Niedersachsens Verband plant Reform

Neue Handball-Liga im Anmarsch

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Achim/Badens Team-Manager Cord Katz ist derzeit noch nicht ganz sicher, ob eine neue Liga wirklich sinnvoll ist.

Achim/Rotenburg - Von Frank von Staden und Vincent Wuttke. Beim Handball-Oberligisten TuS Rotenburg haben die Verantwortlichen so ihre Zweifel, Cord Katz, Team-Manager der SG Achim/Baden, ist indes hin- und hergerissen, sagt: „Die Einführung einer neuen Liga sieht im ersten Moment sinnvoll aus!“ Sein Rotenburger Pendant hält dagegen. „Das aktuelle Ligasystem ist gut“, so Michael Polworth zu den Überlegungen, eine Regionalliga oder eingleisige Oberliga als neue 4. Liga einzuführen.

Zu diesem Thema gab es dazu ein Zusammenkommen der Vereine mit Jens Schoof, Vizeleiter Spieltechnik des Handball-Verbandes Niedersachsen, in Verden. Die betroffenen Teams waren aufgefordert, ihre Meinung zu der geplanten Reform abzugeben. Fazit: Eine Mehrheit von 60:40 Prozent stimmte für eine neue Spielklasse.

2010 waren die fünf Regionalligen im Zuge einer Reform abgeschafft und durch die 3. Liga ersetzt worden. Nun ist ein Comeback geplant. Vor der Saison 2020/2021 wird es aber auf jeden Fall keine Veränderungen geben. Grundlegende Reformen können nur auf einem Verbandstag entschieden werden – der nächste ist jedoch erst für Mai 2019 terminiert. Zuvor müsste das erweiterte Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen über einen entsprechenden Antrag entscheiden.

Eine Blitz-Reform wird es also nicht geben. Zunächst war zwar im Gespräch, dass die neue Liga schon 2019 eingeführt werden könnte. Das hätte bedeutet, dass die ersten sechs Teams aus der kommenden Oberliga-Saison den Weg in die neue Liga gefunden hätten. „Wir wollen aber nichts über’s Knie brechen und solch eine Veränderung ganz sauber durchführen. Die Mannschaften sollen ja auch in aller Ruhe planen können“, erklärt Schoof. Wenn es nach Polworth geht, braucht es jedoch keine neue 4. Liga. 

Er hat einige Bedenken: „Wir haben vor allem den Vorbehalt, dass es zu teuer für die Vereine wird, die in dieser Klasse spielen wollen.“ In dieser Hinsicht stimmt ihm Katz zu: „Fakt ist, dass unsere Liga wieder dichter an das Niveau der 3. Liga herankommen soll – und muss. Die Frage ist nur, wer das stämmen kann. Denn dafür muss der Geldsack auch angepasst werden. Und das werden nur die wenigsten Vereine können!“ Zudem führen beide an, dass es dann kaum noch Derbys geben und die Auswärtsfahrten stattdessen sehr viel länger werden würden. Rotenburgs Teammanager weiß, dass vor allem die finanzstarken Vereine aus der zweigleisigen Oberliga für eine Erneuerung sind. „Wir Rotenburger wollen das Paket aktuell aber nicht“, sagt er.

Der Verband möchte mit der neuen Klasse zwischen der Oberliga und der 3. Liga den Sprung von der vierthöchsten Spielklasse in die 3. Liga verkleinern. In der Vergangenheit fanden sich die Aufsteiger aus der Oberliga meist schnell am Tabellenende der höheren Klasse wieder. „Das ist ein Grund, weshalb wir etwas Neues machen wollen“, so Schoof. Für Polworth als auch Katz darf dies jedoch nicht das einzige ausschlaggebende Argument sein. „Immerhin spielen wir in der besten zweigleisigen Oberliga seit langer Zeit. 

Und die dürfte zukünftig noch stärker werden“, blicken die Team-Manager da auf die Drittliga-Absteiger ATSV Habenhausen, VfL Fredenbeck und OHV Aurich. Schoof kann die Bedenken der Rotenburger und der anderen zweifelnden Verantwortlichen verstehen, sagt aber auch: „Jeder Verein soll in der Spielklasse sein, die für ihn am besten ist.“ 

Dieser Satz ist einer, mit dem Cord Katz etwas anfangen kann: „Wir haben ja nie ein Hehl daraus gemacht, dass wir eines Tages wieder oben anklopfen wollen. Dafür aber müssen wir die nötigen Rahmenbedingungen schaffen. Und das braucht Zeit. Momentan wäre diese neue Liga also nichts für uns. Wir fahren da mit unserem Konzept, mit jungen und hungrigen Spielern aus der hiesigen Region zu arbeiten, sehr gut. Sollten wir irgendwann die Stärke haben, höher zu spielen, wollen wir die Chance aber beim Schopf packen!“

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