seine Kompetenzen überschritten und das Ansehen des Verbandes, des gesamten Fußball-Kreises geschädigt!“ Und einmal in Fahrt, holt Lemmermann weiter aus: „Es sagt doch schon vieles, dass der 1. Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses nicht dem Kreisvorstand seinen Rücktritt persönlich mitteilt, sondern diesen via Presse erklärt. Doch Hubert Neuhaus ist uns damit nur zuvor gekommen. Denn Aufgrund all dieser Vorkommnisse hätten wir ihn sowieso seines Amtes enthoben. Er war einfach nicht mehr in der Spur, hat die Spielregeln verletzt, nicht eingehalten!“

Wie sich der „Messer-Fall SV Hönisch“ im Einzelnen tatsächlich darstellt und warum er sich so lange bedeckt gehalten hat, das will der Kreisvorstand am kommenden Donnerstag sämtlichen Fußball-Vereinsvorsitzenden und auch allen interessierten Schiedsrichtern des Kreises Verden ab 19 Uhr im Gasthaus Klenke in Langwedel offen legen. Dieses wollte der Kreis- als auch der Sportgerichtsvorstand in Person von Horst Lemmermann sowie Herbert Brüggemann bereits am vergangenen Montag beim turnusmäßigen Kreislehrabend der Unparteiischen vornehmen, um zügig Klarheit in das leidige Thema zu bringen. Lemmermann: „Hubert Neuhaus hätte sich dann Fragen stellen lassen müssen, die ihn in arge Erklärungsnot gebracht hätten! Doch da wir uns vorher angekündigt haben, hat er den Regelabend kurzerhand abgeblasen als auch ein Treffen tags darauf mit dem Schiedsrichterausschuss! Er hat damit verhindert, dass wir noch rechtzeitig alle Wogen glätten konnten.“ Auch gestern bekräftigte der Kreisvorstand nochmals seine völlige Rückendeckung des vom Sportgericht gefassten Urteils. Kreis-Vize Kurt Thies: „Insgesamt befinden wir uns in diesem Fall rein rechtlich auf ganz dünnem Eis. Und Hubert ist auf diesem eingebrochen. Es kann doch nur jemand schuldig gesprochen werden, dessen Schuld auch bewiesen ist. Das Sportgericht hat sorgsam alle Fakten zusammengetragen und konnte so nur zu dem von ihm gefällten Urteil kommen!“ Pikant dabei: Der Sonderbericht des jungen Unparteiischen wurde nicht als Beweismittel zugelassen, weil nicht er selbst, sondern Hubert Neuhaus diesen im Nachhinein verfasst haben soll. „Das hat der 17-Jährige zugegeben“, so Rechtsanwalt Walter Kleinbrod, der den SV Hönisch als auch den NFV Kreis Verden beratend zu Seite steht. Desweiteren klärte Lemmermann gestern Abend auf: „Wir vom Verband haben so lange geschwiegen, weil nach §21 des RuVo des NFV Verhandlungen vor dem Sportgericht nicht öffentlich sind. Eine Berichterstattung über den Verlauf und über Aussagen verbietet sich deshalb. Hubert Neuhaus, der dieser Verhandlung ebenfalls beiwohnte, hat dagegen in ihrer Zeitung klar verstoßen!“ Und mit Schärfe fügt Walter Kleinbrod dann noch an: „Neuhaus hat wissentlich mit Halbwahrheiten und Unwahrheiten die Öffentlichkeit gefüttert!“ Kurt Thies glaubt, „dass Hubert gar nicht an einer sachlichen und objektiven Aufklärung gelegen war, sondern dass er Ankläger als auch zugleich Richter in dieser Sache sein wollte.“

Dass sich die erste Welle der Schiedsrichter-Rücktritte zu einem Tsunami entwickeln könnte, hoffen Thies als auch Lemmermann nicht: „Wenn alle Unparteiischen und auch Vereine den ganzen Sachverhalt kennen, dürfte es dazu eigentlich nicht kommen. Falls doch der ein oder andere unserer Schiedsrichter in Zukunft nicht mehr pfeifen möchte, müssten sich die Vereine, deren Spiele betroffen wären, übergangsweise selbst behelfen. In den Ansetzungen jedenfalls wird sich nichts ändern. Die stehen bis November fest.“

Auf die Fußball-Verantwortlichen des Kreises Verden warten in den nächsten Tagen und Wochen also noch gehörig Arbeit. Ganz oben auf der Agenda wird dabei die Findung eines Neuhaus-Nachfolgers stehen. Und Kandidaten stehen mit Sicherheit nicht Schlange. Ganz „heiß“ im Rennen aber dürfte da der erst vor wenigen Wochen als Schiedsrichterlehrwart zurückgetretene Marcus Neumann liegen. Der Bassener zeigte sich mit der Arbeitsweise des Schiedsrichterausschusses höchst unzufrieden. Neumann, 1. Vorsitzender des TSV Bassen, entspräche absolut dem Anforderungsprofil und der Linienführung des Vorstandes vom NFV Kreis Verden.

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