Ex-Trainer des Fußball-Bezirksligisten TSV Dörverden zieht zum Abschied Bilanz

Koopmann: „Ich gehe mit einem lachenden Auge“

Von Frank von StadenHÖNISCH · Noch vor ein paar Jahren hatten nur ganz wenige Vereinsbosse, die einen Fußball-Trainer suchten, Andre Koopmann auf ihrer Liste. Und wenn, dann tauchte der Name des damaligen Co-Trainers vom FC Verden 04 höchstens am Zettelende auf. Heute ist das ganz anders. Heute würde ihn fast jeder Club auf Kreis- als auch Bezirksebene mit Kusshand nehmen. Doch nach vier mehr oder minder erfolgreichen Jahren beim Fußball-Bezirksligisten TSV Dörverden legt der erst 35-Jährige schon eine Pause auf unbestimmte Zeit ein.

Dabei machte Koopmann immer wieder deutlich, „dass die Gründe ausschließlich im familiären und beruflichen Bereich liegen.“ Zum einen wurde der einstige Niedersachsenliga-Stürmer des TSV Verden und des TSV Ottersberg erst kürzlich Vater, zum anderen muss er als Angestellter der Daimler-Betriebskrankenkasse seit April viele Seminare in ganz Deutschland abhalten. Deshalb geht der Vollblutfußballer, der sich immer fürchterlich über eine Niederlage als Spieler sowie auch als Trainer aufregen konnte, „auch mit einem lachenden Auge. Immerhin habe ich diese Entscheidung bewusst getroffen“, so Koopmann, der aus der Jugend des SV Hönisch stammt und dort ganz in der Nähe der Sportplätze ein Haus gebaut hat.

Der Übungsleiter verrät aber auch, „dass ich den TSV Dörverden ebenfalls verlassen hätte, wenn nicht die beiden genannten Gründe den Ausschlag gegeben hätten.“ Denn vor allem im abgelaufenen Jahr verspürte der Coach, „dass ich nur noch ganz wenige Reizpunkte setzen konnte.“ Er bemerkte langsam Abnutzungserscheinungen. Vor allem, da die Fluktuation innerhalb des Teams nicht mehr stimmte. In der abgelaufenen Saison stieß nur noch Willian Paquelin zu den Grün-Weißen. „Ganz ehrlich, eigentlich hätte ich schon nach drei Jahren wieder gehen müssen. Deshalb ist es jetzt gut, dass da ein Neuer an der Seitenlinie rumhampelt und so wieder Reize schaffen kann!“

Die Erfolge aber sprechen für die Trainer-Qualitäten eines Andre Koopmann. Zwar hatte er von Beginn an beim TSV Dörverden immer wieder mit personellen Engpässen zu kämpfen, den Klassenerhalt aber schaffte der Motivationskünstler mit seinem Team immer vorzeitig, in dieser Saison sprang sogar ein zuvor kaum für möglich gehaltener Platz sechs heraus.

„Über eine Fusion sollte

nachgedacht werden“

Diese ewige Personalnot ist es dann auch, die den einstigen Goalgetter zum Nachdenken angeregt hat. „Als ich kam, hatten wir nur ein Herrenteam, jetzt hat unsere Zweite sogar den Aufstieg in die 1. Kreisklasse geschafft. Ohne sie wären wir wohl in der Bezirksliga gescheitert“, glaubt Koopmann, der seinem Ex-Club dann zwei Dinge rät: „Es muss noch mehr der Blick auf die Jugend gerichtet werden. Und auf kurz oder lang sollte ernsthaft über eine Fusion mit dem SVV Hülsen nachgedacht werden. Für beide Vereine würde dann vieles leichter werden!“ Doch das, meint Koopmann, dürfte wohl noch etwas dauern. „Ich will dem Verein auch gar keine schlauen Vorschriften machen. Immerhin bin ich ihm unglaublich dankbar, dass er mich damals überhaupt registriert hat. Die Verantwortlichen, die mir nie reingeredet haben und mich immer haben machen lassen, sind damals ein hohes Risiko gegangen. Dass sie das gewagt haben – Hut ab dafür!“

Wann er wieder bereit für einen Trainerjob ist, der 35-Jährige weiß es nicht: „Gut möglich, dass mir schon bald die Decke auf den Kopf fällt. Aber eine Saison will ich jetzt erst einmal ganz der Familie widmen.“ Damit der „Entzug“ dann nicht ganz so schwer fällt, wird sich Koopmann der Altherren des TSV Etelsen anschließen. Ohne jeden Hintergedanken. „Das ist der einzige Verein in der nahen Umgegung, der eine Altherren gemeldet hat. Nein, diese ewigen Herzschlagfinals, die der TSV Etelsen immer wieder in der Landesliga erlebt, hätten mit längst den Verstand geraubt.“

Ob dieser letzte Satz ein erstes Anzeichen eines leisen Abgesangs ist oder nur ein deutliches Zeichen für eine nötige Pause – wer weiß das schon.

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