„Fall Hönisch“: Rieder Spartenleiter kontert empörten Schiedsrichterausschuss

Lindenberg: „Habe nie von einem Messer gesprochen“

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Rot mit Folgen: Auch nach dem Sportgerichtsurteil im „Fall Hönisch“ kehrt keine Ruhe ein.

Hönisch / Riede - Von Ulf von der Eltz. Auch nach dem Urteil des NFV-Sportgerichts im „Fall Hönisch“ kehrt keine Ruhe ein.

Gestern ging der Kreisschiedsrichterausschuss mit einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit – darin zeigen sich Hubert Neuhaus und Co. empört über das Sportgericht und erheben schwere Vorwürfe.

H. Neuhaus

Wie in dieser Zeitung am Montag berichtet, hatte das Sportgericht nach der Partie in der 2. Kreisklasse zwischen dem MTV Riede III und dem SV Hönisch II unter anderem einen Hönischer Spieler von den Anschuldigungen freigesprochen, den Schiedsrichter mit einem Messer bedroht zu haben. Begründung im Urteil: „Die Beweislage war sehr dürftig. Es war nicht einmal nachweisbar, dass es überhaupt ein Messer auf dem Sportplatz in Zusammenhang mit diesem Spiel gegeben hat.“ Ferner wurde das Match beim Stande von 4:1 für Riede als beendet gewertet, da die Beweisaufnahme keine Absicht für einen Spielabbruch ergeben habe.

Den Kreisschiedsrichterausschuss brachte nun auf die Palme, dass  aus seiner Sicht erhebliche Versäumnisse seitens des Sportgerichts vorliegen und es nicht dem Ergebnis der Beweisaufnahme entspricht. Der schwerste Vorwurf beinhaltet, dass der Unparteiische nicht für glaubhaft gehalten worden wäre, und einer Zeugin, die das Messer erkannt und detailliert beschrieben habe, nicht geglaubt worden wäre. Dabei hat die Zeugin, Mutter des 17-jährigen Referees, mittlerweile eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, die der Redaktion vorliegt. Darin erklärt sie nochmals: „Bei einer Unterbrechung des hektischen Spiels hörte ich Herrn Lindenberg rufen ,Ein Messer, der hat ein Messer!’ Ich drehte mich um und sah einen Spieler des SV Hönisch im Trikot auf den Platz zugehen. In seiner Hand sah ich deutlich ein Messer.“

Erwähnter Frank Lindenberg, Spartenleiter des MTV Riede, konterte gestern auf Nachfrage: „Ich habe nie von einem Messer gesprochen, sondern nur von einem Gegenstand. Das habe ich nicht nur vorm Sportgericht so geschildert, sondern auch bei der Polizei. Dort musste ich aussagen, weil ja eine Anzeige gegen unbekannt vorliegt.“

F. Lindenberg

In der Urteilsbegründung schreibt das Sportgericht in einer Passage, die in der Pressemitteilung des NFV Kreisvorstands vom 5. Oktober nicht erwähnt wurde, dass die Mutter des Schiedsrichters als einzige Zeugin von einem Messer berichtet und selbst der Unparteiische das Messer nicht gesehen, sondern nur durch die Mitteilung der Mutter in seinem Bericht erwähnt habe. Der Schiedsrichter auf Nachfrage unserer Zeitung: „Ich habe in der Verhandlung klar gesagt, dass ich das Messer gesehen habe.“ Für seinen Boss Neuhaus eine Ungeheuerlichkeit des Sportgerichts: „Mir muss mal jemand erklären, warum beiden nicht geglaubt wurde.“

Auf der Zunge zergehen ließ sich Neuhaus folgende Aussage vom Sportgericht: „Selbst wenn die Mitglieder davon ausgehen, dass ein Messer tatsächlich im Spiel war, hat sich nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme eine Bedrohungshandlung gegenüber dem SR nicht mit einer für die Verurteilung hinreichender Sicherheit verwirklicht.“ Der Schiri-Boss kopfschüttelnd: „Das heißt also, ich kann mit einem Messer wedeln und werde dafür nicht belangt?“

NFV-Vorsitzender Horst Lemmermann wollte sich zu diesen Vorwürfen auf Nachfrage nicht konkret äußern: „Erst einmal ist eine Presseerklärung des Schiedsrichterausschusses nicht mit mir abgestimmt, ich kenne sie überhaupt nicht. Der Ausschuss ist auch nicht berechtigt den NFV nach außen zu vertreten.“

Außerdem wolle der Kreisboss nicht in ein schwebendes Verfahren eingreifen – und das ist es nun wieder, weil der SV Hönisch laut Lemmermann in die Berufung vor das Bezirkssportgericht geht. Dort kann es für den Club wohl nur noch gegen die Sperre für einen weiteren Spieler bis einschließlich 22. November 2013 gehen, der wegen Spuckens in die Richtung des Schiedsrichters verurteilt worden war. Und gegen die Wertung des Spiels (4:1 für Riede III). Auch die stößt indes bitter bei KSO Neuhaus auf: „Im Bericht hat der Schiedsrichter eindeutig festgehalten, dass er abgebrochen hat. Warum das vom Sportgericht ignoriert wurde, ist mir schleierhaft.“ Der Unparteiische: „Den Abbruch habe ich deutlich auf dem Spielfeld verkündet.“

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