20-jährige Laura Hellwinkel lebt den Traum vom Goldenen Reitabzeichen

Das große Ziel vor Augen

Die 20-jährige Laura Hellwinkel zählt mit ihrer Stute Fürstin Gracia zu den aufstrebenden jungen Paaren in der Dressurszene und peilt das Goldene Reitabzeichen an.
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Die 20-jährige Laura Hellwinkel zählt mit ihrer Stute Fürstin Gracia zu den aufstrebenden jungen Paaren in der Dressurszene und peilt das Goldene Reitabzeichen an.

Die 20-jährige Laura Hellwinkel hat schon einige Siege auf ihrem Konto. Doch bis zu ihrem Traum, dem Goldenen Reitabzeichen, sind noch einige nötig. Aber dafür arbeitet die Barnstedterin hart.

Barnstedt – Es ist etwas, von dem alle leidenschaftlichen Turnierreiter und -reiterinnen träumen – es ist die Krone der Reiterei: Das Goldene Reitabzeichen. Laura Hellwinkel lebt diesen Traum. Bereits dreimal war sie jetzt schon siegreich in der höchsten Klasse des Turniersports. Um sich das Goldene Reitabzeichen verleihen lassen zu können, sind zehn Siege auf S-Niveau nötig.

Die 20-Jährige und ihre Stute Fürstin Gracia sind eines der aufstrebenden jungen Paare in der Dressurszene. Das Besondere: Laura Hellwinkel brachte die Stute selbst zu den Erfolgen auf diesem hohen Level, obwohl Fürstin, wie sie liebevoll genannt wird, als Problempferd zum Verkauf nach Barnstedt kam.

Fürstin Gracia galt eigentlich als Problempferd

Laura Hellwinkel bekam das Talent zum Reiten in die Wiege gelegt. Auch Mutter Heide Hellwinkel ist leidenschaftliche Dressurreiterin und gewann bereits dreimal die Landesmeisterschaften und bekam 1994 das Goldene Reitabzeichen verliehen. Mit der Unterstützung ihres Vaters schuf sie sich 1998 in Barnstedt ein kleines Paradies: Eine eigene Anlage mit großer Reithalle und Platz für bis zu 30 Pferden. Nach dem Tod des Vaters brach für Heide Hellwinkel eine Welt zusammen und das Konzept musste neu geschrieben werden. Zu diesem Zeitpunkt waren Laura und ihr Bruder Lukas noch sehr klein. „Ich wollte, dass meine Kinder selbst entscheiden, ob sie reiten wollen oder nicht. Wenn ja, bekommen sie meine volle Unterstützung. Für Laura war das keine Frage“, erinnert sie sich.

Fürstin Gracia und ich verstehen uns blind. Selbst wenn wir erneut in eine schwierige Situation geraten, kann ich das meist schon vorher spüren und dagegenwirken.

Laura Hellwinkel

Zuerst startete Laura Hellwinkel mit der Ponystute Flicka in der Führzügelklasse und in Reiterwettbewerben. Im Jahr 2008 bekam sie dann die Ponystute Rinala, die sie gemeinsam mit ihrer Mutter bis zur Klasse M ausbildete und bis zu diesem Level auch erfolgreich auf Turnieren vorstellte. Im Jahr 2019 begegnete die angehende Industriekauffrau ihrem jetzigen Erfolgspferd: Die heute 12-jährige Hannoveraner Fuchsstute Fürstin Gracia. Es sollte ein schicksalhaftes Aufeinandertreffen für beide werden. Eigentlich sollte die Stute nämlich nur zu den Hellwinkels gehen, um von dort verkauft zu werden, da sie beim Reiten und im Umgang nicht leicht zu Händeln war. Doch Laura fand allerdings gleich einen guten Draht zu Fürstin Gracia. Für die Barnstedterin war klar, dass sie die Stute nicht gehen lassen würde. Nach den ersten erfolgreichen Turnierstarts überzeugte sie ihre Eltern, das Pferd zu behalten. „Fürstin Gracia und ich verstehen uns blind. Selbst wenn wir erneut in eine schwierige Situation geraten, kann ich das meist schon vorher spüren und dagegenwirken“, erklärt Laura Hellwinkel die Beziehung zu ihrer Fürstin.

Das Talent die Wiege gelegt bekommen

Das Duo siegte bereits im vergangenen Jahr zweimal in der schweren Dressurklasse S*. Da aufgrund der Corona-Pandemie in dieser Saison vorerst nur Berufsreiter zu den Prüfungen zugelassen waren, durfte Laura Hellwinkel zunächst nicht starten und somit fing die Saison 2021 leicht verspätet für sie an. In Zeven gab es am 6. Juni dann den ersten Sieg auf S-Niveau in diesem Jahr. Dieser Wettbewerb war gleichzeitig auch eine Sichtung für die Landesmeisterschaften in Luhmühlen, wo Laura mit ihrem Sieg das Ticket zur Meisterschaft bekommen hat. Neben Fürstin Gracia stellt Laura Hellwinkel auch andere Pferde auf Turnieren vor. Da wäre zum Beispiel der Wallach Fidero, dessen Besitzer Laura das Pferd zur Verfügung gestellt haben und mehrmals die Woche den weiten Weg aus Hildesheim antreten, um nach Barnstedt zum Reiten zu kommen. Den Alltag zwischen Stall und Ausbildung meistert die junge Frau vor allem durch gutes Zeitmanagement. Nach der Arbeit geht es für sie direkt in den Stall, wo sie täglich zwei bis vier Pferde reitet. An den Wochenenden ist sie gemeinsam mit ihrer Mutter auf den Turnierplätzen im Umland unterwegs.

„Ich würde auch sehr gerne irgendwann das Goldene Reitabzeichen bekommen. Im Juli fahren wir nun ja erst einmal zur Landesmeisterschaft. Ich liebe am Reiten die Fortschritte selbst zu sehen und natürlich ist in der Dressur auch die Verbindung zum Pferd eine ganz besondere. Pferde sind ja keine Maschinen, die auf Knopfdruck funktionieren. Je besser man sich gegenseitig kennt, umso feiner und besser kann man letztlich auch einwirken“, erklärt Laura Hellwinkel die Gründe für ihre Hingabe zur Reiterei.

Von Kira Kaschek

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