Nach Rot gegen Geisler ist Ottersberg dem Sieg im Wümme-Derby näher als der Rotenburger SV

Edson verpasst die Krönung – 1:1

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Da lang: Referee Bastian Mertel weist Kapitän Andre Geisler den Weg, nachdem dieser Rot sah.

Ottersberg - Von Matthias Freese. Das Wümme-Derby enttäuschte alle – Spieler, Trainer und auch die knapp 150 Zuschauer. Eine Halbzeit lang musste der gastgebende TSV Ottersberg aufgrund einer Roten Karte gegen seinen Kapitän Andre Geisler in Unterzahl gegen den Rotenburger SV antreten – und war dem Dreier in der Fußball-Landesliga doch viel näher als der große Nachbar aus der Kreisstadt. „Wir hätten den Sieg verdient gehabt“, haderte Ottersbergs Coach Torsten Just.

Die Sonne stand tief auf dem Ottersberger Sportplatz – so tief, dass die Rotenburger Auswechselspieler Trikot, Trainingsjacke und eine Decke als Sichtschutz vom Dach der Ersatzbank hängen ließen. Nach dem Spiel zog aber selbst Coach Jan Fitschen die schützende Hand weg. „So haben wir oben nichts zu suchen. Die Jungs machen aus ihren Möglichkeiten zu wenig. Wir haben arge Probleme im Positionsspiel. Letztlich war es Glück, überhaupt einen Punkt mitgenommen zu haben“, gestand er.

In der Tat war vor allem der Auftritt des RSV beim nun schon vierten Remis der Saison eine einzige Katastrophe. Chancen erspielten sich die Gäste so gut wie keine. Dafür konterte Ottersberg nach einer schlecht getretenen Ecke von Timo Kanigowski. Außernverteidiger Andy Kiel stellte sich noch ungeschickter gegen Edson an und gestattete dem Brasilianer damit das 1:0 (15.). Per Heber hätte der Stürmer auch erhöhen können (22.), ehe Referee Bastian Mertel (SV Wittstedt) in den Mittelpunkt rückte. Als Keeper Tim Eggert den auf ihn zustürmenden Rotenburger Patrick Brillowski vor seinem Strafraum von den Beinen holte, ließ der Unparteiische noch Milde walten und zeigte nur Gelb (33.). Die harte, aber vertretbare Linie zog er vor der Pause durch. Da stoppte Geisler den durchgebrochenen Atilla Iscan ebenfalls vor dem Sechzehner – Rot (45.). „Ich blocke ihn nur und hatte auch noch einen Nebenmann“, rechtfertigte sich der Innenverteidiger und stöhnte: „Ich habe in meinem ganzen Leben erst eine Rote Karte gesehen – und nun zwei Platzverweise in den jüngsten vier Spielen.“

Zwischendrin hatte der RSV übrigens ausgeglichen – ausgerechnet durch den Ex-Ottersberger Patrick Peter, der zeigte, dass er es nicht nur mit links kann, sondern auch rechts einen satten Schuss besitzt (40.). Torsten Just hatte erst kurz zuvor Peters’ Gegenspieler Walter Schmidt gelb-rot-gefährdet durch Marcel Gaytan Manriquez ersetzt.

Was der Tabellensiebte jedoch in Überzahl gegen das Kellerkind produzierte, war kläglich. Die dickeren Chancen besaß stattdessen Ottersberg durch seine einzige Spitze Edson, der von der Abwehr nie in den Griff zu bekommen war – oder sogar noch die Bälle vorgelegt bekam. Die Innenverteidiger Jannis Niestädt und Christoph Drewes wussten sich nicht anders zu helfen, als den Brasilianer umzureißen – mit Gelb waren sie noch gut bedient (81./90.+1) In höchster Not klärte auch Tim Ebersbach für den patzenden Drewes (80.), einen Edson-Freistoß in der Nachspielzeit ließ Torwart Henner Lohmann zudem abprallen, doch Marcel Gaytan Manriquez wusste mit dem Nachschuss nichts anzufangen (90.+3). „Wir waren die Mannschaft mit den klareren Chancen – da ist es für die Jungs ein bisschen traurig, denn sie haben sich kämpferisch super präsentiert“, ärgerte sich Just.

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