„Da kann Spielberg sich was abgucken“

Für furiose Broadway-Stimmung sorgten vier Verdener Sportvereine, die die berühmte „West Side Story“ neu interpretierten. Fotos (4): Hägermann

Hollywood go home, here comes Verden! Für furiose Broadway-Stimmung sorgten vier Verdener Sportvereine, die die berühmte „West Side Story“ mit einem grandiosen Mix aus Standardtanz, Parcours-Turnen, Karate und Rollschuhfahren neu interpretierten.

VON KJARA VON STADEN

Verden – „Es wird einschlagen wie ‘ne Bombe“, prophezeit Cathrin Beuss, stellvertretende sportliche Leiterin der Sport und Schau, kurz vor Beginn dieser. Die Idee, das bekannte Musical von Leonard Bernstein und Stephen Sondheim zu Vertanzen, schlummerte schon letztes Jahr in ihr und Sabine Struve, die sportliche Leiterin der Show. „Letztes Jahr hat es nicht geklappt, das Musical auf die Bühne zu bringen. Aber dieses Mal schlagen wir zu“, lacht Struve. Vor allem der Zusammenschluss mehrere Sportvereine aus dem Landkreis Verden begeistert die beiden Frauen: „Ich finde es klasse, wenn mehrere Vereine interagieren und sich verschiedene Sportarten vermischen. Da passiert dann richtig was auf der Bühne.“

Für die „West Side Story“ zeigt der TV Verden Parcours-Turnen, Bushido Verden wartet mit Karate auf, Ars Nova tanzt Rumba und der Rollsportverein Verden flitzt blitzschnell auf Rollschuhen durch die Menge. Zunächst hat aber jede Gruppe für sich geübt, erst im Oktober haben sie die einzelnen Choreos und Musikstücke aufeinander abgestimmt.

Von diesem recht kurzfristigen Zusammenschluss ist während des großen Auftritts aber nichts zu spüren. Eine spektakuläre Turneinlage geht fließend in eine actionreiche Karateszene über, die sich zu einer rasanten Rollschuhfahrt entwickelt, aus der später ein gefühlvoller Rumba-Tanz entsteht. Die Vielseitigkeit und harmonische Verschmelzung der Sportarten lässt die Showeinlage zu einem in sich geschlossenen, stimmigen Ganzen werden.

Untermalt wird dies zusätzlich von authentischen amerikanischen Kostümen der 1950er und originalen Musikstücken, die der Szenerie noch den letzten Schliff an Musical-Flair verleihen. Und auch, wenn der gesamte Act ohne sprachlichen Anteil auskommt, schimmert die Handlung des Stückes doch durch – auch für diejenigen unter den Zuschauern, die die Geschichte der verfeindeten New Yorker Banden Jets und Sharks nicht kennen. Die tragische Liebesgeschichte zwischen Maria und Tony, die, aufgrund ihrer unterschiedlichen Bandenzugehörigkeit eben nicht zusammen sein dürfen, ist bei genauerem Hinsehen absolut erkennbar. Vermutlich, weil die Sportler die Geschichte so verinnerlicht haben, dass es für sie ein Leichtes ist, diese allein mit Musik und Sport zu erzählen. „West Side Story: Das bedeutet für mich, Überlegenheit und Stärke zeigen“, erklärt die 15-jährige Karateka Lena Menke de Alba.

Am Ende der ersten Show sind die Sportler erleichtert und hoch motiviert: „Wir wollen gar nicht mehr aufhören!“, spricht Ulrike Maaß, Bushido-Leiterin, für die Vereine. So könnte Moderator Yared Dibaba recht haben: „Steven Spielberg, der das Musical neu verfilmen will, kann sich bei den Verdener Sportlern was abgucken!“

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