Mit Akeby’s zum Glück das Glück gefunden

Joelle Celina Selenkowitsch träumt von EM

Joelle Celina Selenkowitsch aus Achim mit Akeby’s zum Glück im Gelände beim Sprung über ein Hindernis.
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Über die DM zur EM: Joelle Celina Selenkowitsch aus Achim hat mit Akeby’s zum Glück ganz hohe Ziele.

Sie ist ein aufgehender Stern am Himmel der Vielseitigkeitsreiterei. Joelle Celina Selenkowitsch vom RV Graf von Schmettow will mit ihrer Stute Akeby’s zum Glück zur EM. Der Achimerin gelingt der Spagat zwischen Hochleistungssport und Studium.

Achim - Schon im Alter von drei Jahren war Joelle Celina Selenkowitsch ein großer Pferdenarr. In der Nähe ihres Elternhauses befand sich ein kleiner privater Stall mit einigen Pferden. Bei jedem Spaziergang zog das kleine Mädchen seine Großmutter an die Koppel, um die dort weidenden Pferde zu begrüßen. Auch die Eltern erkannten die Leidenschaft für Pferde bei ihrer Tochter und machten es ihr möglich, erste Schritte im Umgang mit Ponys zu erlernen.

Als Joelle Celina Selenkowitsch vier Jahre alt war, erwarb ihre Mutter Tanja ein Fohlen. Die Ausbildung des Jungpferdes übernahm sie in Eigenregie. Auf Pony Snickers absolvierte Joelle Celina Selenkowitsch dann auch die ersten Reitstunden. Es dauerte nicht lange und die Schülerin wollte unbedingt auch Turniere reiten. Nur wenig später setzte sie diesen Plan in die Tat um und bestritt erste Führzügel- und Reiterwettbewerbe.

Bei Lehrgängen das Vielseitigkeitsreiten für sich entdeckt

Aber das war für das ehrgeizige Mädchen noch nicht genug – sie wollte mehr erreichen. Auf Snickers folgten weitere Ponys. Besonders erfolgreich war Joelle Celina Selenkowitsch dann mit Nikita, mit der sie vor allem in der Dressur durchstartete. Unter anderem bestritt das Duo auch den Verdener Kreis Cup. „Damals hatte ich Respekt vor dem Springen und bin deswegen eine lange Zeit nur Dressurwettbewerbe geritten“, erinnert sich die heute 19-Jährige.

Gemeinsam mit Snickers entdeckte sie die Liebe zum Springreiten. Durch die Teilnahme an der Landestalentsichtung in Luhmühlen im Jahr 2012 wurde Joelle Celina Selenkowitsch zu vielen Lehrgängen eingeladen. Dadurch entdeckte sie das Vielseitigkeitsreiten und vor allem die Geländesprünge für sich. 2013 gewann sie mit Pony Gandall in der Teamwertung die Goldene Schärpe, ein bundesweites Turnier auf E-Niveau, für das eine Nominierung durch den Landesverband notwendig war.

 Zum Glück wollte vorher kein anderer Interessent Akeby’s zum Glück kaufen. Es sollte wohl so sein, es war Liebe auf den ersten Blick.

Joelle Celina Selenkowitsch über ihre Stute

Im Jahr 2016 lernte die gebürtige Achimerin dann ihr heutiges Turnierpferd Akeby’s zum Glück kennen. Dabei hatte wohl das Schicksal die Finger mit im Spiel, denn bereits im Jahr 2015 entdeckte Joelle Celina Selenkowitschs Mutter eine Annonce für die Stute im Internet. Schon damals hatte Tanja Selenkowitsch das Gefühl, dass Akeby’s zum Glück das richtige Pferd für ihre Tochter sein könnte. Joelle Celina selbst war aber unsicher, ob sie schon vom Ponylager auf das Großpferd umsteigen wollte. Ein Jahr später stand die Stute aber überraschenderweise immer noch zum Verkauf.

„Wir sind dann doch hingefahren, ich habe Probe geritten und es hat einfach gepasst. Zum Glück wollte vorher kein anderer Interessent Akeby’s zum Glück kaufen. Es sollte wohl so sein, es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert Joelle Celina Selenkowitsch.

2018 wird Selenkowitsch erstmals in den Bundeskader berufen

Noch im selben Jahr startete die junge Reiterin mit Akeby’s zum Glück beim Bundesnachwuchschampionat. Ihr starker vierter Platz in der Einzel- und der Sieg in der Mannschaftswertung sorgten für Aufsehen. Wenig später ritt sie ihre erste Prüfung auf L-Niveau, 2017 startete sie das erste Mal International. 2018 wurde das Duo in den Bundeskader berufen.

„Es war eigentlich unglaublich, dass wir bereits im ersten Jahr so erfolgreich waren. Normalerweise sagt man, dass es eine Zeit dauert, bis man mit einem neuen Pferd zu einer Einheit wird“, so Joelle Celina Selenkowitsch.

Natürlich ist das Training auf diesem Niveau für die Amazone und die 14-jährige Akeby’s zum Glück sehr zeitaufwendig. Zwischen fünf und sechs Einheiten pro Woche stehen auf dem Plan. All das managt die 19-Jährige neben ihrem Studium, das sie 2019 begonnen hat und für das sie auch übergangsweise ins niederländische Nimwegen gezogen ist. Dort lebt sie gemeinsam mit Vater Michael Selenkowitsch, der sie auf ihrem Weg an die Spitze unterstützt.

Selenkowitsch erhält Adrenalinschub vor dem Ritt ins Gelände

Nach einem starken fünften Platz im holländischen Oudkarspel wird Joelle Celina Selenkowitsch mit ihrem Pferd in Frankreich starten. Aber auch weitere Pläne sind geschmiedet. Nach dem Turnier in Jardy will sie in Polen zum ersten Mal in einem Vier-Sterne-Wettbewerb antreten – auf diesem Niveau werden übrigens auch die Olympischen Spiele ausgetragen. Zunächst einmal konzentriert sie sich aber auch auf die in diesem Jahr stattfindenden deutschen Meisterschaften.

„Ich hoffe, dass ich nach den nationalen Titelkämpfen auch für die Europameisterschaften in Schweden nominiert werde. Das ist mein Ziel“, berichtet Joelle Celina Selenkowitsch. Für die Studentin liegt der Reiz an der Vielseitigkeitsreiterei vor allem im Geländeteil: „Man bekommt schon einen Adrenalinschub, wenn man aus der Startbox reitet und weiß, dass es gleich losgeht. Man ist mit seinem Pferd ganz auf sich allein gestellt auf der Strecke unterwegs. Wenn man dann im Ziel ankommt und weiß, dass man es alleine mit seinem Pferd geschafft hat, ist das ein echtes Glücksgefühl!“

Von Kira Kaschek

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