KSB-Chef ruft Vereine zum Zusammenrücken auf / Sagajewski: „Alles wäre aus“

Behling leidet mit: „Für alle Betroffenen ein Desaster“

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Immer mehr Sporthallen werden derzeit auch im Landkreis Verden zu Flüchtlingsunterkünften zweckentfremdet.

Verden - Von Frank von Staden. Jetzt schlagen die Vereine Alarm: Nachdem auch dem TSV Embsen sowie dem TB Uphusen das Nutzungsrecht ihrer Sporthallen entzogen und für die Unterbringung von Flüchtlingen zweckentfremdet wurde (wir berichteten), droht nun auch der Stadt Achim ein sportliches Chaos. Denn es könnten noch mehr Hallen folgen. Nicht nur bei Badens Volleyball-Macher Peter-Michael Sagajewski geht die Angst um. Er malt ein düsteres Bild und orakelt: „Nehmen sie uns auch noch die Badener Lahofhalle, ist für uns und sicher auch für die Handballer der SG Achim/Baden alles aus!“

Verständlich die Panik bei Sagajewski, der über Jahre mit viel Herzblut Leistungsvolleyball im TV Baden aufgebaut hat und sich mit dem 1. Herren-Team anschickt, in die 3. Bundesliga zu stürmen. Diesen Traum aber sieht er nun gefährdet. „Sollten sie auch die Lahofhalle benötigen, kann ich unsere Abteilung dicht machen. Dann wird es zappenduster. Die Fußballer können ihre Hallenmeisterschaften sicherlich einmal ausfallen lassen, da sie ganzjährig draußen spielen können. Aber wir oder auch die Handballer?“

Ins selbe Horn stößt da Marco Bruns, 2. Vorsitzender des TB Uphusen. Auch er gibt sich derzeit etwas ratlos: „Wir haben Sparten, die nicht mal kurz nach draußen gehen können. Da wird es riesige Probleme geben. Es wird von Tag zu Tag schwieriger. Wir wissen kaum noch, welche Vereine, die noch nicht betroffen sind, wir um Hilfe bitten können. Denn wir sind ja nicht die einzigen, die Hilfe benötigen.“ Bruns hat deshalb sogar schon das ein oder andere kommerzielle Sportstudio im Raum Achim um Unterstützung gebeten. „Denn wir müssen unserer Jugend doch irgendeinen Ersatz anbieten können“, sagt Bruns.

Verständlich die Hektik im TB Uphusen. Morgen früh rückt die Feuerwehr an, um mit den Umbaumaßnahmen zu beginnen. Dann ist die Halle gesperrt. Um 14 Uhr aber soll am Arenkamp das Punktspiel der Oberliga-Fußballer gegen Egestorf stattfinden. Die Umkleideräume aber befinden sich in der Sporthalle des TBU. Bruns: „Derzeit wissen wir noch nicht, wie wir uns auch nur kurzfristig behelfen sollen!“

Der Vorsitzende des Kreissportbundes (KSB), Gerhard Behling, beobachtet die Situation schon seit längerem und kann nicht leugnen, dass auch er ein wenig Bauchschmerzen hat: „Derzeit ist es für alle Betroffenen ein Desaster!“ Denn das nächste Problem könnte ja sein, dass die Existenz der Vereine auf dem Spiel stünde, sollte es Austritte hageln. Viele Mitglieder werden sich vielleicht fragen, warum sie hohe Vereinsbeiträge zahlen sollen, wenn sie oder ihre Kinder gar keinen Sport betreiben können? „Das wäre sicher fatal. Ich kann allen Sportlern im KSB nur zurufen: haltet durch und rückt zusammen! Dieses Problem ist sicher nicht kurzfristig zu lösen. Aber der Kreissportbund Verden muss jetzt auch seine Solidarität den Flüchtlingen bekunden, die unsere Hilfe nötig haben.“

In dieselbe Kerbe schlägt auch Marco Bruns: „Wir könnten es uns alle leicht machen und sagen, die da oben spinnen. Doch weder die Bürgermeister noch unser Landrat ist für diese Ausnahmesituation verantwortlich.“ Und Behling unterstreicht noch einmal ganz dick: „Die Vereine, die jetzt und in Zukunft kein Dach mehr über dem Kopf haben, könnten tatsächlich in ihrer Existenz bedroht sein.“

TB Uphusen bittet

um Hilfe

Nicht nur finanziell, sondern natürlich auch sportlich. „Wir brauchen doch gar nicht mehr antreten, wenn wir nicht mehr trainieren können. Dann sind wir nicht mehr wettbewerbsfähig“, stellt Peter-Michael Sagajewski noch einmal klar. Er als auch Behling können sich trotz allem Verständnis für die momentane Notlage der Flüchtlinge als auch für den geringen Handlungsspielraum der Kommunen und Gemeinden einen Seitenhieb Richtung Regierung nicht verkneifen. So sagen sie unisono: „Dies ist doch längst kein Flüchtlingsstrom mehr, sondern eine Völkerwanderung.“ Und Sagajewski setzt noch einen drauf: „Wer seinen Unmut offen kundtut, wird gleich in die rechte Ecke geschoben!“

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