INTERVIEW Etelsens Fußball-Coach Goerdel über beeindruckende Halbserie

Der Knaller kommt zum Schluss

Das war der Knaller in Etelsen vor der Winterpause: Gleich mit 11:0 wurde der FC Hansa Schwanewede abgefertigt. Foto: von Staden

Etelsen - Von Frank Von Staden. „Das war wirklich noch einmal ein Knaller“, zeigte sich Etelsens Fußball-Coach Nils Goerdel nach der 11:0-Vorstellung seines Bezirksliga-Teams gegen den FC Hansa Schwanewede im letzten Spiel vor der Winterpause beeindruckt. Doch nicht nur in dieser Partie wussten die Schlosspark-Kicker zu brillieren, die gesamte Hinrunde war bis auf ganz wenige Ausnahmen eine Demonstration. 60:5 Tore, sieben Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten TSV Bassen – die Etelser scheinen in dieser Saison mit Höllentempo Richtung Landesliga zu marschieren. Wir sprachen mit dem Trainer über das was war, was ist und was noch kommen kann.

Was macht Ihre Mannschaft in dieser Saison besser als in der vorherigen, in der das Ziel „Rückkehr in die Landesliga“ klar verfehlt wurde?

Wir sind dieses Mal einfach konzentrierter und fokussierter. Das habe ich vor der Saison von den Jungs aber auch eingefordert. Damals haben wir manchem Gegner nicht den Respekt gezollt, der ihm zustand. So haben wir Spiele unnötig verloren und den Aufstieg verschenkt. In diesem Jahr wird das nicht mehr passieren. Da gingen die Jungs bisher top-vorbereitet in jede Partie.

Haben Sie auch im taktischen Bereich Veränderungen vorgenommen? Der TSV Etelsen wirkt sehr viel dominanter.

An einigen Schrauben haben wir schon etwas gedreht. Wir haben auf eine Dreierkette umgestellt mit zwei hoch stehenden Achtern und einem wachsamen Sechser, um noch früher attackieren zu können. Aber wir sind recht flexibel in der Aufstellung. Wir können also, wenn es mal nicht passt, auch sofort auf Viererkette umstellen. Das Wichtigste ist aber wohl, dass wir ballsicherer geworden sind, nicht mehr so viele Ballverluste im Spielaufbau haben.

Das hat Ihr Team eindrucksvoll gegen Schwanewede demonstriert. War das quasi das Sahnehäubchen am Schluss?

Ehrlich, dieses Spiel und seinen Verlauf hatte ich so nicht erwartet! Aber es ist schön, dass die Jungs noch einmal so einen rausgehauen haben. Allerdings hat auch wirklich alles gepasst. Ich finde aber, dass das Spiel zuvor in Ippensen noch eine Nummer stärker war, weil wir auf ganz schwerem Boden gegen einen sehr tief stehenden Gegner immer wieder spielerische Lösungen gefunden haben.

Die Tormaschine des TSV Etelsen jedenfalls läuft auf Hochtouren. Und das ohne Goalgetter Emrullah Gülalan, der aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht.

Er stand bei uns sicherlich für Tore, die aus dem Nichts kamen. Doch wir haben die Qualität als auch die Quantität, um das Toreschießen auf andere Schultern zu verteilen. Reiners, Ruf, Kiesewetter und bald sicherlich auch Döpke sind auch echte Waffen. Vor allem für Alex Ruf freut es mich, dass er so durchstarten konnte. Er ist in vorderster Front zwar eher ein Arbeiter, doch er macht es derzeit fast schon herausragend.

Ergo könnte nur der TSV Etelsen den TSV Etelsen in dieser Saison stoppen?

Sollten wir an Intensität nachlassen, stimmt das so sicherlich. Doch ich denke, man darf den TSV Bassen nicht abschreiben. Die sind schon sehr gefährlich, lassen ebenfalls nicht locker. Fakt ist aber, dass es brutal schwer sein wird, an uns vorbeizukommen. Rufen wir unsere Leistung ab, führt kein Weg an uns vorbei!

Überragend sind sicherlich nur fünf Gegentore in 18 absolvierten Punktspielen.

Stimmt, das habe ich so einfach nicht erwartet und auch noch nie erlebt als Trainer. Ich war bisher eigentlich kein Freund der Dreierkette, die ja auch viele Gefahren birgt. Doch sie macht es bisher optimal! Zudem haben wir auf der Sechserposition in Heusmann als auch Lange zwei Spieler, die im Aufbau ganz wenige Fehler machen und einen einfachen Ball spielen. Im Grunde aber arbeitet das gesamte Team sehr gut zurück.

Gibt es dennoch einen Spieler, an dem Sie diese Defensivleistung besonders festmachen können?

Unsere Deckung hat insgesamt eine sehr hohe Qualität. Christopher Petzold allerdings ragt da schon mit seiner Konstantheit noch etwas heraus.

Hätte dieses Team die Qualität, in der kommenden Saison ein sorgloses Landesliga-Jahr zu spielen?

Definitiv! Fakt ist aber auch, dass wir uns punktuell schon noch verbessern können – personell gesehen. Frische Kräfte tun einer Mannschaft immer gut.

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