START IN DIE SAISON Personeller Aderlass bei TV Oyten Vampires / Im Tor drückt der Schuh

Jörg Leyens erwartet ein Abenteuer

Die Freude und der Wille auf die neue Saison ist den Spielerinnen der Vampires deutlich anzusehen. Foto: Hägermann

Oyten - Von Kai Caspers. Vor dem Saisonauftakt in eigener Halle gegen den TSV Wattenbek lässt Jörg Leyens keine zwei Meinungen gelten. „Die Saison wird für uns ein echtes Abenteuer. Daher wäre ich auch sehr froh, wenn wir frühzeitig die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen“, backt der Trainer des Handball-Drittligisten TV Oyten Vampires im Vorfeld eher kleine Brötchen.

Und das ist nicht in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass die Vampires nach ihrem Ausflug in die West-Staffel nun in die Nord-Staffel zurückgekehrt sind. Nein, für Leyens liegt es eher daran, dass es bei seiner Mannschaft einen großen personellen Aderlass gegeben hat. Unter anderem hat sich mit Denise Engelke die Führungsspielerin der vergangenen Jahre in Richtung des Zweitligisten SV Werder Bremen verabschiedet. „Denise können wir definitiv nicht eins zu eins ersetzen. Das gilt es im Kollektiv zu kompensieren“, verdeutlicht Leyens. Auch der Wechsel von Wiebke Meyer nach Leipzig wiegt schwer. Und da auch Pia Franke und Christin Lena Schulz, die beide eine Pause einlegen, nicht mehr zur Verfügung stehen, fehlt es den Vampires gerade im Rückraum an jeder Menge Power. Daher spielt unter anderem Anna-Lena Meyer in Leyens Planungen eine große Rolle. „Schon in der Vorbereitung hat sie gezeigt, dass sie eine Führungsrolle übernehmen kann. Und wir haben auch noch andere Spielerinnen, die im Rückraum zum Einsatz kommen können“, denkt der TVO-Trainer da unter anderem an Lisa Bormann-Rajes und Jana Kokot. Bei Oytens Kreisläuferin gilt es jedoch abzuwarten, wann sie denn wieder voll belastbar ist. „Ich hoffe, dass Jana ihre Probleme bis zum Saisonstart wieder komplett in den Griff bekommt und vorsichtig reinschnuppern kann. Denn sie ist ein ganz wichtiger Faktor in unserem Spiel“, wäre ein Ausfall für Leyens fatal.

Aber das sind nicht die einzigen Sorgen. Denn nachdem sich Bryana Newbern in Richtung Werder Bremen II verabschiedet hat, steht Leyens aktuell mit Romina Kahler lediglich eine Torhüterin zur Verfügung. „Romi zählt sicherlich mit zu den stärksten Torhüterinnen der Liga. Aber wir brauchen natürlich dringend noch eine zweite. Da hat es auch schon Gespräche gegeben, doch die waren nicht von Erfolg gekrönt“, gibt Leyens die Hoffnung nicht auf, dass er noch fündig wird. „Es muss doch möglich sein, dass wir eine junge Spielerin finden, die sich im Schatten von Romi entwickeln kann.“ Bis auf Weiteres löst er das Problem in Zusammenarbeit mit der Oberliga-Truppe: „Ich denke, so sind wir erst mal gut aufgestellt.“

Doch auch wenn die Abgänge schwer wiegen und der Kader noch nicht komplett ist – Leyens will nicht jammern. Im Gegenteil: „Die Stimmung ist nach wie vor super. Die Spielerinnen bilden eine echte Einheit. Daher bin ich auch fest davon überzeugt, dass die Geschlossenheit ein großes Plus für uns werden kann.“ Darüber hinaus ist seine Mannschaft für den TVO-Trainer aufgrund der personellen Veränderungen auch nicht mehr so leicht auszurechnen. „Ich denke, dass wir sehr flexibel sein müssen und sich die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen wird. Gefährlich sind wir definitiv von allen Positionen. Wo dann der Schuh noch drückt, sehen wir ohnehin erst nach den ersten fünf Spielen.“

Was die eigene Spielidee angeht – für Leyens soll sich da im Gegensatz zur vergangenen Saison gar nicht viel ändern. In der Deckung bevorzugt der Vampires-Trainer auch weiterhin eine etwas offensiver ausgerichtete 6:0-Variante. In der Vorbereitung hat Janosch Rosenow, neuer Co-Trainer beim TVO, da noch an einigen Stellschrauben gedreht. Leyens: „Wenn wir unser Tempospiel aufziehen wollen, ist eine gute Deckung, gepaart mit einer starken Torhüterin Grundvoraussetzung. Wichtig ist zudem, dass wir einen guten Mix finden und ein sicheres Aufbauspiel an den Tag legen. Denn wenn wir uns zu viele Konter einfangen, wird es schwer für uns.“

Damit das gelingt, stand für die TVO-Damen in der Vorbereitung ein großes Pensum an Athletik-Training auf dem Programm. „Das war in der vergangenen Saison lange Zeit unser großes Plus und hat dazu geführt, dass wir einige Spiele in der Schlussphase noch gedreht haben. Daher sind die Grundlagen natürlich extrem wichtig. Bleiben wir dann noch von schwerwiegenden Verletzungen verschont und können eventuell noch die eine oder andere Spielerin für uns gewinnen, bin ich von einer sorgenfreien Saison fest überzeugt“, freut sich A-Lizenzinhaber Jörg Leyens auf das Abenteuer Nord-Staffel.

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