24-jährige Südafrikanerin Alexa Stais will zu den Olympischen Spielen

Mit Leidenschaft zum Erfolg

Alexa Stais hat mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen ein großes Ziel vor Augen. Archivfoto: Wächter
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Alexa Stais hat mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen ein großes Ziel vor Augen. Archivfoto: Wächter

Morsum – Die 24-jährige Südafrikanerin Alexa Stais, die inzwischen schon seit fast fünf Jahren für den Ausbildungsstall von Hilmar Meyer (Morsum) reitet, hat ein großes Ziel vor Augen: Sie möchte bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio für ihr Heimatland Südafrika dabei sein. Wäre die Corona-Pandemie nicht dazwischen gekommen, hätte es schon in diesem Jahr mit Olympia geklappt. Jetzt muss abgewartet werden, ob ihre Form und die ihrer Pferde auch im kommenden Jahr für die Teilnahme an den Olympischen Spielen ausreicht.

Schon als Zehnjährige war die junge selbstbewusste Frau das erste Mal in Deutschland und bei den Weltreiterspielen in Aachen am Start. Es folgten die Weltmeisterschaften in Kentucky und in der französischen Normandie, allerdings damals nicht im Springreiten, sondern im Voltigieren. Als Springreiterin war sie in Aachen noch nicht dabei. „Vom fünften bis zu meinem 18. Lebensjahr habe ich Springen geritten, aber auch voltigiert. Es war beides sehr zeitintensiv, hat viel Spaß gemacht, doch irgendwann musste ich mich für eine Richtung entscheiden. Ich habe beim Voltigieren immer viel Spaß gehabt, aber das Springreiten war einfach meine größere Leidenschaft“, erklärt sie. Um im Springsport Fuß zu fassen und weiter zu lernen, kehrte die Südafrikanerin ihrer Heimat vor fünf Jahren den Rücken und heuerte über Umwege am Stall von Hilmar Meyer in Morsum an. Umwege deshalb, weil sie zunächst von Hilmar Meyer für drei Monate beim Springreiterkollegen Jörn Ottens in Stotel „geparkt“ wurde. „Ich wollte schon immer nach Deutschland. Der Reitsport ist hier viel größer als in Südafrika und man ist näher dran an den großen Turnieren“, betont die sympathische junge Frau. Mit 15 Jahren hatte sie ihren heutigen Erfolgstrainer Hilmar Meyer beim Kauf eines Pferdes in Südafrika kennengelernt und gleich klar gemacht, nach ihrem Schulabschluss bei ihm als Bereiterin einsteigen zu dürfen. Das war der Start einer Erfolgsgeschichte, auch wenn sie zu Beginn ihrer Karriere in Deutschland erst einmal kleinere Brötchen backen musste. Stilspringen und Springpferdeprüfungen waren in der ersten Zeit ihre Betätigungsfelder. „Ich hatte nie gedacht, dass sich alles so schnell entwickeln würde“, gibt Alexa Stais heute unumwunden zu. Denn mittlerweile besitzt sie dank ihrer weit mehr als 50 Siege in schweren Springprüfungen das Goldene Reitabzeichen. Einer ihrer größten Erfolge waren vor zwei Jahren zwei Nullrunden im Nationenpreis im norwegischen Drummen. Aber auch Siege in einigen „Großen Preisen“ bei internationalen Turnieren stehen in ihrer jüngeren Erfolgsbilanz. „Man ist aber nur so gut wie die Pferde, die einem zur Verfügung stehen“, gibt sie zu. Und da ist sie zur Zeit sehr gut beritten. Für Trainer Hilmar Meyer ist diese Entwicklung jedoch nicht ganz so verwunderlich, wie für die Reiterin selbst. „Sie ist einfach ein Naturtalent. In der Dressurarbeit im Training konnte ich ihr vielleicht noch etwas beibringen, doch ihr Distanzgefühl im Parcours ist einfach ein von Gott gegebenes Talent. Das kann man nicht antrainieren“, lobt der 56-Jährige seinen Schützling. „Wie sie sich zudem auf die unterschiedlichen Pferde einstellen kann, ist im positiven Sinne nicht normal.“ Am besten harmoniert die Südafrikanerin mit ihrer inzwischen 13-jährigen Holsteiner Stute Bjerglunds Cuba, aber auch mit Quintato, Steenken und Geronimo, um nur einige Pferde zu nennen, versteht sie sich glänzend. Der Reitsport wird im Hause Stais groß geschrieben. Zu Hause in Südafrika hat Alexa Stais das Reiten gemeinsam mit ihrer älteren Schwester auf dem Rücken eines Ponys gelernt. Auch ihre Eltern genossen immer die Ausritte hoch zu Ross in der Natur. Doch während es für alle anderen ein Hobby ist, geht Alexa Stais auf Erfolgsjagd. Und abseits der Reiterei hat sie noch ein weiteres großes Ziel: „Ich hoffe, dass ich bald für immer hier in Deutschland bleiben darf.“ Im Moment hat sie nur ein Sportvisum, das jeweils für zwei Jahre gilt. Aber bald hofft sie grünes Licht zu bekommen, um dann ohne Auflagen immer in Deutschland bleiben zu können. „Ich hoffe, dass „Alex“ noch möglichst lange Zeit bei mir bleibt. Das passt ganz einfach“, sagt Hilmar Meyer.

Von Jürgen Honebein

Die Karriere von Alexa Stais, hier auf Quintato, ging in vergangenen Jahren nur in eine Richtung – steil bergauf. Archivfoto: Wächter

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