Matchwinner fühlt sich wohl in Etelsen

Koehle: „Es ist eine Punktlandung“

Immer auf dem Weg nach vorne: Nils Koehle, Etelsens Matchwinner beim 1:0 gegen den VfL Lüneburg.
+
Immer auf dem Weg nach vorne: Nils Koehle, Etelsens Matchwinner beim 1:0 gegen den VfL Lüneburg.

Etelsen – Er hätte sich als Matchwinner feiern lassen können. Weil er eigentlich ja auch einer gewesen ist: Das Tor zum 1:0-Sieg des TSV Etelsen im Duell der Fußball-Landesliga am Sonntag gegen den VfL Lüneburg ging auf sein Konto. Fast jeder Angriff lief über ihn. Nils Koehle war also der überragende Kicker auf dem Platz. Doch der 24-Jährige, vor der Saison vom SV Lilienthal-Falkenberg an den Schlosspark gekommen, gab sich im Gespräch mit dieser Zeitung eher bescheiden: „Wir haben das Ding als Team gewonnen, die Partie als Einheit über die kompletten 90 Minuten durchgezogen. Da will ich mich jetzt gar nicht herausheben.“

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr – dieses uralte Sprichwort scheint für den Mann, der für ein IT-Unternehmen in der System-Integration arbeitet, nicht zu gelten. Sicher freue er sich, endlich seinen ersten Saisontreffer erzielt zu haben, „denn ich gebe ja immer alles.“ Aber trotz dieser Premiere will Koehle nicht von seinem besten Spiel im Dress der Blau-Weißen sprechen – und wieder bezieht er es auf die ganze Mannschaft: „Beim 0:1 gegen Treubund Lüneburg haben wir unsere bisherige Top-Leistung geboten, uns dafür jedoch leider nicht mit Zählbarem belohnt.“

Dass er schon zu den Säulen beim Aufsteiger gehört, verdankt der Offensiv-Crack nicht nur der Tatsache, dass Bastian Reiners und Timo Schöning verletzt sind, sondern in erster Linie dem Umfeld am Schlosspark: „Ich habe nicht lange gebraucht, mich zu integrieren, bin mit offenen Armen empfangen worden. Und das, obwohl wegen Corona die üblichen Dinge wie Teamabende nicht stattfinden können.“ Dabei sei es keineswegs ein Selbstläufer gewesen, dass der Mann mit Tempo überhaupt zum TSV Etelsen gekommen ist. Es habe durchaus weitere Angebote gegeben: „Da musste ich schon überlegen. Denn wechseln wollte ich den Verein ohnehin mal. Aber heute kann ich sagen, dass ich den richtigen Riecher gehabt und hier in Etelsen eine Punktlandung hingelegt habe.“

Körperlich auf anderem Level – „zahlt sich aus“

Nicht nur die freundliche Aufnahme hat ihren Teil zu den positiven ersten Wochen beigetragen, auch das Trainer-Team um Nils Goerdel hebt Koehle hervor. Es passe vom System her, die Einheiten seien gut durchdacht: „Das gehört alles irgendwie zusammen, da kann ich nur meine Hochachtung aussprechen.“ Und genau deshalb habe sich der Rechtsfuß im Vergleich zur Vorsaison auch schon verbessert: „Spielerisch habe ich dazugelernt, auch was Aufbau und Taktik angeht. Aber ganz wichtig ist, dass ich körperlich schnell auf ein anderes Level gekommen bin. Das zahlt sich aus, wie wir gegen den VfL Lüneburg gesehen haben, als wir bis zur letzten Sekunde erfolgreich gegenhielten.“

Wo das letztlich hinführen soll, ist ebenfalls klar – der Klassenerhalt steht als oberste Prämisse, auch wenn von der Meisterrunde durchaus geträumt werden dürfe: „Ich denke da sowieso nur von Spiel zu Spiel. Man weiß ja nie, was noch irgendwie dazwischen kommen kann und ob wir bei der Corona-Lage überhaupt die Saison fertigbekommen. Auf jeden Fall ist es gut so, wie es jetzt ist.“ Auch in Sachen Torausbeute für ihn persönlich macht sich der 24-Jährige keine großen Gedanken über die Zukunft: „Eigentlich völlig unerheblich. Hauptsache ich bleibe gesund, kann spielen und wir als Mannschaft sind erfolgreich.“

Schweinsteiger einst als Lieblingsspieler

Gerne auch mit Nils Koehle weiterhin als Rechtsaußen – eine Position, die ihm liegt. Zwar war er zu Beginn in der Lilienthaler Jugend ein ganz guter Abwehrspieler – „mein Vater hat mich damals als Libero gesehen“ – im Verlauf spielte er sich indes in der Offensivreihe fest. Ob in der Jugend-Verbandsliga mit dem VSK Osterholz, seinem Jahr beim SV BW Bornreihe oder den vergangenen fünf Punktrunden in Lilienthal: „Während diesen Zeiten habe ich vorne mal rechts und mal links gespielt. So wie in Etelsen auf der rechten Seite gefällt es mir jedenfalls prima.“

An Vorbilder klammert sich Nils Koehle nicht so sehr wie andere Fußballer – wenn auch Bastian Schweinsteiger einst sein Lieblingsspieler gewesen ist. „Der hat zwar eine andere Position innegehabt, aber wie er sich im WM-Finale 2014 den Allerwertesten aufgerissen hat, war für mich schon beeindruckend.“ Koehle ist halt Koehle. Einer, der immer alles gibt – und seit Sonntag ein bescheidender Matchwinner.

Von Ulf Von Der Eltz

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Leverkusen startet mit Rekordsieg gegen Nizza

Leverkusen startet mit Rekordsieg gegen Nizza

Welche Kanareninsel ist die richtige für mich?

Welche Kanareninsel ist die richtige für mich?

Urlaub zwischen Pyramiden und Palmen auf Yucatán

Urlaub zwischen Pyramiden und Palmen auf Yucatán

Nach Gnabry-Schreck: Perfekter Bayern-Start gegen Atlético

Nach Gnabry-Schreck: Perfekter Bayern-Start gegen Atlético

Meistgelesene Artikel

Ab sofort: Kein Fußball auf Kreisebene

Ab sofort: Kein Fußball auf Kreisebene

Ab sofort: Kein Fußball auf Kreisebene
Ahlers-Ceglareks Gedankenspiele

Ahlers-Ceglareks Gedankenspiele

Ahlers-Ceglareks Gedankenspiele
TVO muss lange auf Marc Lange verzichten

TVO muss lange auf Marc Lange verzichten

TVO muss lange auf Marc Lange verzichten
Naumann: „Nur schwer darstellbar“

Naumann: „Nur schwer darstellbar“

Naumann: „Nur schwer darstellbar“

Kommentare