Früher und heute „Verbündete“

Klenke/Brandt: Ein Duo bleibt in Fahrt

Jens Klenke und Matthias Brandt mit Mountainbikes am Etelser Schloss.
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Auf zur nächsten Tour: Die Ex-SG-Handballer Jens Klenke (links) und Matthias Brandt starten mit den Mountainbikes am Etelser Schloss.

Sie spielten zusammen für die SG Achim/Baden in 2. Handball-Bundesliga: Jens Klenke und Matthias Brandt - damals wie heute Verbündete. Sie blicken zurück auf ihre Erfolge und erzählen von jetzigen gemeinsamen Radtouren.

  • Jens Klenke und Matthias Brandt schwelgen in Erinnerungen an erfolgreiche Handball-Zeiten bei der SG Achim/Baden
  • Matthias Brandt wird 1998 und 1999 Deutscher Hochschul-Meister
  • Jens Klenke ein Handballer, weil sich sein Fußballteam auflöste

Etelsen – Den Silvesterabend verbrachten Jens Klenke und Matthias Brandt zusammen mit ihren Frauen Ezgi und Tessa in gemütlicher Runde in Etelsen. Alle zwei Wochen begeben sich die ehemaligen Handballer der SG Achim/Baden zudem noch auf ausgiebige Fahrradtouren oder verschreiben sich sonstigem Outdoor-Sport. „Uns verbindet eine extrem gute Freundschaft. Ich sehe ihn als meinen Verbündeten“, schmunzelt Digitalisierungsexperte „Klenkström“, wie er schon zu seinen aktiven Zeiten genannt worden war, beim Gesprächstermin mit dieser Zeitung. Derzeit ist er oft im Homeoffice zu finden.

Gemeinsam mit Brandt, der mittlerweile als Vorstand der Deutschen Windtechnik beruflich so richtig Fahrt aufgenommen hat, spielte der 200 Zentimeter lange Ex-Rückraumakteur in der 2. Bundesliga für das Kreis-Aushängeschild. Vor der Saison 2001/2002 war Brandt zurückgekehrt. Nach zwei Jahren in der Regionalliga gelang der Aufstieg ins Elite-Unterhaus – dort standen beide noch eine Serie zusammen auf der Platte. 2004/2005 absolvierten sie ihre letzte Punktrunde in der SG-Ersten unter Roman Becvar in der Regionalliga, der heutigen 3. Liga. Im Klub von der Weser fungierte das Duett in den darauffolgenden zwei Spielzeiten als verantwortliche Trainer der Oberliga-Truppe.

Brandt: 2. Liga auch mit Fredenbeck und Grambke

Als Kumpel Brandt noch hoch spielte, trat Klenke aufgrund beruflicher Verpflichtungen etwas kürzer, spielte in der SG-Reserve, half aber noch bei einigen Partien beim Zweitligisten aus. „Doch wichtig sind nicht nur Titel, auch aus Misserfolgen kann man jede Menge lernen. Wir haben bei der SG, unter anderem mit Jürgen Döhling und Uwe Inderthal, viel gestaltet. Allerdings sollten wir nicht zuviel in den Rückspiegel schauen“, verdeutlicht der zielstrebige Brandt den Denkansatz.

Der Rechtshänder war insgesamt fünf Jahre in der 2. Liga unterwegs. Außer für die SG spielte „Mattse“ drei Jahre für den VfL Fredenbeck sowie ein Jahr beim TV Grambke Bremen in der zweithöchsten deutschen Klasse. Der ehemalige Leitwolf des Teams von der Weser, dessen Kinder Lola und Oskar in der Jugend des TSV Daverden aktiv sind, erinnert sich: „Im Bremer Norden hatte ich mit dem Weißrussen Georgi Sviridenko einen Coach, der handballerisch so tickte wie ich. Das war schon ideal.“

Ein eingeschworenes SG-Trio: Jens Klenke, Matthias Brandt und der viel zu früh verstorbene Thomas Ellendt (v.l.) bei der „Nacht der Legenden“ im Januar 2013.

