TSV Etelsen zieht nach Spiel gegen den Bundesligisten aber positive Bilanz

Der HSV auf dem Land – überheblich und arrogant?

+
Hier kurz ein Autogramm, dort ein schnelles Foto – dann war Hamburgs Bundesliga-Trainer Thorsten Fink auch schon im Etelser Vereinsheim verschwunden. ·

Etelsen - Von Frank von Staden„Alles richtig gemacht“, wird sich der eingefleischte Fußball-Fan des Hamburger SV vorgestern gedacht haben, der nach dem Freundschaftsspiel des Bundesliga-Dinos am vergangenen Dienstag beim TSV Etelsen (2:0) ob der „Aufstellung der Namenlosen“ bei den Hanseaten und deren demonstrierten Unnahbarkeit noch enttäuscht gewesen war, dann aber wohlwollend das 3:3 am Sonntag zum Bundesliga-Saisonauftakt bei Schalke 04 vernommen haben dürfte.

Also alles verziehen und vergessen von dem, was viele der über 4000 Zuschauer am Dienstag noch so verärgert hatte?

Wohl nicht. Denn das gesamte Auftreten der Hamburger „C-Elf“ in Etelsen – auf Schalke standen mit Adler und Calhanoglu gerade einmal zwei Akteure in der Start-Elf, die auch am Schlosspark dabei waren – sah oft doch etwas überheblich und arrogant aus. Für fünf Minuten gab da Trainer Thorsten Fink beim Eintreffen Autogramme, dann verschwand er, fast genervt dreinblickend, wortlos im TSV-Vereinsheim. Kurz vor dem Anpfiff forderte der Trainerstab dann noch einmal das Wässern des Rasens – als ob das bei einem Sechstligisten wie in der Hamburger Imtech Arena auf Knopfdruck gehen würde! Weitere Autogrammwünsche wurden indes sehr bestimmt abgewiesen. In jeder Geste, jeder Mimik bei den Spielern und auch den Verantwortlichen glaubte man irgendwie erkennen zu können: Diese Partie passt nicht in die Planung des HSV. Was die Aussage von Etelsens Daniel Ballin zu bestätigen scheint: „Gut eine Woche vor der Partie wurde der Wunsch an uns herangetragen, das Spiel zu verlegen, da dem Trainerstab die Erholungsphase zwischen dem DFB-Pokalspiel beim Fünftligisten Schott Jena am Sonntag zuvor und unserem Freundschaftsspiel zu kurz war. Aber da konnten wir doch schon längst nicht mehr zurückrudern, war doch die Vorbereitung schon in der Abschlussphase!“

Und auch die Investitionen für diese Partie hatten schon beträchtliche Ausmaße angenommen. „Die liegen im hohen vierstelligen Bereich“, bestätigt da Ballin, Mitorganisator dieses Events, auf Nachfrage. Weitere Summen wollte er indes nicht kommentieren. So das kolportierte Antrittshonorar des HSV, das sich zwischen 30 000 und 40 000 Euro bewegen soll. Hinzu kamen gut 7000 Euro für die Zusatztribünen. Und auch Renovierungskosten für das Vereinsheim, „denn wir wollten unseren Gästen das Bestmögliche bieten, zu dem wir in der Lage waren“, sagt Ballin. Da wurde auch die Liste von Forderungen (einige trafen laut Ballin erst am Spieltag um 10.45 Uhr per Mail ein) noch schnell akribisch abgearbeitet, die der Bundesligist am Abend vorfinden wollte. Putengeschnetzeltes mit Reis nach der Partie gehörte da ebenso dazu wie eine Kuchenplatte, Rasenlänge, Sprengen des Rasens, Absperrungen – und, und, und.

Aber: Nur Aogo und Rudnevs (wurden auf Schalke eingewechselt) ließen sich nach dem Abpfiff noch für einen kurzen Moment im extra abgeschotteten Vereinsheim blicken, der Rest des HSV-Trosses begab sich umgehend in den Mannschaftsbus.

Fakt ist: der Hamburger SV hat im Werder-Land eine Riesenchance vertan, um sich in ein absolut positives Licht zu stellen. Was hätten die zahlreichen Fans doch mit der Zunge geschnalzt, wenn ein Rafael van der Vaart, ein Heiko Westermann oder auch ein Dennis Diekmeier nur am Spielfeldrand gestanden und Autogramme geschrieben hätten. Spielen wäre beileibe kein Muss gewesen. Stattdessen weilte der aus Achim stammende Diekmeier am Spieltag noch in seinem Heimatort, um 16 Uhr aber auf dem Trainingsplatz des HSV!

Trotz alledem ziehen Ballin und Team-Manager Alexander Coels ein positives Fazit mit nur ganz kleinen Abstrichen: „Die Veranstaltung insgesamt war einfach nur super. Wir würden das trotz des hohen Aufwandes sofort wiederholen – und absolut auch wieder mit dem HSV. Klar hätte man den Termin im Vorfeld glücklicher wählen können, dann wären sicher ein paar Stars mehr dabei gewesen. Doch wir glauben, am Ende sind alle, Zuschauer und Helfer, sehr zufrieden nach Hause gegangen. Und das ist die Hauptsache!“

Gefährliche Sternenjagd für Marc und Jens  - Tag 9 im Camp

Gefährliche Sternenjagd für Marc und Jens  - Tag 9 im Camp

Einzelkritik: Delaney lässt sein Potential aufblitzen

Einzelkritik: Delaney lässt sein Potential aufblitzen

Fieberhafte Suche nach Vermissten an verschüttetem Hotel

Fieberhafte Suche nach Vermissten an verschüttetem Hotel

Schürrle und Piszczek stechen Bartels aus

Schürrle und Piszczek stechen Bartels aus

Meistgelesene Artikel

1. FC Köln setzt sich die Krone beim JFK-Cup auf

1. FC Köln setzt sich die Krone beim JFK-Cup auf

TSV Bassen: Uwe Bischoff verlängert

TSV Bassen: Uwe Bischoff verlängert

Hallenkreismeisterschaft 2017: Wer beerbt TSV Fischerhude-Quelkhorn?

Hallenkreismeisterschaft 2017: Wer beerbt TSV Fischerhude-Quelkhorn?

Achim/Badens Tobias Wege überzeugt beim 32:27

Achim/Badens Tobias Wege überzeugt beim 32:27

Kommentare