Der etwas andere Spieler

Meisloh: Daverdener Handballer des Jahres

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Die Freude war schon extrem groß, als Daverdens Lajos Meisloh (rechts) von Sportredakteur Kai Caspers den verdienten Pokal für seine Wahl zum Handballer des Jahres im Landkreis Verden überreicht bekam.

Der Anruf aus der Sportredaktion der Verdener Aller Zeitung erwischte Lajos Meisloh komplett auf dem falschen Fuß. Denn als der 24-Jährige gefragt wurde, ob er die Aktion „Handballer des Jahres“ im Landkreis Verden kennen würde, dachte er zunächst, dass er als Trainer der Damen des TSV Intschede seine Stimme abgeben müsse. Erst, nachdem Meisloh aufgeklärt wurde, dass er die Wahl gewonnen hat, ließ er seiner Freude freien Lauf. „Wie geil ist das denn. Damit hätte ich ja nie gerechnet“, gab der erfolgreichste Torschütze des Verbandsliga-Aufsteigers TSV Daverden zu verstehen.

Daverden - Und auch mit etwas Abstand vermochte Meisloh sein Glück kaum zu fassen. „Das ist völlig unglaublich. Zumal ich eigentlich zu klein bin und auch noch auf der falschen Position spiele“, bezeichnet sich Daverdens Leistungsträger als keinen „normalen Handballer“. Als der 24-Jährige dann aber den verdienten Pokal in den Händen hielt, konnte er sich einen süffisanten Seitenhieb auf den Lokalrivalen aus Achim/Baden nicht verkneifen. „Da habe ich der SG aber mal schön die Plakette zerstört“, gab Meisloh mit einem Blick auf seine Vorgänger zu verstehen. Denn die kommen alle vom Flaggschiff aus dem Kreis Verden. Und nachdem der Daverdener den Pokal etwas näher in Augenschein genommen hatte, war für ihn eines klar. „Den kann ich jetzt dann ja für immer behalten. Schließlich ist da kein Platz mehr für einen weiteren Namen“, erklärte Meisloh mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Im gleichen Atemzug stellte der 24-Jährige aber gleich klar, dass er seine Wahl nicht in den Vordergrund stellen will: „Das ist definitiv ein Pokal für die gesamte Mannschaft!“

Dass die aktuelle Saison für Meisloh so gut gelaufen ist, liegt für ihn in erster Linie daran, „dass ich seit langer Zeit mal von Verletzungen verschont geblieben bin. Glücklicherweise galt das im Grunde genommen für die gesamte Mannschaft“, war das für den 213-fachen Torschützen einer der Erfolgsgaranten für den letztlich souveränen Titelgewinn. „Ich hätte nichts dagegen, wenn das auch so bleibt. Denn dann können wir auch in der Verbandsliga eine gute Rolle spielen. Zumal wir mit unserer jungen Truppe noch lange nicht am Ende der Entwicklung angekommen sind“, spielte für Meisloh aber auch Trainer Ingo Ehlers eine große Rolle. „Gerade in der Deckung haben wir uns extrem gesteigert. Dabei hat Ingo an der Grundformation gar nichts geändert. Und das wir Tore werfen können, haben wir mit 931 Treffern nachhaltig unter Beweis gestellt“, hat der 24-Jährige eine ähnliche Bilanz bis dato nicht gesehen.

War die Wahl im vergangenen Jahr noch recht knapp ausgefallen, gab es dieses Mal keine zwei Meinungen. Letztlich hatte Meisloh satte elf Punkte Vorsprung auf SG-Torhüter Arne von Seelen. Dabei hatten ihn mit Ingo Ehlers und Gerd Meyer nicht nur die beiden Daverdener Trainer ganz oben auf dem Zettel, sondern auch Verden-Allers Sascha Kunze und Oytens Jürgen Prütt. Alle waren sich einig, dass Meisloh ein großer Garant für den Titel gewesen ist. „Über 200 Tore sprechen für sich. Dabei hat er als Rechtshänder überwiegend im rechten Rückraum agiert. Außerdem hat Lajos immer Verantwortung übernommen“, begründete Kunze seine Entscheidung. „Sein explosiver Antritt und sein starkes Verhalten in den 1:1-Situationen sind schon richtig toll“, ergänzte Gerd Meyer. Und für Ingo Ehlers ist der 24-Jährige einfach ein guter Typ. Dabei konnte Daverdens Trainer auch darüber hinwegsehen, dass seinem Leistungsträger durch die kraftraubende Spielweise mitunter ein paar Körner in der Abwehrarbeit fehlen.

Nachdem Meisloh mit seiner Wahl die jahrelange Phalanx der SG Achim/Baden unterbrochen hatte, kam es auch beim zweiten Platz zu einem Novum. Denn dort landete erstmals nach langer Zeit mit Arne von Seelen wieder ein Torhüter. Für SG-Coach Tobias Naumann wäre „Seele“ sogar der Spieler der Saison gewesen. „Arne hat eine sehr konstante Saison gespielt und war immer ein sicherer Rückhalt. Damit hatte er einen großen Teil an der Leistung der Mannschaft“, lobte er seinen Keeper. Auch Ralf Wesemann hatte von Seelen ganz oben auf dem Zettel: „Arne war einer der wesentlichen Gründe für den Klassenerhalt.“ Mit Fabian Balke landete ein weiterer Spieler des Oberligisten aus Achim/Baden auf dem dritten Platz. Auch wenn der Kreisläufer nur unregelmäßig trainieren konnte, war er immer ein Aktivposten. „Vor allen Dingen in der Deckung war er bärenstark. Es war schon zu merken, wenn er mal gefehlt hat“, gab es ein Sonderlob von SG-Reservecoach Florian Schacht.

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