Allerdings hätten ihm alle seine Trainer sowohl Positives als auch Negatives mitgegeben. Es sei hohe Kunst eines Übungsleiters, der Mannschaft seine eigenen Stärken zu vermitteln. Von den Mitspielern habe ihn insbesondere Thomas Ellendt, der 2014 viel zu früh verstarb, beeindruckt: „Neben seinen handballerischen Fähigkeiten war Thomas ein Paradebeispiel dafür, was man mit bedingungslosem Einsatz erreichen kann.“

Seine größten Erfolg feierte Vollblut-Handballer Brandt jedoch mit zwei deutschen Hochschul-Meisterschaften. Dort heimste der damalige Student der BWL/VWL für die Uni Bremen gleich doppelt Gold ein, es tummelten sich etliche Zweit- und Drittligaakteure. Unter anderem wirkten bei den Titeln 1998 und 1999 mit Lars Müller-Dormann, jetzt Coach des Verbandsligisten TV Oyten, sowie Frank Carstens (derzeit Trainer des Bundesligisten GWD Minden), zwei nicht nur in Fachkreisen Bekannte mit. Auch Keeper Andreas Stelljes, der Ex-Oytener Alexander Schneider sowie die ehemaligen Achimer Ole Prehn und Torsten Terborg zählten zum Erfolgsteam.

Klenkes positive Erinnerungen an TSV Verden und Gerd Williges

„Mattse konnte schon Handball und war ein echter Kämpfer. Eine richtige Type eben, der wie Frankie Carstens voranging. Doch den Titel haben wir uns zweimal als Team verdient“, erinnert sich der als Rechtshänder im rechten Rückraum aufgebotene Müller-Dormann noch heute begeistert.

Der 44-jährige Jens Klenke bezeichnet als seine größten Erfolge den Zweitligaaufstieg der SG Achim/Baden 2004 mit Trainer Inderthal („Die Schlitzohrigkeit war sein größtes Plus“) sowie seine Zeit beim Drittligisten TSV Verden, wo er unter Sven Klaasen und Gerd Williges in der Trainingshalle stand. Der Etelser weiß auch, wie der Handball funktioniert. Vor allem in der Defensive hatte der robuste Klenke seine Qualitäten. „Wer Lust hatte, unter Trainer Gerd Williges viel zu investieren, wurde richtig gefordert und auch gefördert“, weiß der Hüne, der mit Frau Ezgi sowie den drei Kindern Teoman, Berke und Emma in Etelsen wohnt.

Aus überschaubaren Mitteln hat Uwe bei der SG echt was Tolles geformt. Damals ergänzten sich bei uns Teamgeist und individuelle Klasse.

Jens Klenke über den ehemaligen Achim/Badener Trainer Inderthal

Erst mit 13 Jahren hatte er seine Liebe zum Handball entdeckt. Einfacher Grund: Seine Fußballmannschaft hatte sich aufgelöst. Auch für Ex-Coach Inderthal ist der baumlange Klenke nicht um warme Worte verlegen: „Aus überschaubaren Mitteln hat Uwe bei der SG echt was Tolles geformt. Damals ergänzten sich bei uns Teamgeist und individuelle Klasse.“

Das Duo Klenke/Brandt verfügt noch immer über grundsolide Fitness und lebt diese alle zwei Wochen gemeinsam an der frischen Luft aus. Egal ob beim Mountainbiken oder während ausgiebiger Fahrradtouren. „Man merkt schon die lange Zeit im Leistungssport. Mittlerweile bin ich bei SG-Spielen in der Oberliga zum Zuschauer mutiert“, schmunzelt der im vergangenen Jahr 50 gewordene Brandt, der auch dem schweißtreibenden Crossfit nicht abgeneigt ist. Für ihn sei der heiß geliebte Handball immer ein „Inspirationsgeber für komplexe soziale Strukturen“ gewesen. Das kann wohl auch Jens Klenke, der ebenso im Trikot der SG etliche Schlachten schlug, blanko unterschreiben – bevor sich die „Verbündeten“ auf ihren Fahrrädern aus dem Staub machen.

Von Björn Lakemann

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