Langwedel-Völkersen bejubelt spätes 2:1 / Lindhorst: „Defensiv gut gestanden“ / Dreyer: „Wenn du an der Mittellinie verteidigst…“

Krüger und Stockmann übertölpeln sorglose Verdener

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Arbeitete intensiv: Lukas Krempel (r.), der mit Langwedel-Völkersen den FC Verden 04 (hier Jan Twietmeyer) straucheln ließ.

Langwedel - Von Ulf von der EltzWas für ein Rückschlag für den FC Verden 04 – er wirft sogar grundsätzliche Fragen auf: Im Bezirksliga-Derby kassierte der Titelanwärter gestern in den letzten Minuten eine völlig unnötige und in der Entstehung peinliche 1:2 (1:0)-Pleite beim FSV Langwedel-Völkersen.

Jens Dreyer verließ den Platz ernüchtert: „Das hat gezeigt, dass wir weit weg davon sind, durch die Liga zu marschieren.“ Und der Trainer setzte einen drauf: „Wir müssen darüber nachdenken, ob die Erwartungshaltung zu hoch ist oder wir ihr nicht gewachsen sind.“

Völlig losgelöst feierte hingegen der Aufsteiger den Coup, Coach Sascha Lindhorst wusste gar nicht, wie ihm geschah: „So ein Ding noch zu gewinnen, ist natürlich super. Verden hat hat zwar schön gespielt, aber zu wenig Kapital geschlagen. Wir haben insgesamt taktisch gut in der Defensive gestanden, das Team hat immer gearbeitet und an sich geglaubt.“

Den Fans bot sich von beginn an das erwartete Bild, der Gast bestimmte das Geschehen und sah sich einem auf Torsicherung bedachten Neuling gegenüber. Da die Deckung dicht gestaffelt stand, ergaben sich nur wenige Chancen für den Favoriten, der die Kugel teilweise gefällig laufen ließ: Jan Twietmeyers Kopfball nach Zimmermann-Flanke strich knapp drüber (26.), im Anschluss an eine Leilo-Ecke nickte Twietmeyer das Leder neben den Pfosten (34.). Und Patrick Zimmermann verfehlte per Kopf knapp (44.). Als sich alle schon mit dem 0:0 zur Pause abgefunden hatten, schlug der Landesliga-Absteiger doch noch zu: FSV-Keeper Danny Becker griff an einer Leilo-Ecke vorbei, Steen Burford köpfte zum 0:1 ein (45.). Die Lindhorst-Elf besaß gar keine Möglichkeit, weil die Entlastung fehlte.

Nach der Pause wurden die Langwedeler etwas mutiger. Emrah Tavans Freistoß, den Schlussmann Stefan Wöhlke über den Kasten lenkte (48.) blieb aber lange die einzige Chance. Die Blau-Weißen hingegen verpassten durch Zimmermann (69., 72.) sowie den eingewechselten Ibo Lailo (84.) die Entscheidung. Zwischendurch hatte Fabian Lutz mit einem listigen Freistoß aus 25 Metern nur den Pfosten getroffen (82.).

Dann folgten die Schlussminuten, in denen sich die sorglosen Verdener übertölpeln ließen und die sicher geglaubten Punkte einfach so herschenkten. Zunächst servierte Christian Arndt dem eingewechselten Maurice Krüger das Leder perfekt in den Lauf – 1:1 (89.). Haarsträubend dann, wie dem Favoriten in der Nachspielzeit auch noch der eine Zähler durch die Lappen ging: Die viel zu weit aufgerückte Abwehr düpierte Claudio Pisu mit einem Pass durch die Schnittstelle, Alexander Stockmann umkurvte Wöhlke und schob zum viel umjubelten 2:1 ein (90.+3). Als einen Knackpunkt sah FC-Coach Dreyer, dass er den angeschlagenen Zimmermann sieben Minuten vor Schluss rausnehmen musste: „Mir war klar, dass es nochmal eng werden könnte.“ Viel gravierender aber war das dilettantische Defensiv-Verhalten am Ende. Dreyer zornig: „Wenn du an der Mittellinie verteidigst, kannst du halt nicht gewinnen…“

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