Klare Kante: Vereine für Abbruch

27 Verdener Fußball-Clubs gegen Saisonverlängerungsvorschlag des NFV

Das Votum der Verdener Vereine war eindeutig: 27 Vereine plädierten für einen Saisonabbruch. Foto: imago-images
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Das Votum der Verdener Vereine war eindeutig: 27 Vereine plädierten für einen Saisonabbruch.

Verden - Noch kein Knockout für die Verantwortlichen des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) – aber doch ein echter Wirkungstreffer, den da die Fußball-Vereine des Kreises Verden gesetzt haben. Denn für den Vorschlag des Verbandes, die Saison quasi einzufrieren, um seine Mitgliedsvereine ab September oder auch später dann in die Verlängerung zu schicken, votierten gerade einmal drei Clubs (TB Uphusen, TSV Etelsen, TV Oyten), satte 27 stimmberechtigte Vereinsvertreter entschieden sich dagegen. Dieses Ergebnis muss am Freitag der Kreisvorsitzende Kurt Thies dem Vorstand des NFV mitteilen.

Und die Verdener waren nicht die einzigen, die dem NFV die Rote Karte und damit eine klare Kante zeigten. Auch viele andere der 33 Kreise aus vier niedersächsischen Bezirken – darunter Stade, Vechta oder auch Oldenburger Land, lehnten sich gegen eine Saisonverlängerung auf. Insgesamt 2650 Clubs wurden und werden auch noch befragt, ehe dann am Freitag via erneuter Video-Konferenz die Auswertung in Barsinghausen erfolgt. Doch schon jetzt riecht es schwer danach, dass die Niedersachsen anders entscheiden könnten als zum Beispiel die Bayern, die dem Deutschen Fußballbund (DFB) bereits signalisierten, dass sie die Saisonfortsetzung durchziehen wollen.

Zwei Stunden diskutierten rund 50 Vereinsvertreter aus 30 Vereinen des Kreises Verden am Dienstagabend per Video-Schaltung, die Uwe Norden und Daniel Ballin aufgebaut hatten, „und die erstaunlich gut und ohne jegliche technische Probleme geklappt hat“, sprach Bassens Fußball-Boss Adrian Liegmann später den beiden Kreisfunktionären ein großes Lob aus. Er selbst war vor der Konferenz ein Verfechter der Saisonverlängerung, „doch die sachliche und nachvollziehbare Argumentation pro Abbruch innerhalb der Diskussion hat nicht nur mich überzeugt. Nach einer kurzen Absprache mit unserem Gesamtvorsitzenden Marcus Neumann habe auch ich im Namen des TSV Bassen für Abbruch mit einem Aufsteiger und keinem Absteiger gestimmt. Wir wollen jetzt einen klaren Cut!“ Dabei soll wie zuletzt bei den Handballern die Quotientenregelung zum Tragen kommen.

Auch Kurt Thies lobte später vor allem die sachlichen Vorträge der einzelnen Redner sowie den technisch reibungslosen Ablauf. Fragen der Vereinsvertreter drehten sich dabei vor allem um den angedachten Spielbetrieb, Wechselmodalitäten und den A-Junioren-Bereich. „Dass es am Ende dann aber eine so deutliche Absage an die Saisonverlängerung gab, hat mich dann aber doch überrascht“, so der Vorsitzende, der den Zuhörern zuvor klarzumachen versuchte, was ein Votum für den Abbruch nach sich ziehen würde. „Denn über den müssten erst die rund 500 Deligierten des Verbandstages abstimmen, dem voraus müssten dann aber auch erst der Bezirks- sowie der Kreisstaffeltag gehen!“ Schon deshalb erklärte der Langwedeler bereits vor dem Video-Meeting die Konferenz wohlweißlich zum offiziellen Staffeltag. Und er merkte zudem an: „Sollte am Ende mehrheitlich der NFV-Vorschlag abgelehnt werden, könnte es noch Monate dauern, bis es eine Entscheidung gibt!“ Der Kreisvorstand selbst entzog sich übrigens seiner Stimme. Thies: „Wir wollten die Entscheidung ganz allein den Vereinen überlassen. So ist sie dann auch völlig demokratisch gefallen.“

Sollte die Verlängerungsidee tatsächlich wieder in der Schublade verschwinden, wäre der Bayerische Fußballverband aufgrund einer Zwei-Drittel-Mehrheit weiterhin der bisher einzige, der weiterspielen will. Brandenburg hatte mit 75 Prozent gegen die Verlängerung nach dem 30. Juni gestimmt, der Westfälische Fußball- und Leichtathletikverband gar mit 88 Prozent für das sofortige Saisonende, zu dem auch in Sachsen eine Mehrheit tendiert. Thies: „Damit könnte ein echter Flickenteppich in Deutschland drohen, den doch keiner will!“

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