FC Verden 04 entlässt Trainer

Lindhorst muss vorzeitig gehen – Ex-Profi Frank Neubarth übernimmt

Am Dienstagabend wurde Frank Neubarth nicht nur der Mannschaft des Landesligisten FC Verden als neuer Trainer vorgestellt, sondern leitete auch schon die erste Einheit.

Verden - Von Kai Caspers. Als Sascha Lindhorst im Urlaub vom 2:2 gegen Tabellenführer MTV Eintracht Celle erfuhr, war die Welt für ihn noch in Ordnung. Denn der doch unerwartete Punktgewinn ließ seine Hoffnungen auf den Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga wachsen. Und die wird Lindhorst auch weiterhin haben. Dann allerdings nur noch als Zuschauer. Denn Ostermontag, am Tag seiner Rückkehr, erhielt der Trainer des FC Verden 04 mit sofortiger Wirkung seinen Laufpass. Und mit Frank Neubarth stand sein Nachfolger schon parat. Denn der langjährige Profi des SV Werder Bremen leitete bereits am Dienstagabend seine erste Trainingseinheit in Verden.

Und Lindhorst machte aus seinem Herzen dann auch keine Mördergrube. „Natürlich weiß ich um die aktuelle sportliche Situation. Schließlich haben wir seit der Winterpause ja nur zwei Punkte geholt. Dennoch war ich zuversichtlich, dass wir die Situation in den verbleibenden sieben Spielen noch gemeinsam meistern können“, erklärte der Langwedeler. Dass seine Position nicht mehr die gefestigte war – dessen war sich Lindhorst bewusst. Doch vom Zeitpunkt der Trennung zeigte er sich dann schon sehr überrascht. „Wenn das früher geschehen wäre, hätte ich es eher verstehen können. Daher bin ich nicht nur traurig. Nein, das tut schon richtig weh. Denn Verden war für mich nicht nur eine Station, sondern da steckte auch ganz viel Herzblut drin. Daher wäre ich auch der glücklichste Mensch, wenn die Mannschaft den Klassenerhalt noch schaffen sollte!“

Für Henning Breves, Verdens 2. Vorsitzender, war die Trennung von Lindhorst keine einfache Sache. „Schließlich bin ich mit Sascha befreundet. Aber die Ergebnisse haben nun mal für sich gesprochen. Und der Trainer ist leider immer das schwächste Glied, denn ich kann ja nicht die Spieler rausschmeißen“, erklärte Breves. Hinzu kam, dass der FC-Vorstand natürlich auch in die Mannschaft reingehört hatte und danach zu dem Entschluss kam, dass mit einem Wechsel auf der Trainerbank eventuell noch einmal neue Impulse gesetzt werden können. „Die Mannschaft steht damit jetzt in der Pflicht. Denn ein Alibi gibt es ab sofort nicht mehr“, gab es von Breves eine klare Ansage ans Team für das „Schicksalsspiel“ am kommenden Sonntag beim direkten Konkurrenten in Drochtersen.

Muss vorzeitig gehen: Sascha Lindhordt.

Dort steht dann bereits Nachfolger Frank Neubarth in der Verantwortung. Ob er in dieser kurzen Zeit sofort an den richtigen Stellschrauben drehen kann, gilt es abzuwarten. Zumal die letzte Tätigkeit als Trainer schon einige Jahre zurückliegt. Doch Breves ist davon überzeugt, dass der 56-Jährige allein aufgrund seiner Erfahrung einiges in Verden bewegen kann. Den Kontakt zum Ex-Profi hatte FC-Vorsitzender Andreas Höttler über Dieter Burdenski hergestellt. Wie lange das Engagement von Frank Neubarth in Verden dauert – Breves konnte es nicht genau sagen. Nur so viel: „Frank ist definitiv bis zum Saisonende unser Trainer. Was danach kommt, wird sich zeigen. Am wichtigsten ist jetzt, dass alle an einem Strang ziehen und der Klassenerhalt irgendwie noch geschafft wird. Und wer weiß. Sollte es in den oberen Ligen gut laufen, gibt es vielleicht ja nur drei Absteiger. Aber aktuell wollen wir uns nicht auf andere verlassen, sondern nach Möglichkeit noch aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen.“

Und sollte das den Verdenern bei aktuell sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer noch gelingen – die Enttäuschung und der Frust über seine vorzeitige Entlassung wäre vermutlich auch bei Sascha Lindhorst zumindest für einen Moment verflogen. Wie es künftig für den Langwedeler weiter geht, dazu konnte Lindhorst Dienstagabend verständlicherweise noch keine Auskünfte geben. „Das muss ich jetzt erst einmal sacken lassen. Denn wie schon gesagt: Der FC Verden war für mich nicht nur eine Station, sondern eine Herzensangelegenheit!“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Kovac mit Bayern Double-Sieger - Leipzig verliert Premiere

Kovac mit Bayern Double-Sieger - Leipzig verliert Premiere

Theater im Gymnasium am Wall

Theater im Gymnasium am Wall

Vissel-Freitag

Vissel-Freitag

Reckless Roses in Bassum-Osterbinde

Reckless Roses in Bassum-Osterbinde

Meistgelesene Artikel

Neubarth macht weiter: „Auf einer Linie“

Neubarth macht weiter: „Auf einer Linie“

Tjare Müller verstärkt den SVV Hülsen

Tjare Müller verstärkt den SVV Hülsen

TSV Ottersberg baut auf Sachlichkeit

TSV Ottersberg baut auf Sachlichkeit

Yalcin kiebitzt beim Bassener Training

Yalcin kiebitzt beim Bassener Training

Kommentare