Moerser Mentalitätsmonster

Bild mit Symbolcharakter: Ole Seuberlich hämmert die Kugel übers Netz, wo aber der Moerser Block letztlich den Punkt macht. Fotos (4): von Staden

Knallhart wurden am Sonntag Badens Zweitliga-Volleyballern im Heimspiel gegen den Moerser SC die Grenzen aufgezeigt. So siegte der einstige Deutsche Meister und Europapokalsieger deutlich und hochverdient mit 3:0 – und brauchte dafür nicht einmal 90 Minuten.

Fast konsterniert saßen nach dem Matchball die Badener Akteure am Spielfeldrand, mussten erst einmal verarbeiten, was da in den drei Sätzen (20:25, 13:25, 20:25) im wahrsten Sinne des Wortes auf sie eingedonnert war. Denn letztlich war es eine Lehrstunde, eine Demonstration dessen, wie man mit einer klaren Taktik und mit einer Monstermentalität Spiele nicht nur gewinnen, sondern einen Gegner auch völlig zermürben kann. „Ja“, gestand dann später Badens Außenangreifer Ole Sagajewski ein, „die hatten die Mentalität, wir hatten sie nicht. Da muss man ganz ehrlich sein . . . Moers hat uns abgeschlachtet!“ Und das in jeglicher Form. Denn auf alles, was die Hausherren auch versuchten, wussten die Moerser fast immer eine Antwort. „Wir hatten einen festen Matchplan – und der ist absolut aufgegangen. Wir haben den Gegner, der nun wahrlich nicht zu unseren liebsten nach den beiden Niederlagen in der Vorsaison zählt, genau analysiert und am Ende dann auch fast alles richtig gemacht. Unsere Blocks waren sehr gut, wir haben die Schwachstellen des Gegners konsequent ausgenutzt“, konstatierte nach Spielschluss Hendrik Rieskamp, Coach des Moerser SC.

Dabei schien es so, als hätte dieses Spiel ein exaktes Drehbuch gehabt, das nur die Gäste zuvor schon hatten lesen dürfen. Denn egal, welche Finte sich die Badener auch ausgedacht hatten, zu 99 Prozent stand ihnen am Ende ein Doppelblock gegenüber, der enorm häufig den Punkt brachte, während die Abwehraktionen der Hausherren meistens hauchzart im Aus landeten. So sammelten die Rheinländer schnell Punkt für Punkt und berauschten sich an diesen in solch Überschwang, dass ihre Brust dadurch immer breiter zu werden schien. „Bei uns indes konnte ich das nicht entdecken. Uns hat der Teamgeist gefehlt. Es herrschte eine komische Atmosphäre auf dem Feld. Irgendwie war das von Beginn an nicht unser Spiel“, standen da später Badens Trainer Fabio Bartolone doch einige Fragezeichen auf die Stirn geschrieben.

War der erste Satz in dieser Partie noch einigermaßen ausgeglichen, so wollte im zweiten Durchgang nur noch ganz wenig klappen. Schnell hieß es 3:8 und 10:15. Der Drops war zu diesem Zeitpunkt schon gelutscht, zumal jeder Badener zu merken schien, dass gegen diesen Gegner dieses Mal kein Kraut gewachsen war. Zwar bäumten sich die Kreisverdener in Abschnitt drei noch ein letztes Mal auf, führten schnell mit 4:0, doch war das nur ein Strohfeuer, das sehr schnell wieder erlosch. Binnen vier Minuten drehten die Moerser wieder das Ergebnis, führten mit 6:5 – das Ende nahte dann recht schnell.

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