Thedinghauserin kehrt mit Bronze zurück

Michaels-Beerbaum – eine Achterbahnfahrt der Gefühle

+
Hatten Meredith Michaels-Beerbaum und Fibonacci mit einer starken Leistung noch großen Anteil am Gewinn der olympischen Bronzemedaille mit der Mannschaft, lief es für das Duo im Einzelwettbewerb alles andere als rund. 

Thedinghausen - Von Ingo Wächter. Zusammengefasst muss sich die Reise nach Rio zu den Olympischen Spielen für Meredith Michaels-Beerbaum aus Thedinghausen wie eine Achterbahnfahrt angefühlt haben. Schließlich war sie mit ihrem Wallach Fibonacci „nur“ als Reservepaar angereist, ehe die Weltklassereiterin doch noch unverhofft zum Einsatz kam.

Verantwortlich dafür war das plötzliche Aus für Teamkollege Markus Ehning, dessen Westfälischer Landbeschäler Cornado NRW hatte sich beim Training vertreten und war anschließend nicht fit. Damit waren Michaels-Beerbaum und Fibonacci nach der Entscheidung vor dem ersten Qualifikationsspringen doch noch überraschend gefordert. Fortan leisteten die beiden ihren Anteil an der Mannschaftsleistung mit mehreren Nullrunden in den schweren Springen. Im zweiten Teil des Nationenpreises kamen ein Abwurf und ein Zeitfehler hinzu. Anschließend ging aber der Springsport-Krimi von Rio um die Bronze-Medaille los.

Ihr Schwager Ludger Beerbaum brachte die Equipe durch einen bravourösen Ritt in das Stechen mit der kanadischen Mannschaft. Im Stechen leisteten Michaels-Beerbaum und „Nacco“ erneut mit einer Nullrunde einen großen Anteil am Gewinn der Mannschafts-Bronzemedaille. Und Edelmetall bei Olympia fehlte der sympathischen Reiterin aus Thedinghausen noch in ihrer beachtlichen Trophäensammlung. Die Freude war groß – man sah überglückliche deutsche Springreiter auf den vielen Bildern aus Rio.

Mit dieser Leistung hatte „MMB“ auch die Startberechtigung um die Einzelmedaillen erreicht. Dabei waren die besten 35 Springreiter am Start, wobei jede Nation maximal drei Paare stellen durfte. Für Deutschland gingen außer Meredith Michaels-Beerbaum noch Christan Ahlmann und Daniel Deusser in diese letzte Runde der olympischen Reitwettbewerbe in Deodoro, im Norden von Rio. Den Anfang machte Michaels-Beerbaum mit Fibonacci.

Allerdings wurde es nur ein sehr kurzer Auftritt des Duos, denn „MMB“ bekam keine passende Absprungdistanz zum ersten Sprung – einem Oxer – hin. Der sprunggewaltige Schimmel musste viel zu früh abspringen und hatte keine Chance über das Hindernis zu kommen. Durch diesen fatalen Reiterfehler wurde der Oxer komplett zerlegt. Glücklicherwiese hielt sich die Reiterin aus Thedinghausen im Sattel und Fibonacci bekam keine der umherfliegenden Stangen zwischen die Beine. Das Paar machte noch einen Vertrauenssprung im Parcours, dann beendete Meredith Michaels-Beerbaum den Durchgang und gab zur Schonung des Pferdes auf. Das bedeutete für sie das frühe Aus im Kampf um die Einzelmedaillen. Beiden ist bei dieser Aktion nichts passiert und auch Fibonacci ist laut der Reiterin fit.

Letztlich fährt die als Reservereiterin gestartete Meredith Michaels-Beerbaum mit Mannschafts-Bronze im Gepäck nach Hause, zurück ins heimische Thedinghausen. Auch für die anderen beiden deutschen Reiter blieb es bei diesem Endergebnis, denn sie hatten jeweils einen Abwurf im letzten Springen und kamen nicht ins abschließende Stechen, das der 58-jährige Brite Nick Skelton mit einer tollen Leistung für sich entscheiden konnte.

Terror in Istanbul: Die meisten Opfer sind Polizisten

Terror in Istanbul: Die meisten Opfer sind Polizisten

Bereits sieben Tote nach Zug-Inferno in Bulgarien

Bereits sieben Tote nach Zug-Inferno in Bulgarien

Bayern nach Leipzig-Patzer wieder vorn

Bayern nach Leipzig-Patzer wieder vorn

Riesenjubel in Grün-Weiß

Riesenjubel in Grün-Weiß

Meistgelesene Artikel

SG – Naumann übernimmt

SG – Naumann übernimmt

Das Aus: SG und Aevermann trennen sich

Das Aus: SG und Aevermann trennen sich

Kato Tavan – jetzt wird er ein Verdener

Kato Tavan – jetzt wird er ein Verdener

Muzzicato: „Natürlich muss auch ich mich hinterfragen“

Muzzicato: „Natürlich muss auch ich mich hinterfragen“

Kommentare