Absagenflut / Nur TVO spielt

Naumann: „Nur schwer darstellbar“

Fragende Blicke Richtung Zukunft: SG-Coach Tobias Naumann und Co-Trainer Thorben Schmidt.
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Fragende Blicke Richtung Zukunft: SG-Coach Tobias Naumann und Co-Trainer Thorben Schmidt.

Verden – Das Ergebnis der Gesprächsrunde des Präsidiums des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) war Mittwochabend erst seit wenigen Minuten in den Postfächern der beteiligten Vereine angekommen, da hagelte es auch schon die ersten Absagen für das kommende Wochenende. Denn in der Pressemitteilung des HVN hieß es: „In Bereichen, die eine Inzidenz von über 35 Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche melden, lässt der Verband Spielverlegungen zu.“ Daher wird es im Kreis Verden neben den Damen des Handball-Drittligisten TV Oyten, die dem DHB unterstellt sind, auch nur eine Partie auf Verbandsebene geben. Denn wie Lars Müller-Dormann, Trainer des Verbandsligisten TV Oyten, auf Nachfrage bestätigte, soll das Heimspiel gegen Habenhausen II ausgetragen werden.

Anders sieht die Lage beim Oberligisten SG Achim/Baden aus, der am Sonntag bei der HSG Hunte-Aue Löwen gefordert gewesen wäre. „Wir werden nicht spielen. Bei den aktuellen Zahlen wäre das auch nur schwer darstellbar. Natürlich haben wir bei unserer Entscheidung auch die Mannschaft mit einbezogen. Und die hat dem Entschluss mit einer breiten Mehrheit zugestimmt“, erklärte Trainer Tobias Naumann. „Wie es dann in den nächsten Wochen weitergeht, weiß ich auch nicht. Gucken wir mal.“

Das Duell des TSV Daverden bei der HSG Heidmark fällt ebenfalls aus. „Wir haben innerhalb des Teams abgestimmt. Und da war Jeder dagegen, dass wir spielen. Zum einen aus gesundheitlichen und zum anderen aus Fürsorgegründen. Außerdem hat der eine oder andere auch in beruflicher Hinsicht seine Bedenken geäußert“, begründete Trainer Ingo Ehlers die Absage.

Auch Sascha Kunze, Trainer des Landesligisten HSG Verden-Aller, hat sich mit seinem Team gegen die Austragung der Partie gegen SVGO Bremen ausgesprochen. „Das kam aber von beiden Seiten. Und es macht doch auch keinen Sinn, dass die eine Mannschaft von dem einen Risikogebiet ins andere fährt.“ Ähnlich beurteilt auch Florian Schacht vom Ligarivalen SG Achim/Baden II die Situation und geht sogar noch einen großen Schritt weiter. „Natürlich spielen wir alle gerne Handball. Doch letztlich ist es auch nur ein Hobby. Darüber hinaus haben wir alle auch eine Verantwortung gegenüber unserem Umfeld. Schließlich kommen wir ja nicht nur mit Handballern zusammen, sondern müssen beispielsweise auch zur Arbeit. Daher gucken wir jetzt mal von Woche zu Woche. Obwohl ich der Meinung bin, dass es in den nächsten Wochen wenig Sinn macht zu spielen. Daher hätte ich mir schon eine andere Entscheidung des Verbandes gewünscht. Denn der macht es sich meiner Meinung nach damit ziemlich einfach!“

Dazu ein Kommentar

HVN-Entscheidung:

Verantwortung abgegeben

Die Corona-Fallzahlen – sie schießen aktuell jeden Tag aufs Neue in ungeahnte Höhen. Das hat zur Folge, dass immer mehr Landkreise zu Risikogebieten erklärt werden. Eine Tatsache, die auch dem Handball-Verband Niedersachsen nicht verborgen geblieben ist. Daher hat der Verband den Vereinen Mittwochabend mitgeteilt, dass ab sofort Spielverlegungen zugestimmt werden, wenn der Inzidenzwert von 35 überschritten wird.

Der Beschluss ist auf jeden Fall richtig. Das unterstreicht allein die Absagenflut an diesem Wochenende. Denn die Angst vor einer Infektion ist doch allgegenwärtig. Fraglich ist jedoch, warum der Verband die Vereine darüber entscheiden lässt, ob sie denn spielen wollen oder nicht. Normalerweise müsste es doch so sein, dass der HVN eine klare Linie fährt und sich somit seiner Verantwortung stellt. Dass er diese nun aber explizit auf die Verantwortlichen der Vereine abwälzt – das ist in jedem Fall der einfachere Weg. Zumal das sicher auch nicht zu einer einheitlichen Regelung führt, sondern die ganze Saison dann irgendwann einem großen Flickenteppich gleicht. Ohnehin ist nur schwer nachzuvollziehen, warum es keine generelle Absage des Verbandes ab einem Inzidenzwert von über 50 gibt.

Der HVN will die Saison natürlich gerne zu Ende spielen. Verständlich. Aber die Corona-Fallzahlen sprechen aktuell eine ganz andere Sprache. Dass sich daran in Kürze etwas ändert – äußerst unwahrscheinlich. Daher ist eher davon auszugehen, dass die Absagenflut anhält. Denn dass die Vereine an ihrer Haltung etwas ändern, ist nur schwer vorstellbar. Schließlich geht es letztlich nur um ein Hobby. Und das steht definitiv in keinem Verhältnis zur Verantwortung der beteiligten Personen gegenüber dem persönlichen Umfeld und dem jeweiligen Arbeitgeber.

Von Kai Caspers

Auch skeptisch: Daverdens Ingo Ehlers.
Das Corona-Virus hat den Handball fest im Griff: An diesem Wochenende wird kaum gespielt.

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