Meredith Michaels-Beerbaum startet „Winter Equestrian Festival“ erfolgreich / Deutsches Derby als Meilenstein

„MMB“ legt in Florida ihre Spur nach Rio

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In Wellington geehrt: Meredith Michaels-Beerbaum (2.v.r.) war schon 2015 die beste Grand Prix Springreiterin der Turnierserie.

Thedinghausen - Von Ingo Wächter. Einen Top-Start ins Olympia-Jahr legte Meredith Michaels-Beerbaum in Florida hin. In hoch dotierten Springen der schweren Klasse (Drei- bis Fünf-Sterne-Springen) war die 46-jährige Thedinghauserin zuletzt einmal Erste, Zweite und Dritte mit Unbelievable sowie jeweils Zweite mit Fibonacci und Comanche.

Wie in den vergangenen Jahren beginnt die für den RV Aller-Weser reitende Amazone die Saison zusammen mit ihrem Mann Markus, Tochter Briane und den Springpferden im Süden der amerikanischen Ostküste. Erst 2015 hatte sie dort zum Ende der Turnierserie die Ehrung als erfolgreichste Grand Prix Reiterin erhalten.

Im Pferde- und Reiterparadies Wellington – eine Autostunde nördlich von Miami gelegen – trifft sich alljährlich die nordamerikanische Reiterelite, ergänzt durch ein paar europäische und südamerikanische Reiter. Während in Europa die großen Hallenturniere stattfinden, steigt dort das dreimonatige „Winter Equestrian Festival“. Mit dabei sind die Reiter aus Thedinghausen. Wobei die Aufgaben beim Ehepaar Beerbaum klar verteilt sind: Markus, gleichzeitig der Trainer seiner Ehefrau, reitet hauptsächlich die jungen Pferde, die in der Obhut der Beerbaums sind.

Die Top-Pferde für die großen Aufgaben – geritten von Meredith Michaels-Beerbaum – sind Fibonacci, Comanche (zehn Jahre, OLD Springpferd von Coupe de Coeur x Baloubet du Rouet) und Unbelievable (15, Niederländisches Warmblut von Manhattan x Democraat). Das elfjährige schwedische Warmblut Fibonacci (von For Feeling x Corland) wurde über die vergangenen Jahre sorgsam an die

Mit Fibonacci sind die

Chancen am größten

ganz großen Aufgaben herangeführt, hat mittlerweile viel Erfahrung und schon ein paar hochklassige Erfolge auf seiner Liste. Das sind erste und weitere vordere Plätze in der höchsten Kategorie der schweren Klasse, nämlich 5-Sterne-Springen – dieser Schwierigkeitsgrad wird bei großen Championaten wie Welt-, Europameisterschaften und Olympia abgefragt. Bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen gehörte das Paar mit zum deutschen Silber-Team und belegte als zweitbestes deutsches Paar in der Einzelwertung Platz acht, knapp hinter Christian Ahlmann (Marl). Schon da gehörten Meredith Michaels-Beerbaum und der sprunggewaltige schwedische Schimmelwallach zur ersten Wahl von Bundestrainer Otto Becker.

Auch im internationalen Ranking machte dieses Paar 2015 einen gewaltigen Satz nach vorne. In der Wertung „Jumping Combination“ kamen sie von Platz 549 auf Eang neun. Unter den ersten 20 Weltklassepaaren findet man dort nur noch zwei weitere deutsche: Platz sechs belegt Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit der Holsteiner Stute Chiara und Hans-Dieter „Hansi“ Dreher (Eimeldingen) liegt mit dem Hannoveraner Hengst Embassy II auf dem 13. Rang. Auch diese beiden Paare gehören, genauso wie Meredith Michaels Beerbaum dem deutschen A-Kader der Springreiter an. Die begehrten vier Olympia-Tickets werden vom Bundestrainer Otto Becker und Heinrich-Hermann Engemann (Disziplintrainer) unter den

Zehn A-Kader-Reiter

wollen Olympia-Ticket

zehn Springreitern dieses A-Kaders vergeben. Die Springreiter tragen ihre Wettbewerbe vom 14. bis 19. August im Nordwesten Rios im Stadtteil Deodoro aus. Wird die Thedinghauserin dabei sein? Für diese Frage ist es vielleicht noch zu früh – aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch.

Man darf gespannt sein, wie sich Meredith Michaels-Beerbaum und die anderen deutschen Paare bis zu den Entscheidungen weiter schlagen. Das „Winter Equestrian Festival“ dauert noch bis Anfang April. Auf dem „Weg nach Rio“ liegt dann also auch Hamburg-Klein Flottbek, das Deutsche Spring- und Dressur-Derby vom 5. bis 8. Mai – für die hiesigen Reitfans quasi um die Ecke und traditionell mit einer international absolut hochrangigen Besetzung, die mit Sicherheit einige Direktvergleiche von Olympiakandidaten ermöglicht. Ein Meilenstein also in Sachen Nominierung für die Olympischen Spiele.

Über die Chancen stand uns im Kurzinterview Ehemann und Trainer Markus Beerbaum zur verfügung.

Frage: Ihre Frau hat erneut in Wellington und auch davor große Erfolge eingefahren. Glückwunsch – es läuft gut zu Anfang dieses Olympiajahres. Was sind Ihre Gedanken zu Rio und einer eventuellen Teilnahme?

Markus Beerbaum: „Olympia ist sicher das große Ziel und ein Traum für jeden Sportler in diesem Jahr. Der vierte Platz von Hongkong 2012 tut meiner Frau noch ein bisschen weh. Ein olympische Medaille fehlt noch.“

Frage: Wie ist der Einsatz der Pferde geplant und welche Stationen sind nach Wellington für Ihre Frau und die Pferde wichtig, um sich für Olympia in Rio zu empfehlen?

Beerbaum: „Fibonacci wird noch zwei bis drei große Prüfungen gehen, er wird aber dosiert eingesetzt, da er sicher die erste Wahl sein wird. Comanche wird noch drei oder vier große Prüfungen gehen, um noch mehr Erfahrungen zu sammeln. Die Einsätze werden mit dem Bundestrainer abgesprochen. Im April wird es noch etwas lockerer zugehen. Und dann ist sicher Hamburg ein Prüfstein.“

Frage: Wie ist es mit Aachen, fallen da die Entscheidungen?

Beerbaum: „Aachen war immer für die deutschen Reiter entscheidend. Man wird aber sicher nicht bis zur letzten Minute sichten, sondern der Bundestrainer wird vielleicht schon vorher auf den einen oder anderen zugehen.“

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