Dauelser auf dem Sprung ins DHB-Jugendteam / Interesse bei Hannover und Lemgo

Für Joel läuft es nach Wunsch

Chance auf die Karriere als Nationalspieler in der eigenen Hand: Joel Wunsch aus Dauelsen steht nach einer Einladung zum DHB-Sichtungslehrgang vor dem großen Sprung. - Foto: Lakemann

Dauelsen - So richtig eilig hatte es Joel Wunsch erst nach dem Gespräch mit dieser Zeitung. Schließlich musste der 16-Jährige aus Dauelsen eine gute Stunde später im Fitnessstudio in Bremen-Huchting sein und fuhr die Strecke wie gewohnt mit dem Zug ab Langwedel. Im Studio traf sich der aufstrebende Handballer mit seinen Mannschaftskollegen des Bundesligisten HC Bremen zu einer von vier wöchentlichen Einheiten. Und der Trainingseifer hat einen triftigen Grund: Dem 190 Zentimeter großen Rechtshänder war in der Vorwoche eine Einladung des Deutschen Handballbundes ins Haus geflattert.

Von Sonntag bis Dienstag steigt in Naumburg nahe Leipzig ein DHB-Sichtungslehrgang, so dass ein Sprung in die Nationalmannschaft des Jahrgangs 2000 wenig verwunderlich wäre. „Mein Ziel ist es, meine beste Leistung zu bringen“, erklärt der junge Mann, der auf dem Domgymnasium die 10. Klasse besucht. Zum neuen Schuljahr wechselt der Dauelser auf das Gymnasium am Wall, weil dort ein Sportabitur realisierbar ist.

Für den glühenden Fan des Fußball-Bundesligisten Borussia Bortmund, der mit Eltern und einem Bruder in Dauelsen lebt, sind die Nationalteam-Linksaußen Rune Dahmke und Uwe Gensheimer Vorbilder auf dem Handballfeld. Die linke Außenbahn nennt das Talent als seine bevorzugte Position: „Das Allerwichtigste ist es jedoch, Spielpraxis zu sammeln.“ Auf der Position im linken Rückraum sowie in der Rückraummitte hat Wunsch, der mit 70 Kilogramm nicht gerade als Schwergewicht daherkommt, die Shooter Steffen Fäth und den Berliner Paul Drux als Idole.

Dass der junge Schlaks neben Tempo und immenser Sprungkraft auch über prima Mannschaftsdienlichkeit – er nennt das schmunzelnd „soziale Kompentenz“ – verfügt, ist auch den Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf oder TBV Lemgo nicht verborgen geblieben. Sie wollen die handballerische Qualität von Wunsch im Kader haben. Doch das sportliche Multitalent, das auch im Fußball und Leichtathletik schon Erfolge zu verzeichnen hat, fokussiert sich zunächst mal auf die schulische Ausbildung sowie seinen HC Bremen.

Begonnen hatte Wunsch sein Handballer-Leben bei der HSG Verden-Aller und war schon durch seine Eltern Birgit und Jochen mit dem Virus infiziert. Wenn sich die Laufbahn im bisherigen Tempo weiterentwickelt, darf der 16-Jährige, der bisher von größeren Verletzungen verschont blieb, bald neben dem bestandenen Abitur auf eine Karriere in der Handball-Bundesliga hoffen. Dort kann er auch auf Vorbild Dahmke in Diensten von Branchenprimus THW Kiel treffen – nicht aber auf Gensheimer, der sein sportliches Glück in Zukunft in Frankreich sucht. Aber zuvor stehen für Joel Wunsch noch etliche Zugfahrten zu den Trainingseinheiten auf dem Programm.

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