Etelsen gegen Verden fällt aus

Keine Gedanken an Generalabsage

Froh über die Derby-Absetzung: Verdens Co-Trainer Andreas Dreßler betont, auch weiterhin beim FC alle Maßnahmen gegen Corona zu ergreifen. 
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Froh über die Derby-Absetzung: Verdens Co-Trainer Andreas Dreßler betont, auch weiterhin beim FC alle Maßnahmen gegen Corona zu ergreifen. Archiv-

Verden/Rotenburg – Seit Mittwochmittag ist es offiziell: Das Derby der Fußball-Landesliga zwischen dem TSV Etelsen und dem FC Verden 04, das für Sonntag geplant war, wurde von Staffelleiter Jürgen Stebani wie erwartet abgesetzt. Nach elf positiven Coronafällen war die Mannschaft aus der Reiterstadt bis einschließlich Freitag in Quarantäne geschickt worden (wir berichteten).

„Wir hatten uns am Vorabend noch mit dem Vereinsvorstand getroffen, das weitere Vorgehen beratschlagt und dann um diese Absetzung gebeten. Aus unserer Sicht ist sie alternativlos, wir sind auch froh über die Entscheidung der Staffelleitung“, zeigte sich Verdens Co-Trainer Andreas Dreßler am Mittwoch auf Nachfrage dieser Zeitung erleichtert. Der Co-Trainer hatte sich auf Bitten des Corona-Beauftragten Henning Breves, gleichzeitig 2. Vorsitzender beim FC, der Angelegenheit schon vor zwei Wochen angenommen.

Um ihr Ersuchen nach der Absetzung des Matches zu unterfüttern, hatten die Verdener Stebani die Bestätigungen des Gesundheitsamtes über die Covid-19-Erkrankungen zukommen lassen, sodass der Melbecker keinen anderen Entschluss fassen konnte. Jetzt lassen die Verantwortlichen des FC den Ball auch übers Wochenende komplett ruhen und steigen erst wieder am kommenden Dienstag, 20. Oktober, ins Training ein.

Dreßler: „Vorbereitung ab Dienstag auch mit aller Vorsicht“

„Wir haben alles Menschenmögliche getan und uns vom ersten Tag an in dieser Sache vorbildlich verhalten. Es wurden nochmals Appelle an sämtliche Spieler gerichtet, sich genauestens an die Regeln zu halten“, streicht Dreßler erneut die strikte Handlungsweise des FC heraus: „Und wir unternehmen auch weiterhin alles, damit es kein nächstes Mal gibt.“ Ab Dienstag wird die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den VfL Westercelle am Sonntag, 25. Oktober, aufgenommen, „mit aller sportlichen Ernsthaftigkeit, aber auch mit aller Vorsicht“, wie Dreßler betont. Der Co-Trainer hofft, dass die nun nachzuholenden Partien – zuvor war schon die in Uelzen ausgefallen – den Spielplan nicht zu sehr durcheinanderbringe.

Ob die Saison dann wie geplant weiterlaufen und zu einem zufriedenstellenden Ende geführt werden kann, vermag Dreßler indes nicht vorherzusagen: „Sicher hoffen wir auf einen halbwegs störungsfreien Verlauf. Aber wir sind nicht so blauäugig, eine eventuell anders lautende Entscheidung von Verbandsseite für die Zukunft komplett auszuschließen.“

Stebani: „Bislang haben wir alles im Griff“

Zunächst scheint eine solche Vorgehensweise auch nicht befürchtet werden zu müssen. Trotz etlicher Coronafälle in der Region wie beispielsweise in den Oberliga- und Bezirksliga-Teams des Heeslinger SC sowie diverse Verdachtsfälle, die für zusätzliche Spielabsetzungen gesorgt haben und sorgen – Jürgen Stebani, Spielausschussvorsitzender in Bezirk und Verband, bleibt entspannt: „Bislang haben wir es im Griff. Über eine Generalabsage haben wir noch nicht ernsthaft nachgedacht“, erklärte er am Mittwoch auf Nachfrage dieser Zeitung.

Zwar ist die Corona-Pandemie auch für den erfahrenen Sportfunktionär Neuland, er betont allerdings, dass es keinerlei Vorgaben gibt, ab welchem Zeitpunkt Verband oder Bezirk die Notbremse ziehen würden. Auch die Inzidenzwerte seien nicht ausschlaggebend – was sich daran zeigt, dass etwa das Oberliga-Duell des Rotenburger SV bei Blau-Weiß Lohne am Sonntag stattfand, obwohl der Kreis Vechta als Risikogebiet gilt. „Nach den Werten richten wir uns nicht. Die Verfügungslage der Gesundheitsämter ist entscheidend“, betont Stebani und hat beobachtet: „Die Behörden unterscheiden sich in ihrem Handling teilweise deutlich.“

Aber auch Sorgen vor weiteren Problemen

Insgesamt berichtet der Melbecker von „drei oder vier Prozent an Ausfällen in Niedersachsen“ aufgrund von Covid-19. „Das ist noch kein Problem.“ Damit nimmt er auch den Vereinen ein wenig die Befürchtung, dass die Saison schnell wieder beendet sein könnte. Lars Neugebauer, der Corona-Beauftragte des Rotenburger SV gehört zu den Skeptikern. „Die Fälle in Mannschaften häufen sich. Ich hatte schon letztes Wochenende gedacht, es ist Feierabend“, gesteht er. „Irgendwann muss man auch abwägen, ob das Freizeitvergnügen Fußball den Arbeitsaufwand der Gesundheitsämter rechtfertigt. Es ist eine Frage der Belastbarkeit des Systems“, merkt er an.

Aus gesundheitlichen Gründen haben sich Akteure anderer Vereine aktuell bereits aus dem laufenden Spielbetrieb zurückgezogen, weil es der Arbeitgeber empfiehlt, sie als Mediziner oder etwa Pflegepersonal tätig sind. „Jetzt wird Fußball – in Anführungszeichen – zum Risikosport, wo der Beruf klar vorgeht“, zeigt Stebani Verständnis. „Das muss jeder für sich entscheiden.“

Indes sei im November ein Fußball-Lockdown durchaus möglich. Zumal dann ein anderes Problem dazukommt, wie Stebani betont: „Wenn es hochploppt oder auf dem Niveau bleibt und wir witterungsbedingt wieder so eine Saison wie 2017/18 kriegen, haben wir ein Problem.“ Dann greifen womöglich auch die Änderungen in der Satzung, um flexibel reagieren zu können und zum Beispiel Rückserien zu canceln. So weit ist es aber noch lange nicht. Und so schickt Stebani noch ein Lob an die Vereine: „Ich bin positiv überrascht, wie sie die Situation händeln, obwohl sie vor Ort wahnsinnigen Aufwand zu betreiben haben – Respekt!“

Von Ulf Von Der Eltz Und Matthias Freese

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