Nach Pause mit Landestitel im Freiwasser zurück

Mieke Strobach schwimmt sich frei

Feierten erfolgreiche Comebacks: Mieke Strobach, die Landesmeisterin wurde, und Vater Joachim.

Achim - Mieke Strobach meldet sich eindrucksvoll zurück. Nach zweijähriger Pause vom Triathlon, in der sie wegen Problemen auch nur vereinzelt Schwimmwettkämpfe bestreiten konnte, wurde die Achimerin in Landesbergen bei Nienburg nun Landesmeisterin der Juniorinnen im Freiwasser-Schwimmen.

Vater Joachim gewann indes im Anschluss an eine 24-monatige Triathlon-Abstinenz, die er aufgrund einer Arthrose im Knie einlegen musste, beim Schwarmer Familientriathlon souverän seine Altersklasse AK 55.

Die 17-jährige Mieke Strobach war vor zwei Jahren noch erfolgreichste Triathletin ihrer Altersklasse in Niedersachsen gewesen. Sie konnte mit diesem Druck, immer weiter die Beste zu sein, nicht umgehen. „Die psychische Belastung war so groß, dass sie bei jedem Wettkampf Bauchschmerzen bekam. Einige Male musste sie sogar aufgeben. Das steigerte sich immer weiter, sie bekam auch im Training die Schmerzen. Alle ärztlichen Untersuchungen liefen ins Leere,“ berichtet Vater Joachim.

Mieke gab den Triathlon auf, blieb jedoch dem Schwimmen treu und trainierte weiter beim TSV Achim. Aber bei Wettkämpfen über die kürzeren Distanzen kamen die Probleme immer wieder. Sie entwickelte sie dort kaum weiter. „Bei den langen Strecken geht man nicht gleich direkt ans Limit, sondern muss sich die Kräfte gut einteilen. Das liegt Mieke viel mehr,“ stellte Joachim Strobach fest.

Neue Motivation im Freiwasser

Er motivierte seine Tochter für das Freiwasser-Schwimmen. Denn das Duo hatte immer gerne im See trainiert. Vater Joachim schrieb Mieke einen Trainingsplan für die Landesmeisterschaften im Freiwasser-Schwimmen über die 2,5 km. Die 17-Jährige trainierte nun sehr selbstständig die langen Strecken.

In Landesbergen musste Mieke als einzige Starterin aus dem Kreis Verden in einem Naturfreibad 2,5 km auf einem eckigen Rundkurs über 6x417 m absolvieren. Das Wetter war bescheiden bei 15 Grad Luft- und 20 Grad Wassertemperatur, dabei wehte auch noch ein starker böiger Wind. Es durfte nicht mit Neopren geschwommen werden, so rieben sich viele Aktive zum Schutz vor der Kälte mit Vaseline ein.

Beim Start mit über 40 Schwimmerinnen aller Altersklassen gab es ein Getümmel, weil schon nach 50 m eine Boje umschwommen

Vater Joachim gewinnt bei Triathlon-Comeback

werden musste. Mieke Strobach wurde nach außen gedrängt. Dann auf der langen Geraden kamen die Wellen vom starken Wind entgegen. Nach der ersten Runde fand sich Mieke an elfter Stelle wieder, machte jedoch Runde um Runde dank kluger Einteilung Plätze gut. In der letzten Runde schwamm sie in einer Vierer-Gruppe, hatte aber nicht realisiert, dass es die letzte war – so blieb sie verhalten, während die Konkurrentinnen das Tempo zum Ziel anzogen. 

Dabei gingen noch drei Plätze verloren, Mieke wurde gute Achte des gesamten Feldes in 38:20,84 Minuten. Zur Überraschung war das der Landestitel bei den Juniorinnen (Jahrgang 1998 bis 2000), dort gehört Mieke noch zu den Jüngsten. Der Vater freute sich: „Sie hatte auch endlich mal wieder Spaß am Wettkampf und würde gerne weitere Freiwasser-Wettkämpfe bestreiten.“

Joachim Strobach selbst feierte beim Familientriathlon in Schwarme ein glänzendes Comeback und gewann die AK 55 mit acht Minuten Vorsprung. „Ich kann nach einer Ernährungsumstellung seit ein paar Monaten wieder schmerzfrei laufen“ freute er sich: „Als ich merkte, dass ich alle Disziplinen schmerzfrei durchführen kann, hatte ich dann vor zwei Monaten wieder mit dem Triathlontraining anfangen. Davor bin ich nur noch geschwommen.“ 

Schwimmen und Radfahren funktionierte gut

In Schwarme mussten 480 m im Freibad geschwommen, 20 km auf vier Runden verteilt Rad gefahren und 5 km gelaufen werden. Strobach hatte gute 7:53 Minuten beim Schwimmen vorgelegt. Auf dem Rad lief es auch prima – trotz des böigen Windes. „An manchen Stellen, wo der Wind von der Seite kam, konnte ich nicht auf dem Aerolenker stützend fahren, weil ich das Rad total fest halten musste, um nicht abzudriften“ stöhnte Strobach. Eine gute Zeit von 36:33 Minuten inklusive Umziehen verlieh jedoch Mut.

Beim Laufen wirkte sich indes das fehlende Ausdauertraining aus. Runde um Runde wurde er langsamer und die Beine schwerer: „Zum Schluss war es schon eine Quälerei. 24:02 Minuten waren noch nicht berauschend. Aber ich bin froh, dass ich sonst gut durch gekommen bin, sodass ich weiter planen und mich verbessern kann.“ Mit einer Gesamtzeit von 1:08:28 Stunden wurde Strobach 14. im Gesamtfeld von rund 80 Startern.

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