TV Oyten Vampires 28:29 bei Werder / Kruse wütend auf SVW-Präsident Fischer

Kohls sieht zu viele Fehler

Oyten - Handball-Dramatik pur gestern Abend in der Vereinshalle des SV Werder Bremen, wo das Drittliga-Duell der TV Oyten Vampires gegen die Hausherrinnen bis zur letzte Sekunde auf des Messers Schneide stand. Am Ende hatte dann der aktuelle Meister hauchzart das Nachsehen, unterlag den Hanseatinnen mit 28:29 (16:14).

Nach acht Minuten allerdings sah es so aus, als sollte das Team von Trainer Sebastian Kohls relativ schnell ins Hintertreffen geraten, lag es doch mit 2:5 zurück. Nach dem 3:7 (13.) aber fanden dann die Blau-Roten so langsam in die Partie, holten Tor um Tor auf und glichen nur wenig später (17.) durch die pfeilschnelle Außenspielerin Katharina Kruse zum 8:8 aus. Und Denise Engelke war es dann, die per Siebenmeter die erstmalige Führung (9:8) herauswarf. Zur Pause war dann für die Gäste alles im Lot, nahm das Kohls-Team eine 16:14-Führung mit in die Kabine.

Auch nach dem Wechsel fuhr das TVO-Schiff an der Weser noch bis zur 36. Minute in sicherem Fahrwasser, hieß es zu diesem Zeitpunkt noch 19:16 für die Gäste. Dann aber fuhren die Bremerinnen ganz langsam ihre Krallen aus, verloren die Vampires dagegen etwas an Biss. Prompt kippte die Partie, hieß es nach 42 Minuten 20:19 für die Grün-Weißen. Zeit für Kohls, den Bremer Lauf etwas zu unterbinde – Auszeit. Doch danach leisteten sich die Gäste zwei Fahrkarten, prompt durften die Hausherrinnen wieder aufs Gaspedal drücken und das Tempo vorgeben. Mit einer variablen 5:1- und 6:0-Deckung stellten die Bremerinnen den TVO auch weiterhin vor einige Probleme, „in der Deckung wechselte sich zudem wie im ganzen Spiel eine starke Phase mit einer Tiefschlafphase ab“, gestand später Kohls, der den Sieg der Werderanerinnen am Ende dann auch als verdient ansah. „Vom Ergebnis und von der Spannung her war dieses Spiel zwar bis zur letzten Sekunde dramatisch, aber wenn ich den gesamten Spielverlauf sehe, geht unsere Niederlage durchaus in Ordnung. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, zudem war der Angriff einfach zu statisch, um Werder wirklich gefährlich zu werden. Nein, das Ergebnis kann ich so unterschreiben“, zeigte sich der TVO-Übungsleiter als fairer Verlierer.

Unschöne Szene am Rande: Schon vor der Partie soll Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer Oytens schwerkrankem Edel-Fan Joachim Luxat Hallenverbot angedroht haben, sollte er sich zu lautstark und unflätig während der Partie äußern. Lange hielt sich Luxat an die Vorgabe, dann aber gingen doch kurzzeitig die Emotionen mit dem „Oytener Trommler“ durch. „Daraufhin hat ihn Fischer sofort der Halle verwiesen und ihm danach sogar ein mehrjähriges Hallenverbot erteilt. Sich so gegenüber einem gezeichneten Schwerkranken zu verhalten ist unterste Schublade“, kochten da bei Oytens Sponsoring-Verantwortlichen Ingo Kruse, der das Szenario hautnah miterlebte, noch weit nach Spielschluss die Emotionen hoch.

TV Oyten: Heise (1. Halbzeit.), Kahler (2. Halbzeit), Janssen (n.e.) - Reinhold (9/3), K. Kruse (3), Heidorn (2), Engelke (6/2), Schwarz (1), Juricke (2), A.-L. Kruse (1), Pleß (4), Franke. · vst

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