Ausdauersportler Christian Siedlitzki wehrt sich mit Händen und Füßen

Der Kampf gegen das Altern

Das Radfahren ist eine optimale Sportart im Alter.

Armsen – Christian Siedlitzki ist mittlerweile schon 55 Jahre alt. Doch der gebürtige Österreicher zählt sich damit noch immer nicht zum alten Eisen. Ganz im Gegenteil. Das unterstreicht Siedlitzki eindrucksvoll mit starken sportlichen Leistungen. Vor allen Dingen in den letzten Jahren, die für ihn mit zu den erfolgreichsten in seiner 32-jährigen Triathlonkarriere zählen.

Das hat der Armsener Anfang März nachhaltig mit dem dritten Platz bei der Duathlon-EM bewiesen. Schließlich war es bereits seine elfte Medaille bei Welt- und Europameisterschaften. Ob es in diesem Jahr noch eine weitere geben wird, ist aufgrund der Corona-Pandemie fraglich. Doch Siedlitzki hat die Hoffnung auf einen Start bei der Duathlon-WM Anfang September im niederländischen Almere noch nicht gänzlich aufgegeben.

Nicht mal ein folgenschwerer Sturz im vergangenen Jahr vermochte Siedlitzki aus der Bahn zu werfen. Dank intensivem Trainings knüpfte der gebürtige Österreicher schnell wieder an die gewohnten Leistungen an. „Die Nominierung und Auszeichnung bei der Sportlerwahl des Jahres haben mir noch einen zusätzlichen Motivationsschub für die anstehenden Herausforderungen gegeben“, sagt Siedlitzki. Doch der Armsener ist natürlich ein alter Hase im Geschäft und hat das Training nach der vollständigen Genesung wohl dosiert. Aus einem guten Grund, wie Siedlitzki deutlich macht: „Die Regeneration wird im zunehmenden Alter immer wichtiger. Denn mit dem wertvollen Gut, und damit meine ich die Muskulatur, Gelenke und Knochen, gilt es sehr behutsam umzugehen.“ Eventuell greift aber ja auch bei Sportlern der Mythos getreu dem Motto: „Je älter der Wein, desto besser?“

Für den 55-Jährigen stellt sich dabei die Frage, in welcher Form er mit dem Altern umgehen oder sogar dagegen ankämpfen kann. „Für mich gibt es zwei mögliche Ansatzpunkte. Werden wir tatsächlich inaktiver und unfitter, weil wir altern, oder altern wir, weil wir inaktiver und unfitter werden?“ Vermutlich ist es laut Siedlitzki eine Summe aus beiden. Schließlich verändern sich im Lauf des Lebens unzählige Dinge im menschlichen Körper, die Einfluss auf unterschiedliche Aspekte der Leistungsfähigkeit haben. Wobei es natürlich auch immer wieder Ausnahmen gibt, zu denen sich Siedlitzki definitiv dazuzählt.

Grundsätzlich ist es so, dass im Alter die Ausdauerleistung weniger stark abnimmt, als die Schnellkraft. Daher zählt der Triathlon, der sich aus Laufen, Schwimmen und Radfahren zusammensetzt, auch zur optimalen Sportart selbst im hohen Alter. Das liegt daran, dass die Ausdauermuskulatur (slow-twich) im Gegensatz zu den schnell und kräftig kontrahierenden Muskelfasern (fast-twich) weniger deutlich abnimmt. Hinzu kommt das Absinken des VO2max (Sauerstoffaufnahme im Blut) und das Abnehmen des Höchstpuls im Alter. Und diese Reduktion kann nur durch gezieltes Training deutlich verlangsamt werden. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass der Körper mit dem Alter weniger Energie verbraucht und somit die Kohlenhydrate als Fett gebunden werden.

Was Siedlitzki vermehrt zu spüren bekommt, ist die Tatsache, dass die Regenerationsphase nach einem anspruchsvollen Training oder Wettkampf deutlich länger dauert. „Dennoch trainiere ich regelmäßig und halte damit meine Fitness. Zumal das auch die abnehmende Leistungsfähigkeit des Körpers deutlich verlangsamt. Gleichzeitig kann ich mit dem Ausdauersport mein biologisches Alter senken“, fühlt sich Siedlitzki beileibe nicht wie ein 55-Jähriger.

Als ein Wundermittel gegen das Altern bezeichnet der Armsener das Krafttraining und hofft daher auf eine baldige Öffnung seines Fitnessstudios in Verden, das ihn schon lange unterstützt. Denn das Krafttraining stärkt nicht nur die Ausdauermuskulatur, sondern beugt auch Krankheiten vor. Seit Jahren zählt der Kraftausdauerzirkel (wenig Gewicht – viele Wiederholungen) zu seinem Trainingsprogramm. Mit Erfolg. „Denn damit fühle ich mich nicht nur besser, sondern bin auch nicht mehr so häufig verletzt“, verdeutlicht Siedlitzki. Aber für ihn gehören auch ein ausreichender Schlaf, die richtige Ernährung (wie z.B. Kurkuma, Ingwer, Omega3-haltige Lebensmittel wie Fisch, Bio-Fleisch) oder auch mal ein Gläschen Rotwein oder ein Bier, die Sauna, Training im GA1-Bereich dazu, um den Körper fit zu halten.

„Wichtig ist zudem, dass wir uns Ziele setzen. Ich habe mit der Duathlon-WM in Almere das nächste bereits vor Augen. Sollte ich dort starten können und mein Körper bis dahin nicht streiken, will ich auch dort wieder ein Wörtchen um die Medaillen mitreden“, blickt Siedlitzki schon mal voraus.  kc

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